Musik-Star gibt sich die Ehre

Autogrammstunde in Hamburg eskaliert: Panik, Flaschenwürfe, Hubschrauber-Einsatz

Bei einer Autogrammstunde in einem Hamburger Elektronikmarkt ist es zu panischen Szenen und Angriffen auf Polizeibeamte gekommen.

Hamburg - Zu Gast war der Rapper Azet, der Teil der Dresdner „KMN Gang“ ist. 

Etwa 500 Fans drängten sich am Donnerstagabend vor dem Eingang des Geschäfts, um sich ein Autogramm ihres Idols zu sichern, teilte die Polizei am Freitag mit. 

Dieses Amateurvideo soll den Ansturm zeigen:

Kurz nach Einlass kam es im Inneren aufgrund des Gedränges zu Panikreaktionen unter den überwiegend jugendlichen Fans.

Um eine Massenpanik zu verhindern, habe die Polizei die Autogrammstunde vorzeitig beendet. Vor dem Elektronikmarkt kam es dann aus einer Gruppe von 100 bis 200 Jugendlichen zu Flaschenwürfen auf die Beamten. 

Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, forderte die Polizei einen Hubschrauber an und räumte das Bahnhofsgebäude. Bei dem Einsatz wurde eine Polizeibeamtin leicht verletzt.

Im Januar war es bei der Autogrammstunde eines YouTube-Stars in Wuppertal zu Tumulten gekommen, mehrere Personen wurden verletzt.

Die Pressemeldung der Hamburger Polizei im Wortlaut

Schwerer Landfriedensbruch nach Autogrammstunde eines Rappers in Hamburg-Altona

Nach einer gefahrenabwehrenden Räumung des Zugangs zu einer Autogrammstunde eines Rappers in einem Elektronikfachmarkt durch die Polizei, kam es zu diversen Flaschen- und Schneeballwürfen auf die eingesetzten Kräfte. Das für die Region Altona zuständige Landeskriminalamt (LKA 121) führt die Ermittlungen.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen kam es anlässlich der Autogrammstunde zu einer Ansammlung von ca. 500 Personen im Bereich des Eingangs, welcher über eine Rolltreppe des Bahnhofs Altona führte und von Sicherheitskräften des Elektronikmarktes kontrolliert wurde.

Hierbei soll es vermehrt zu Panikreaktionen innerhalb der Menschenmenge gekommen sein, weil mehrere Personen aufgrund des Drucks von hinten gegen die Absperrungen gedrängt wurden.

Die eingesetzten Polizeibeamten versuchten zunächst beruhigend auf die Gruppe einzuwirken und forderten im weiteren Verlauf mehrmals mittels Lautsprecherdurchsagen zum Verlassen der Örtlichkeit auf.

Da sich die Personen weigerten, den Zugang zu verlassen und weiterhin Druck nach vorne ausgeübt wurde, begann gegen 23:25 Uhr mit Unterstützung weiterer Einsatzkräfte die Räumung des Bahnhofs.

Der Versuch größerer Personengruppen über einen anderen Eingang die Örtlichkeit zu erreichen wurde von Einsatzkräften unterbunden.

Nach Rücksprache mit dem Veranstalter der Autogrammstunde wurde diese vorzeitig beendet und der Markt geschlossen.

Außerhalb des Bahnhofs kam es aus einer Gruppe von ca. 200 Personen heraus zu mehreren Flaschen- und Schneeballwürfen gegen die eingesetzten Kräfte. Eine dieser Personen wurde in Gewahrsam genommen.

Eine Polizeibeamtin wurde durch eine Glasflasche getroffen, blieb aber unverletzt.

Insgesamt waren sechs Funkstreifenwagen, ein Diensthundeführer, Kräfte der Bereitschaftspolizei, der Polizeihubschrauber "Libelle" sowie zehn Beamte der Bundespolizei eingesetzt.

Die Ermittlungen dauern an.

dpa

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