„Dieses Statement ist ein Witz“, meint ein Hörer

Heftige Vorwürfe gegen „Bayern 3“-Moderator nach Skandal-Aussage on air - Sender nimmt ihn in Schutz

Bayern3-Moderator Matthias Matuschik.
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Bayern3-Moderator Matthias Matuschik.

Bei einer Anmoderation redet sich Radio-Moderator Matthias Matuschik völlig in Rage und beleidigt die beliebte Boygroup „BTS“. Nun ereilt den Sender Bayern3 ein heftiger Rassismus-Eklat.

München - Kaum eine Band liegt aktuell weltweit wohl so im Trend wie „BTS“. Die K-Pop-Boygroup aus Südkorea feiert Erfolg über Erfolg, lässt Teenie-Herzen auf der ganzen Welt höher schlagen. Ihren Mega-Hit „Dynamite“ - den zuletzt auch der Dino bei „The Masked Singer“ performte - kennt auch in Deutschland wohl fast jeder. Aber über Musikgeschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ein Radio-Moderator kann offensichtlich sehr wenig mit den Songs der Gruppe anfangen. Seine Antipathie machte er on air öffentlich und redete sich völlig in Rage. Im Netz kursieren Aufnahmen der skandalösen Aussagen. Jetzt gibt es heftige Rassismus-Vorwürfe.

Bayern3-Moderator Matthias Matuschik wird in diesem Leben wohl kein großer Fan von „BTS“ mehr. Was ihm am Mittwoch in seiner Sendung „Matuschke - der etwas andere Abend“ dann aber über die Lippen ging, darf man wohl durchaus als äußerst daneben bezeichnen. In einer Anmoderation für den Song „Fix You“ der Band Coldplay ging er plötzlich auf die gefeierte Boy-Band los. „BTS“ wird nämlich mit MTV ein Unplugged-Konzert aufnehmen und dort auch besagten Coldplay-Song covern. Für „Matuschke“, wie der Moderator auch genannt wird, ist das absolut zu viel des Guten.

Bayern3: Moderator Matthias Matuschik redet sich wegen „BTS“ in Rage - dann fallen Beleidigungen

Der Bayern3-Sprecher vergleicht die Band mit dem Coronavirus und bezeichnet sie on air als „irgendein scheiß Virus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt“. Sein Versuch, diese erste, bereits fragwürdige Aussage auszubügeln, geht mächtig schief. „Nichts gegen Südkorea. Man kann mir jetzt nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen. Ich habe ein Auto aus Südkorea. Ich habe die geilste Karre überhaupt. Südkorea rules“, gerät sein Rausrede-Prozess zur Protzerei-Rede. Dann kommt es noch dicker.

Völlig in Rage geht Matuschik dann nämlich doch wieder auf die Musik und den geplanten Unplugged-Auftritt der Band los - es fallen sogar Beleidigungen. „Bei einer Boyband unplugged, allein das ist ja schon paradox“, lästert er. „Dann geben diese kleinen Pisser auch noch damit an, dass sie von Coldplay ‚Fix You‘ gecovert haben. Wo ich sage: Das ist Gotteslästerung. Das sage ich als Atheist.“. Matuschik lässt sich gar nicht mehr bremsen, bezeichnet das ganze auch noch als „Frevel“ und schickt noch eine heftige Aussage hinterher: „Dafür werdet ihr in Nordkorea Urlaub machen für die nächsten 20 Jahre“.

Rassismus-Eklat bei Bayern 3: Sender veröffentlicht Statement - und nimmt Moderator in Schutz

Nach der Skandal-Anmoderation beschwerten sich massenhaft Hörer über den Sender. Viele werfen dem Moderator Rassismus vor. Auf Twitter trendete gar der Hashtag #Bayern3Racist. Der Sender sah sich deshalb auch gezwungen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. „Es ist Charakter dieser Sendung und auch des Moderators, seine Meinung klar, offen und ungeschminkt zu äußern. In diesem Fall ist er aus dem Versuch heraus, seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen und hat damit die Gefühle der BTS-Fans verletzt. Das hatte er aber – das hat er uns versichert - in keiner Weise beabsichtigt. Er wollte nur seinen Unmut über die oben genannte Coverversion äußern“, heißt es in dem Beitrag auf der Website von Bayern3. Der Sender nimmt den Moderator sogar noch in Schutz.

Im Statement wird darauf hingewiesen, dass es sich um eine persönliche Meinung handele, welche völlig ungeachtet der Herkunft oder des kulturellen Backgrounds der Band sei. „Diesen Geschmack muss man ebenso wenig teilen wie die durchaus derbe Ausdrucksweise. Die Geschichte von Matthias und sein Handeln in der Vergangenheit (wie z.B. sein Engagement in der Flüchtlingshilfe und sein stetiger Einsatz gegen Rechtsextremismus) zeigen aber deutlich, dass ihm Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in jeder Form absolut fernliegen.“ Dies habe Matuschik auch in seiner Anmoderation versucht darzustellen. All das ändere aber nichts daran, „dass viele von euch seine Äußerungen als verletzend oder rassistisch empfunden haben. Dafür entschuldigen wir uns in aller Form. Wir werden das Thema mit Matthias und dem Team in den nächsten Tagen nochmal ausführlich aufarbeiten.“

Bayern 3 gibt Statement zum Rassismus-Eklat - die Fans sind danach außer sich vor Wut

Die Fans von „BTS“ stellt das Statement allerdings überhaupt nicht zufrieden. „Dieses Statement ist ein Witz“, postet eine Userin auf Twitter. „Rassismus ist KEINE Meinung“ schreibt eine weitere zur Äußerung des Senders. „Ihr habt nicht unsere Gefühle verletzt, sondern einem sich rassistisch äußernden Moderator eine große Plattform geboten und tut es weiter, ohne Reflektion“, heißt es in einem weiteren Post im Kurznachrichtendienst. Viele weitere Fans der Band werfen Matuschik in ihren Beiträgen Rassismus, Menschenverachtung und Beleidigung vor. Den Sender bezichtigen derweil etliche User, dass man lediglich versuche, Rassismus und Xenophobie als „geschmacklose Witze“ zu tarnen. Konsequenzen werden gefordert. Bereits am Freitagmorgen wurden allein bei Twitter über eine Million Posts mit dem Hashtag #Bayern3Racist veröffentlicht. (han)

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