„Kelly Family“-Star droht sattes Bußgeld

Krasse Vorwürfe: Angelo Kelly zu 3000 Euro Strafe verurteilt - weil er mit Sohn auf der Bühne stand

Angelo Kelly steht vor Gericht.
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Angelo Kelly steht vor Gericht.

Angelo Kelly tourt als Musiker mit seiner gesamten Familie über die großen Show-Bühnen. Mit dabei ist da auch der kleine William (5). Wegen eines Auftritts soll Angelo nun eine Geldstrafe bezahlen.

  • Angelo Kelly spielt regelmäßig Konzerte mit seiner ganzen Familie - auch Nesthäkchen William (5) ist dabei.
  • Wegen der Auftritte des jüngsten Kelly-Sprosses sieht sich Angelo Kelly einem Kinderarbeit-Vorwurf ausgesetzt. (siehe Erstmeldung vom 4. Februar 2021)
  • Von einem Gericht wurde er nun für schuldig erklärt und soll eine hohe Geldstrafe bezahlen. (siehe Update vom 12. Februar, 13.42 Uhr)

Update vom 12. Februar, 13.42 Uhr: Schwere Vorwürfe gegen Angelo Kelly: Er erhielt eine Anzeige wegen Kinderarbeit. Bei einem Auftritt seiner Familie im bayerischen Ebern im Juli 2019 war sein jüngster Sohn William vier Jahre alt und spielte zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern nach 17 Uhr auf einer Bühne (siehe Erstmeldung vom 4. Februar 2021). Dabei handelte es sich um einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, für den das ehemalige Kelly-Familiy-Mitglied nun bezahlen soll. Laut Bild.de wurde er am Freitag zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt.

Laut Richter Sebastian Jäpel machte sich Angelo schuldig, da er als Arbeitgeber verbotenerweise ein Kind beschäftigte. Begründet wurde es damit, dass Wiliam in einem Abhängigkeitsverhältnis zu seinem Vater gestanden habe. Es handelte es sich also um keinen hobbymäßigen Auftritt wie bei Kirchenchören oder Sportvereinen, was als Ausnahme behandelt wird. Angelo Kelly soll nun aber Rechtsbeschwerde gegen das Urteil einlegen. Als Vater sei ihm das Wohlbefinden seiner Kinder sehr wichtig. William sei außerdem immer freiwillig bei den Auftritten dabei gewesen.

Angelo Kelly nimmt seinen Sohn mit auf die Bühne - und steht deshalb nun vor Gericht

Erstmeldung vom 4. Februar 2021: Haßfurt – Musik ist bei den Kellys einfach Familienangelegenheit. Bereits beim großen Durchbruch der „Kelly Family“ in den 90er Jahren standen die Kinder im Jugendalter mit auf den Bühnen, performten in ausverkauften Hallen. Die Familientradition des gemeinsamen Musizierens hat sich längst in die nächste Kelly-Generation weitergetragen.

Besonders bei Angelo Kelly scheint das mit der musikalischen Früherziehung ziemlich gut funktioniert zu haben. Alle fünf gemeinsamen Kinder des „Kelly Family“-Nesthäkchens und seiner Frau Kira, vom 19-jährigen Gabriel bis zum fünfjährigen William, strotzen nur so vor Musik-Talent. Im November letzten Jahres folgte gar das erste Album mit dem Titel „Coming Home for Christmas“, auf dem die gesamte Familie von Angelo zu hören ist. Und so wie Angelo selber schon in jungen Jahren mit der „Kelly Family“ die großen Bühnen bespielte, so gewöhnt er auch seinen eigenen Nachwuchs bereits an Live-Auftritte heran – allerdings sorgt genau das für mächtig Ärger.

