Die tz in der Sprechstunde

Arzt und Rosenheim-Cop Solf: Sein Doppelleben

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Rosenheim-Cop Mark-Alexander Solf im OP des Isarklinikums, wo er als Anästhesist arbeitet.

München - Schauspieler Mark-­Alexander Solf nutzt die Auszeit bei den "Rosenheim Cops", um seinem Doppelleben nachzugehen. Die tz besuchte ihn am Münchner Isarklinikum.

Als Neuer bei den Rosenheim Cops – mit überaus klugem Kopf und etwas eigenwilligem Habitus – flimmert Schauspieler Mark-­Alexander Solf (34) am Dienstagabend um 19.25 Uhr im ZDF wieder über den Bildschirm und wird mit seiner Akribie den alteingessenen Kommissaren entscheidende Hinweise liefern, bevor er dann vorübergehend eine andere Stelle in Nürnberg annimmt ...

Sympathisch und nahbar empfängt der Arzt Mark Alexander Solf seine Patienten.

Diese Auszeit nutzt Solf für sein Doppelleben! Denn der Starnberger und Wahl-Münchner ist nicht nur ein an der Otto-Falckenberg-Schule ausgebildeter Bühnen-, Fernseh- und Filmdarsteller, sondern auch Anästhesist am Münchner Isarklinikum. Er versetzt Patienten in Tiefschlaf, bevor sie operiert werden ...

Sprechstunde bei Mark-Alexander Solf im Klinikum an der Sonnenstraße! Im Weißen Kittel empfängt der sympathische Arzt die tz-Kolumnistin. Na ja, viel Ähnlichkeit hat er mit Rosenheim-Cop ­Sebastian König gerade nicht. Im echten Leben trägt Solf Bart und ist deutlich dünner! „Ja. Für die Dreharbeiten hatte ich ziemlich zugelegt. Aber bei der nächsten Staffel, die wir im August drehen, wird auch meine Rolle etwas schlanker werden.“

Sprechstunde beim Doc. Warum will Solf Arzt und Schauspieler gleichzeitig sein? tz-Kolumnistin Ulli Schmidt hat Fragen über Fragen.

Bleibt die Hauptfrage, warum Mark-Alexander Solf nicht nur Schauspieler, sondern gleichzeitig Arzt ist? „Es war gar nicht mein Primärziel, Mediziner zu werden. Ich wollte nur neben der Schauspielerei auch etwas anderes, Naturwissenschaftliches machen, weil mir diese subjektive Einschätzung der Kunst immer sehr zu schaffen gemacht hat.“ Zum Beispiel Kritiken. Selbst, wenn Solf nicht persönlich betroffen war. Wissenschaft ist objektiv, nachvollziehbar und systematisch. Das mag der ehemalige Mathematik-Leistungskursler mit Hang zum Drama.

Solf ist vielschichtig. Er ist nicht nur Wissenschaftler, der der Logik des Geistes folgt. Er lässt sich gern auch emotional hinreißen und schreibt Lyrik. Sein Gedichtband Schuld im Blut erschien 2005. Mit dem darin enthaltenen Gedicht Tränen gewann Mark-Alexander Solf sogar den Brentano-Lyrikwettbewerb. Doch die letzten Jahre hat er kaum mehr sein Herz schreiben lassen, eher den glasklaren Verstand. Zuletzt erschien sein Buch: Basics – Herzchirurgie. Und gerade hat Solf seine Doktorarbeit zur Psychokardiologie, also über den Zusammenhang von psychischen und Herzerkrankungen abgegeben.

„Lyrik kann ich nicht einfach so. Es sind Lebensabschnitte, Stimmungen ...“ So eine Stimmung hatte Solf zwar erst kürzlich, als eine Beziehung in die Brüche ging. Doch das war eher eine Ausnahme, dass er da noch mal ein Gedicht schrieb.

Schon im Gymnasium entwickelte Solf seine Liebe zur darstellenden Kunst. „Ich wär wahnsinnig gern Clwon geworden – Clown ist für mich das Größte!“ Doch der ist Solf mehr im Herzen. „Für einen Clown braucht man viel Tiefe.“ Die hätte er – trotzdem ist er Schauspieler geworden. Sein Krankenhaus gewährt Solf für Dreharbeiten Sonderurlaub – da gibt’s keine Probleme. „Das ist eine echte Luxussitua­tion. Ich weiß nicht, ob das an einer anderen Klinik möglich wäre.“

Ob ihm als Arzt im Alltag sein Schauspielerberuf nützt? „Eigentlich nicht. Ich glaube, dass mir geholfen hat, dass ich durch meine Schauspielausbildung zuvor etwas älter war als die Mitstudenten. Dass die Patienten einen dadurch anders wahrnehmen als einen 18-Jährigen, der direkt vom Abi­tur kommt.“

Sein Medizinwissen kann Solf bei den Rosenheim Cops höchstens bei der Gerichtsmedizinerin unterbringen, die ihn schon mal fragt, ob das korrekt ist, was im Drehbuch steht.

Kommissar Hofer alias Joseph Hannesschläger (li.) zeigt dem Kollegen König alias Mark-Alexander Solf, wo es langgeht ...

Aber welcher Beruf ist Mark-Alexander Solf nun der liebere – Schauspieler oder Arzt? „Sind mir beide gleich lieb! Gerade den Ausgleich find ich super!“ Und warum ausgerechnet Anästhesie? „Die hat mir schon während des Studiums am meisten Spaß gemacht, weil da sehr viel Logik dabei ist – schon rein physiologisch betrachtet.“

Wie viele Leute Mark-Alexander Solf in der Sprechstunde schon als Rosenheim-Cop erkannt haben? „Kein einziger! So wie die Rolle ausschaut ... Privat erkennt mich niemand. Aber das war schon immer so.“

Fehlt also nur noch eine Filmrolle als Arzt, bei der sich Solf selber spielen kann. Dann wären der Schauspieler und der Mediziner endlich eins!

Ulrike Schmidt

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