Scott Biolek-Ritchie über letzte gemeinsame Stunden

Alfred Biolek „wollte nicht mehr Leben“: Entertainer bat seinen Adoptivsohn, ihn sterben zu lassen

Am 23. Juli verstarb der Talkmaster und Entertainer Alfred Biolek. Sein Adoptivsohn erzählt nun, dass der 87-Jährige bewusst sterben wollte.

Köln - Nach dem Tod seines Adoptivvaters, sprach Scott Biolek-Ritchie nun über die letzten Tage von Alfred Biolek. „Ohne leiden zu müssen, konnte er einfach einschlafen“, erzählte der 51-Jährige im Interview mit Bunte. Schon kurz vor seinem 87. Geburtstag am 10. Juli hatte sich Biolek offenbar dazu entschieden, nicht mehr leben zu wollen. Er habe laut seinem Adoptivsohn aufgehört zu essen und zu trinken.

Der Entertainer wurde daraufhin sogar wegen Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert, durfte am 19. Juli aber wieder nach Hause gehen. Sein Adoptivsohn und engster Vertrauter Scott Biolek-Ritchie war an seiner Seite. Zunächst sah es so aus, als würde Alfred wieder neue Lebensfreude finden. „Alfred ist zwar noch schwach, aber seine gute Laune ist zurückgekehrt“, erzählte sein Sohn damals der Bunten am Telefon.

Alfred Biolek bat seinen Sohn, ihn sterben zu lassen

Doch wie Scott Biolek-Ritchie nun gegenüber Bunte erzählt, traf sein Adoptivvater die bewusste Entscheidung, aus dem Leben zu treten. Er bat seinen Sohn, ihn sterben zu lassen. „Ich respektiere diese Entscheidung und freue mich für Alfred, dass er ohne leiden zu müssen einfach einschlafen konnte“, erklärte Biolek-Ritchie gegenüber dem Magazin. Er habe dann noch seine Hand gehalten. Seinen Adoptivvater „loszulassen“ sei dennoch schwer gewesen. „Aber es war sein Wunsch“, erklärte er und fügte hinzu: „Jemanden zu lieben, bedeutet ja auch, ihn freizugeben“. Schon letztes Jahr erklärte Alfred Biolek in einem Interview, keine Angst vor dem Tod zu haben und fügte hinzu: „Ich möchte keine 100 werden, da ist man glaube ich zu alt“.

Alfred Biolek: Tod von Adoptivsohn war schwerer Schicksalsschlag

Alfred Biolek war nicht nur Entertainer, er war auch Jurist, Fernsehmoderator, Produzent und Autor. Er wurde bereits ab den 70ern mit Sendungen wie Bio‘s Bahnhof oder Boulevard Bio bekannt. Seine Sendung alfredissimo! lief ab 1994 im WDR und wurde zu einer beliebten Kochshow. 2010 verletzte sich der Fernsehstar bei einem Sturz auf der Treppe und lag eine Zeit lang im Koma. Danach zog er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück und wurde privat von Scott Ritchie unterstützt, den er 2014 adoptierte. Sein zweiter Adoptivsohn, Keith Biolek-Austin, verstarb im April 2021. Das konnte der Entertainer nur schwer verkraften, erklärte Biolek-Ritchie im Bunte-Interview.

Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, soll Alfred Biolek nur in kleinem Kreis bestattet werden. Das sei sein letzter Wunsch gewesen. Er wollte keine große Trauerfeier, sondern nur eine Besetzung in engsten Freundeskreis.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd / dpa / picture alliance

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