Angelo Kelly: Seine Kinder stehen beim Familienkonzert mit auf der Bühne - ihr Vater steht nun vor Gericht

Denn wenn „Angelo Kelly & Family“ ein Konzert spielen, steht logischerweise auch die ganze Familie auf der Bühne. Also auch der kleine William. Und auch schon im Juli 2019 war der jüngste Sohn von Angelo und Kira auf der Bühne mit dabei. Bei einem Auftritt auf dem Schloss Eyrichshof im bayerischen Ebern klimperte der Spross mit der Kindergitarre mit, sang sogar den Song „What a wonderful World“. Der Auftritt des kleinen Nachwuchs-Stars geriet nun aber aus nicht-musikalischen Gründen ins Rampenlicht.

Für die Aktion flatterte Papa Angelo nun nämlich eine Anzeige vom Gewerbeaufsichtsamt ins Haus. Der krasse Vorwurf gegen den Musiker: Kinderarbeit! Der Auftritt des damals Vierjährigen fand nämlich nach 17 Uhr statt, womit es sich um einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz handelt. Deshalb gab es auch einen saftigen Bußgeldbescheid, gegen den Angelo aber Protest einlegte. Nun muss ein Gericht in Haßfurt in Unterfranken die Angelegenheit klären. „Angelo K. soll seinen Sohn von 20 Uhr bis 20.20 Uhr auf der Bühne unter Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz beschäftigt haben“, fasst Gerichtssprecherin Kerstin Leitsch gegenüber der Bild nochmal zusammen. Kostenpunkt des Bußgeldbescheides: immerhin satte 5000 Euro!

Angelo Kelly vor Gericht: Es ist lange nicht die erste Untersuchung gegen ihn

Auch Fotograf Christian Licha, der bei dem Konzert vor Ort war und vor Gericht als Zeuge aussagte, sprach mit der Bild über den Fall. „Der kleine Junge wurde aber nicht auf die Bühne gezerrt oder Ähnliches. Der war schon freiwillig da, das hat dem auch Spaß gemacht, das hat man gesehen“, berichtete er. Angelo Kelly verteidigte sich derweil auf Anfrage der Bild zunächst und gab an, er würde niemals das Wohl seines Kindes gefährden. „Wir haben in den vergangenen Jahren stets gut mit den Jugendbehörden bezüglich der Auftritte unserer Kinder zusammengearbeitet“, so der Musiker.

Die Bild schreibt außerdem, dass bereits elf Mal wegen eines solchen Falles die Auftritte von Kelly und seiner Familie untersucht worden seien. Wie der Anwalt der Familie, Julian Ackermann, aber im Bericht erklärt, waren die Auftritte von William allesamt „von Spontanität und einem völlig freiwilligen sehr kurzen künstlerischen Beitrag geprägt“, weshalb sie nicht unter das Jugendarbeitsschutzgesetz fallen würden. Alle bisherigen Untersuchungen wurden aus diesem Grund auch eingestellt. „Wenn ich meinen Sohn in meiner Kanzlei Papier schreddern lasse, ist das doch keine Kinderarbeit. Eine Musikerfamilie Kelly macht eben Tag und Nacht Musik mit Freunden“, veranschaulicht Ackermann die Situation.

Angelo Kelly: Kinderarbeit-Vorwürfe! Urteil wird noch im Februar erwartet

In Haßfurt geht der Fall nun trotzdem vor Gericht. Für das Gewerbeaufsichtsamt sei der kleine William nämlich klar Teil des Veranstaltungskonzeptes gewesen und auf Plakaten zu den Shows auch beworben worden. Da es sich bereits um die elfte Show mit Williams Beteiligung gehandelt habe, sei das Bußgeld auch so hoch angesetzt worden. Angelo Kelly selber wollte sich zu dem Fall auf Bild-Anfrage zunächst nicht konkreter äußern. Das Urteil wird für den 12. Februar erwartet.

Bereits im Dezember hatte es Ärger um einen Auftritt von Angelo Kelly gegeben. Seine Fans tobten vor Wut. (han)

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