Großes Geleit

Bewegender Abschied von Wolfgang Bierlein

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Die Trauergemeinde für Wolfgang Bierlein zieht von Maria Himmelfahrt ans Grab.

München - Er war einer der großen Männer im Münchner Society-Leben. Am Dienstag nahmen Freunde und Weggefährten Abschied von Wolfgang Bierlein.

Wenn sich die Trauergäste an ihren Freund Wolfgang Bierlein († 67) erinnern, dann fällt immer wieder der gleiche Satz: „Seine Feste waren legendär!“

Aus der ganzen Welt kamen am Dienstagmittag rund 200 Gäste an den Tegernsee in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, um Abschied zu nehmen – in dem Ort, an dem Bierlein aufgewachsen ist, in Bad Wiessee. Am Tag der Deutschen Einheit ist der leidenschaftliche Wahlmünchner Wolfgang Bierlein an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben, gegen die er fast ein Jahr lang so tapfer gekämpft hatte.

Seinen Sarg haben nun die engen Freundinnen Minki Willms und Manuela von Perfall geschmückt – voller bunter Blüten, wie das Leben des Betriebswirtschaftlers, langjährigen Tiffany-Statthalters und PR-Strategen eben war. Wolfgang Salvator Bierlein war der beste Freund vieler – ein Mensch voller Lachen und Lebensfreude, der alle Generationen und alle Schichten zwanglos zusammengeführt hat. Sein Netzwerk war legendär.

Und es hätte Wolfgang Bierlein sehr gefreut, wenn er diese Gästeliste hätte schreiben dürfen, die zu seinen letzten Ehren aufgestellt worden war: Adel, Industrielle, Unternehmer, Medienschaffende – aus allen Bereichen. Er kannte sie alle.

So ist auch die legendäre Fotografin Manni Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (95) mit Sohn Peter den weiten Weg an den See gekommen, um ihren Wolfi auf seinem letzten Weg zu begleiten: „Wir haben früher in St. Anton Partys gefeiert, die bis fünf Uhr morgens gingen, aber trotzdem sind alle in der Früh wieder auf den Skiern gestanden“, so die Fürstin zur tz.

Auch Leopold Prinz von Bayern, der mit Gattin Uschi gekommen ist, erinnert sich an lange Nightclub-Nächte: „Es macht mich sentimental, wenn ich an diese schönen Stunden zurückdenke.“

Draußen nieselt es. Drinnen sind alle Reihen gefüllt. Mit tränenerstickter Stimme schildert Wolfgang Bierleins Halbschwester ­Marina, dass sie sich keinen besseren großen Bruder hätte vorstellen können. „Auch um deinen Vater hast du dich immer liebevoll gekümmert. Wir haben uns bemüht, dich zurück ins Leben zu holen, aber es war zu spät“, so Marina in ihrer Trauerrede. Wolfgang Bierleins 93-jähriger Vater Robert Bierlein senkt traurig den Kopf.

Schauspieler Friedrich von Thun kam mit seiner Tochter Gioia.

Dann bittet der Pfarrer die Trauernden der Musik zu lauschen, die Wolfi Bierlein zuletzt im CD-Player hatte – aus einer seiner Lieblingsopern: Es ist das Vorspiel von Richard Wagners Tristan und Isolde. Die einen blicken zu Boden, wischen sich die Tränen aus den Augen, andere machen sie lieber ganz zu – in Gedanken an ihren großen Freund. Es ist ein ergreifendes Innehalten und Sich-Erinnern. So wie es auch Wolfgangs Freundin Minzi zu Hohenlohe tut: „Er hat viel gefeiert, aber dabei war er nie oberflächlich. Im Gegenteil, wenn er mit dir sprach, dann hörte er auch aufmerksam zu und ließ sich nicht ablenken.“

Franz Prinz von Auers­perg hat Wolfgang Bierlein sogar sein Lebensglück zu verdanken. „Er war unser Trauzeuge vor 38 Jahren, und wir sind immer noch glücklich. Da kenne ich nicht viele Paare, bei denen das so ist.“

Auch Uta Freifrau von Dalwigk ist eine alte Freundin: „Mit 17 haben wir uns in der Tanzschule kennengelernt. Er hatte immer die hübschesten Mädchen an seiner Seite.“

Nach einer Fuß-OP muss Angela ­Wepper im Rollstuhl ­sitzen – Ehemann Fritz trägt die ­Krücken, Schauspieler Bernd Herzsprung schiebt ­kräftig an.

Schauspieler Bernd Herzsprung sieht trotz aller Traurigkeit der Realität ins Auge: „Irgendwann muss jeder gehen. Der eine früher, der andere später ...“ Er hilft Angela Wepper im Rollstuhl den steilen Weg zum Grab hinauf. Sie hatte gerade erst eine Fuß-OP hinter sich gebracht. „Aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, die Reha zu unterbrechen und ein letztes Adieu zu sagen“, sagt die Frau von Fritz Wepper, der sich ebenfalls verabschiedete.

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe fasst schließlich den Tag, der beim Leichenschmaus im Freihaus Brenner endete, mit den Worten zusammen: „Viele Freunde haben tränenreich Abschied genommen.“

Auch unter den ­Trauernden: Salonnier ­Albrecht von Weech, Königliche Hoheit Franz ­Herzog von Bayern, Dr. Bärbel Bagusat, Schauspieler Friedrich von Thun, ­Societylady ­Marina Meggle, Dr. Dominik Pförringer, Wolfis Geschäftspartnerin ­Charlotte Gräfin von ­Oeynhausen, Verleger Dr. ­Michael Fleissner, Eric Droemer, Dorotheum-Chef Franz von Rassler, Unternehmer Claus Meisner sowie Prof. Werner Sack.

Sandra Brockötter, Linda von Beck

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