Beerdigung von Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern

Großes Geleit für den Kunst-Prinzen

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Die Trauerfeier für den verstorbenen Johann Georg Prinz von Hohenzollern fand in der Erlöserkirche Hedingen in Sigmaringen statt.

Sigmaringen - Freunde, Familie und Bekannte nehmen Abschied von Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern. Vor allem Adlige und Prominente sind zur Beerdigung in Sigmaringen geladen.

Die Trauerfeier.

Was für eine würdige Abschiedsfeier für Dr. Johann ­Georg Prinz von Hohenzollern (†83) am Samstagmittag im baden-württembergischen Sigmaringen. Er war am 2. März in München ganz überraschend gestorben. Der Kunsthistoriker hatte als ehemaliger Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemälde­sammlungen, Direktor des Bayerischen Nationalmuseums und Chef der Kunsthalle sowie als Präsident der Konzertgesellschaft das kulturelle Leben in München über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt, und so reisten neben der schwedischen Königsfamilie, dem Hochadel aus ganz Deutschland und dem bayerischen Teil der Familie auch viele Freunde von der Isar an, um ­"ihrem Hansi" in einem gut einstündigen Requiem "Lebe wohl" zu sagen.

Die Trauerfeier war strengstens von der Öffentlichkeit abgeschirmt, nur wer eine Einladung vorzeigte, konnte persönlich Abschied nehmen - in der Erlöserkirche Hedingen, wo der Sarg aufgebahrt und von Mitgliedern der Hüttenkapelle Laucherthal bewacht worden war. Auf dem Sarg lag nur das Wappentuch mit der ­Zollernvierung in ­Silber und Schwarz. Auf üppigen Blumenschmuck wurde weitgehend verzichtet.

Nur noch die Orden des Hohenzollern-Prinzen schmückten das Gesamtbild: darunter der schwedische Seraphinenorden, das Bundesverdienstkreuz, der Bayerische Verdienstorden, das Ehren- und Großkreuz des Malteser-Ritterordens und der französische Ordre des Arts et des Lettres.

"Äußerst bescheiden und voller Humor"

Im Tod zählen weniger Äußerlichkeiten als vielmehr die Spuren, die der Mensch hinterlassen hat. Und das waren bei Dr. Johann Georg von Hohenzollern tiefe und beeindruckende. "Er war ein Mensch von außerordentlich kultureller Bildung, dabei äußerst bescheiden und voller Humor", sagte TV-Ärztin Dr. Antje-Katrin Kühnemann, die mit ihrem Ehemann Dr. Jörg Gühring eine Mexiko-Reise unterbrochen hatte, um Abschied nehmen zu können. Sie zählte auch zu den wenigen Nicht-Familien-Mitgliedern, die schon am Freitagabend zu einem großen Diner auf die Hohenzollern-Burg in Sigmaringen geladen war, wo Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern Chef des Hauses ist.

Das schwedische Königspaar.

Das schwedische Königspaar unterbrach seinen Ski-Urlaub im schweizerischen Klosters: Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern war seit 1961 mit König Carl Gustafs Schwester Birgitta verheiratet und wurde zum guten Freund. Und auch, wenn Birgitta und ihr Mann seit Jahrzehnten getrennt lebten, die großen Familienfeste feierten sie als Ehepaar und Eltern gemeinsam – mit ihren Kindern Desirée von Bohlen und Halbach, Carl Christian Prinz von Hohen­zollern und

Hubertus Prinz von Hohenzollern, die am Samstag das Requiem auch mitgestaltet haben.

Drei Pfarrer führen durch Gottesdienst

Drei Geistliche zele­brierten den Gottesdienst: Münsterpfarrer Karl-Heinz Berger, Pfarrer Edgar ­Neidinger aus Bruchsal, mit dem der Verstorbene über den Malteser-Orden eng und freundschaftlich verbunden war, sowie Stadtpfarrer Ekkhard Baum­gartner.

