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Seine Bücher liebt jedes Kind: Autor nun in München verstorben - auch OB Reiter kondoliert

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Von: Julia Hanigk

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Ali Mitgutsch hält im Bilderbuchmuseum eines seiner Kinderbücher in Händen.
Ali Mitgutsch, der Wimmelbild-Schöpfer, ist verstorben. © Rolf Vennenbernd/picture alliance

Der bekannte Kinderbuch-Zeichner Ali Mitgutsch ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Er gilt als Erfinder der „Wimmelbilder“ und prägte damit Generationen.

Update vom 12.1.22, 13.51 Uhr: Auch der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter kondoliert zum Tod von Ali Mitgutsch: „Mit großem Bedauern habe ich vom Tod Ihres Mannes Alfons ,Ali‘ Mitgutsch erfahren. Zu diesem schweren Verlust spreche ich Ihnen und allen Angehörigen im Namen des Stadtrats der Landeshauptstadt München und auch persönlich mein aufrichtiges Beileid au“, wird Reiter in der Rathaus Umschau zitiert.

Ali Mitgutsch war ein „echtes Münchner Original“, heißt es darin weiter. Der Illustrater, Zeichner und Grafiker ist geboren und aufgewachsen mitten in Schwabing. Er absolvierte eine Lithographieausbildung und machte einen Studienabschluss an der graphischen Akademie, danach reiste er monatelang. Seiner Heimatstadt blieb er aber immer treu, viele seiner Motive spielen sich in München ab, beispielsweise auf der Auer Dult. Dafür bekam er 2003 auch den Schwabinger Kulturpreis verliehen.

„Der ‚Vater der Wimmelbücher‘ ist für immer von uns gegangen. Für die kommende Zeit wünsche ich Ihnen und allen Angehörigen und Freunden viel Kraft und für die Zukunft Trost in der sicheren Gewissheit, dass wir ihm in München stets ein ehrendes Andenken bewahren werden“, endet Reiter in der Rathaus Umschau.

Kinderbuchzeichner Ali Migutsch verstorben

München - Er ging nie ohne Stift und Papier aus dem Haus, jetzt ist der bekannte Zeichner Ali Mitgutsch verstorben. Der Schöpfer der Wimmelbilder begeisterte Generationen mit seinen Büchern für Kinder, in denen es bei jedem Blick etwas Neues zu entdecken gab. Der Künstler verstarb am 10. Januar im Alter von 86 Jahren in München. Das bestätigte der Ravensburger Verlag und Mitgutschs Sohn gegenüber dem BR.

Ali Mitgutsch erschuf die „Wimmelbilder“

In Mitgutschs doppelseitigen Bildern wimmelte es nur so von detailliert gemalten Szenen mit Menschen oder Tieren, immer aus der Alltagswelt gegriffen. Die Bücher gibt es in den verschiedensten Größen. Das Ziel des Kriegskindes Mitgutsch: Zu zeigen, dass es sehr viel zu entdecken gibt rundherum, auch wenn man nicht viel hat. Er sagte dazu: „Man muss es bloß sehen“. Jeder liebte die „Bilder zum Reinkriechen“, 1969 wurde er dafür unter anderem mit dem Deutschen Kinder- und Jugendliteraturpreis für sein Buch „Rundherum in der Stadt“ ausgezeichnet. Es war sein erstes Wimmelbild, das 1968 im Ravensburger Verlag erschien.

Mit den Wimmelbüchern erschuf der Autor ein völlig neues Genre, das völlig ohne Worte auskommt. Wie der BR berichtet, wurden bisher alleine in Deutschland über fünf Millionen Exemplare verkauft, international noch einmal mehr als drei Millionen.

Trauer um Ali Mitgutsch

In einem Nachruf schreibt der Vorstandsvorsitzende der Ravensburger AG: „Ali Mitgutschs Werk hat in all den Jahrzehnten nichts an seiner Strahlkraft und Faszination verloren. Wir sind traurig, aber dankbar, dass wir ihn so lange begleiten durften“. Die Geschäftsführerin der Ravensburger Verlag GmbH erklärt: „Seine Bilder bringen mich bis heute zum Staunen und Lachen, immer wieder entdecke ich neue Details. Wir verlieren einen großen Künstler und Freund.“

Eckdaten zu Ali Mitgutsch

Ali Mitgutschs Kindheit und sein Weg zum Autor

Die Kindheit von Ali Mitgutsch war geprägt durch Kriegserinnerungen wie das Verstecken im Luftschutzbunker und dem Spielen in Trümmern. Seine Mutter schenkte ihm durch ihre Geschichten Fantasie. Das beschreibt er im Buch „Herzanzünder“. Gemeinsam mit seiner Mutter fuhr er außerdem häufig auf Wallfahrten. Die Dioramen, die er so entdeckte, hatten einen wesentlichen Beitrag zu seiner Karriere als erst Grafiker, dann Autor. Er wollte die Dinge zum Leben erwecken, wie in den Schaukästen. Auch mit dem christlichen Glauben war Mitgutsch eng verbunden.

Während die Kirche selbst kaum in seinen Werken vorkam, lagen ihm die Thematiken von Heimat und Nachbarschaft umso mehr am Herzen. Ingmar Gregorzewski, der Publizist, der mehr als 20 Jahre mit Mitgutsch zusammenarbeitete, erklärte laut epd, Mitgutsch habe seine Lebenserinnerungen aufgezeichnet. Getrieben davon, dass sein Zuhause durch den Krieg oft auf dem Spiel stand.

Seit 2017 lebte Ali Mitgutsch abseits der Öffentlichkeit. (jh)

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