tz-Serie: Die junge Society Münchens

"Bei mir dreht sich alles um Mode"

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Trachten-Fans: Antonia und Constantin Nagel, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2005

München - In einer siebenteiligen Serie stellt die tz die junge Münchner ­Society vor und ­beantwortet die ­wichtigsten Fragen zu den Youngsters. In dieser Folge: Antonia Nagel.

Sie sind jung, sie sind hip und sie haben noch viel vor: In der Münchner Gesellschaft rücken die Jungen nach. Doch sie möchten mehr sein als nur Söhne und Töchter von Eltern mit wohlklingenden Namen. Viele steigen ins Familiengeschäft ein, manche ziehen etwas ­Eigenes auf. Die einen lieben das gemütliche ­München und wollen niemals von hier weg, die anderen zieht es in die Ferne nach ­Mailand, Paris oder New York. In sieben Folgen stellt die tz die junge Münchner ­Society vor und ­beantwortet die ­wichtigsten Fragen zu den Youngsters: Wie sie ­leben, wo sie feiern, was sie bewegt und wovon sie träumen ...

"Bei mir dreht sich alles um Mode"

Wer Antonia Nagel ­reden hört, der ­versteht sofort, dass in ihrem Leben wie in ihren Sätzen keine Zeit für überflüssige Pausen ist. Die 28-Jährige ist viel unterwegs, lebt in Mailand, ­besucht gerne ihre Heimat München, macht Urlaub in den Hamptons oder erkundet Italien und ist gerade dabei, sich einen Namen als Designerin zu machen. „Ich hab’ halt Hummeln im ­Hintern“, sagt sie von sich selbst, und dass sie eben ein typischer Stier sei: „sehr hektisch, wahnsinnig emotional und ein bisschen ­verplant“.

Was ihre Zukunft angeht, so hat die Tochter von Sabina und Ralph-Michael Nagel vom Münchner Traditionshaus Lodenfrey allerdings einen ganz konkreten Plan. Gerade hat Toni, wie sie von ihren Freunden und der Familie genannt wird, auf der ­Mailänder Modemesse die Stoffe für ihre erste eigene Kollektion gekauft: Einfach geschnittene Bandagen- und Strandkleider in tollen Farben und Mustern sollen es werden, die ihre Kundinnen „twenty-four-seven“, wie sie sagt, also an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr, tragen können. „Man zieht ein Kleid an und zack ist man angezogen, ohne dass man sich für abends extra noch einmal umziehen muss.“ Schon im nächsten Jahr sollen die Kleider in ausgewählten Läden hängen. „Wenn es gut läuft, habe ich es alleine geschafft, und wenn es schiefgeht, bin ich alleine schuld“, sagt Toni ganz pragmatisch.

Auf eigenen Beinen zu stehen ist ihr wichtig, und sie hat den Ehrgeiz, es auch alleine nach ganz oben zu schaffen. Nach ihrem Studium in Design Management, das sie in London, Paris und New York durchgezogen hat, mit ihrer PR-Arbeit für Vanessa von Bismarck und mit ihren Erfahrungen in der Modemetropole Mailand, wo sie u.a. für Lapo ­Elkann und Luisa Beccaria ­gearbeitet hat.Dorthin ­geführt hat sie allerdings ein weniger rationaler Aspekt: die Liebe. Drei Jahre ist es her, dass Toni im Schützenfestzelt ihren Roberto ­kennengelernt und sich von null auf hundert in ihn verliebt hat. „Natürlich in sein Aussehen“, wie sie ­lachend zugibt, in seine Ausstrahlung, seine ­Intelligenz und Wißbegierde und in den Trick, mit dem er sie schließlich rumgekriegt hat. „Er hat vor meinen Augen das Flugticket zerrissen, mit dem er abends zurück nach Italien hätte fliegen sollen. Weil ich ich ihm gesagt habe, dass er vielleicht einen Kuss bekommen hätte, wenn er noch länger geblieben wäre.“

Seit einem Jahr leben die beiden mit ihrem Kurzhaardackel Fitzi jetzt fest in einer kleinen ­Wohnung im Zentrum von Mailand. Aber Toni juckt es schon wieder, sie zieht es nach Berlin, wo sie viele Freunde aus dem Modebereich hat und die Konkurrenz nicht ganz so groß ist wie in der italienischen Modehauptstadt. Ob Roberto mitkommen würde? „Ich weiß es nicht, aber man sollte sich da nicht einschränken lassen. Ich glaube, bei uns würde auch eine Fernbeziehung klappen.“ Grenzen setzt man sich selber, und da macht Toni nicht mit.

Überhaupt mag sie nichts, was sie in irgendeiner Form einschränkt. Englisch, Französisch und Italienisch spricht sie fließend, um sich überall zurechtfinden zu können. Und sie liebt die weite Landschaft, wenn sie mit ­ihrem Vater die Adlerstation des Kitzbüheler Horns erreicht hat, das die beiden regelmäßig gemeinsam besteigen. „Ich bin eine richtige Papi-Tochter. Beim Wandern reden wir viel, erzählen uns, was gerade so passiert und was der andere verpasst hat. Nebenher macht man Sport und dann das Panorama – besser geht es nicht.“ Die Berge sind Tonis Ruhepol und Tankstelle für neue Kraft, die sie auch aus dem Glauben zieht.

Wann immer sie irgendwo auf der Welt eine schöne ­Kirche betritt, zündet sie eine Kerze für ihre Lieben an und schnauft einen Moment durch. „Ich glaube an das ­Gute und daran, dass da ­jemand ist, der schon auf uns aufpasst.“ Ihre verstorbene Großmutter ist für sie so ein Schutzengel, und beten tut Antonia lieber für sich allein als während einer großen Messe. „Ich danke dann Gott dafür, dass ich so vom Glück geküsst wurde.“

Doch bei ­aller Dankbarkeit hat sie noch dieses große Ziel vor Augen, an dem sie in den kommenden Jahren mit all ihrer Energie arbeiten will: „Mit meinen eigenen Sachen ganz erfolgreich werden und in jeder Modestadt einen Laden haben.“ Sie kann es schaffen, da ist sie sich sicher, denn in der Mode gibt es für alles eine Nische. „Und es gibt keine Grenzen.“

Ann-Catherin Karg

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