Welche Musik zum Abschied erklingen sollte, das wünschte sich der überaus musikalische Dr. Johann Georg von Hohenzollern schon zu Lebzeiten und schrieb es nieder. Darunter Georg Friedrich Händels Lascia la spina cogli la rosa, Giulio Caccinis Ave Maria, Mozarts Laudate Dominum und Cesar Francks Panis angelicus. Zum Auszug aus der Kirche erklang Johann Sebastian Bachs: Jesus bleibet meine Freude.

"Es war eine sehr würdige Zeremonie", sagte Dr. Ulrike Keil von der Konzertgesellschaft auf Anfrage der tz. Die Musikwissenschaftlerin arbeitete 15 Jahre lang mit Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern zusammen, der als Mitbegründer auch fast 30 Jahre lang Präsident des Vereins war, der sich der Förderung von hochbegabten jungen Musikern verschrieben hat. Für den Kunst-Prinzen stets "eine Investition in die Zukunft", wie er immer betonte.

Große Feier zum 85. Geburtstag war für 2017 geplant

Das 30-jährige Jubiläum der Konzertgesellschaft und der 85. Geburtstag des Verstorbenen sollten im ­Juli nächsten Jahres gefeiert werden - dafür traf der Prinz schon erste Vorbereitungen, und auch das schwedische Königspaar hatte seinen Besuch schon avisiert.

Dr. Ulrike Keil trauert nicht nur um einen Chef, der sehr wissend, sehr belesen und musikalisch war, auch um einen großen Menschen mit viel Humor, der zudem sehr bescheiden war. "Das machte die Arbeit mit ihm immer so angenehm, dass 

immer um die Sache ging - darin war er fordernd –, aber nie um Eitelkeiten." Am 19. März ist Seiner Durchlaucht ein Gedenkkonzert gewidmet: Bachs Johannispassion.

Beigesetzt wurde Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern im Kreuzgang des Klosters, das der Kirche angeschlossen ist - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

"Sehr enge Verbindung"

Dr. Johann Georg Prinz von Hohenzollern.

"Es gibt so viele schöne Erinnerungen und Momente, die mir da durch den Kopf gingen", sagte Leopold Prinz von Bayern, der um seinen Lieblingsonkel und väterlichen Freund trauert: "Wir hatten eine sehr enge Verbindung, denn ich habe bis zu meinem 22. Lebensjahr auf Schloss Sigmaringen gelebt. Sein Tod macht mich sehr betroffen, ich muss das erst einmal verarbeiten. Für ewig werden mir sein Charme, sein Humor und seine Intelligenz in Erinnerung bleiben."

Ferfried Prinz von ­Hohenzollern trauert um seinen Bruder - der Schock über den schnellen Tod sitzt tief. "Letzte Woche wollten wir uns noch treffen, aber plötzlich war er nicht mehr zu erreichen. Wir hatten uns immer regelmäßig gesehen und innigsten Kontakt. Wir waren sieben Geschwister, und Hansi, wie er gerufen wurde, war mein Lieblingsbruder. Jetzt bin ich der Älteste und Letzte dieser Hohenzollern-Generation."

"Intelligent, witzig und voller Elan"

Angela Wepper, die mit Ferfried von Hohenzollern verheiratet war und mit ihm zwei Töchter hat, trauert um ihren Schwager. "Er war ein toller Mann: intelligent, witzig und voller Elan - ich habe ihn immer bewundert!" Auch sie war als Familienmitglied, zusammen mit Ehemann Fritz Wepper, seit Freitag zu Gast auf dem Stammsitz der Familie, Schloss Sigmaringen. "Es war ein sehr emotionaler und bewegender Abschied", sagte sie.

Für Peter Prinz und Uschi Prinzessin zu ­Hohenlohe ist mit Johann Georg von Hohenzollern ein enger Freund gegangen. "Er hat im kulturellen Leben von München einen grandiosen Job geleistet. Mit seinem irrsinnigen Humor, Charme und Witz wird er uns ewig in Erinnerung bleiben!" Genauso wie den 200 anderen Trauergästen, aber auch ehemaligen Mitarbeitern und einem begeisterten Publikum, das er mit immer neuen Ideen um sich scharte - hunderttausendfach!

Leben Sie wohl, Durchlaucht!

Linda von Beck/US

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