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Wintersport-Überraschung im Chiemgau: Rekordhalter beendet Karriere mit 27 und beginnt Schreiner-Lehre

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Von: Andreas Knobloch

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Wintersport Olympia Joel Dufter
Joel Dufter beendet seine Karriere und hat jetzt mehr Zeit für Hobbies. © Screenshot Instagram Joel Dufter

Das kommt überraschend, aber einer der besten deutschen Eisschnellläufer hat mit 27 Jahren seine Karriere beendet - und heftige Kritik geäußert.

Inzell - Im Fußball sagte einst Rudi Völler über Marcell Jansen, der seine Karriere mit 29 Jahren beendete, dass er deswegen „den Fußball nie geliebt hat“. Joel Dufter, einer der besten deutschen Eisschnellläufer, hat nun unter seine Karriere einen Schlussstrich gezogen - und das schon mit 27. Hat er den Eisschnelllauf nie geliebt? Ebenso wie Jansen hatte er seine Gründe. Er verließ die Profisport-Bühne und wählte harte Worte gegen den Verband. „Hoffentlich ändert sich einiges“, sagte der Wintersportler.

Gut fünf Monate nach den Olympischen Spielen in Peking ist Dufter kein Eisschnellläufer mehr. Er äußerte sich über die Homepage seines Heimatvereins DEC Inzell, wie Merkur.de berichtet. „Ich habe zehn Jahre Leistungssport gemacht, vor allem mit dem Verband in Deutschland war und ist es sehr schwierig, dazu hat mir zuletzt aber auch noch die Motivation gefehlt. Da ist mir der Abschied leichtgefallen“, erklärte Dufter, sagte aber auch: „Es gab gute und schlechte Zeiten, will mich aber nicht beschweren. Habe die Welt gesehen und zwei Olympische Spiele bestritten.“

Joel Dufter: Kritik am Verband mit deutlichen Worten

Der Inzeller, der in der vergangenen Saison den deutschen Rekord über 500 Meter auf 34,32 Sekunden verbessert hatte, kritisierte vor allem die Trennung von seinem Trainer Danny Leger. Dessen Ende 2020 ausgelaufener Vertrag war von der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) nicht verlängert worden. Anschließend wechselte er ins norwegische Team zum ehemaligen kanadischen Weltklassesprinter Jeremy Wotherspoon.

Bei den Olympischen Spielen in Peking kam Dufter nach einer vorherigen Corona-Infektion und verspäteter Anreise sowohl über 500 Meter als 1000 Meter jeweils nicht über den 26. Platz hinaus.

Joel Dufter wird Schreiner und spielt Amateurhockey: „War schon paarmal im Training“

Inzwischen hat der Handwerk-Begeistere eine Schreiner-Lehre begonnen und will auf Amateur-Niveau Eishockey spielen. „Ich war schon im Frühjahr ein paarmal im Training, auf den Schlittschuhen bin ich schnell, das mit dem Puck und dem Spielverständnis braucht noch Zeit“, gibt der gebürtige Traunsteiner auf der Homepage zu.

Ob er eventuell als Trainer ans Eisoval zurückkehrt, machte er von der Entwicklung in der DESG abhängig. „Ich glaube schon, in ein paar Jahren. Hoffentlich ändert sich aber einiges im Verband, der Eisschnelllauf in Deutschland ist aktuell auf keinem guten Weg“, sagte er.

Ein anderer Wintersportler, nämlich Sven Hannawald, war bei Joko und Klaas zu Gast, seine Erlebnisse bei „Duell um die Welt“ teasert er nur an, sagt aber: „Die sind nicht ganz dicht“. (ank mit dpa)

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