„Er hat mit dem Herzen gelächelt!“

Bewegender Abschied von Filmkönig Kuchenreuther

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Kerzenschein, Rosenblätter, seine Orden und Preise zieren das fröhliche Foto von Steffen Kuchenreuther.

München - Der Münchner Filmkönig Steffen Kuchenreuther ist am vergangenen Sonntag gestorben. Am Freitag fand die bewegende Beerdigung auf dem Waldfriedhof statt. Zahlreiche Freunde begleiteten ihn auf seinem letzten Weg.

Selbst die Natur hüllte sich an diesem Tag in weißes Schweigen. Der Himmel über dem Münchner Waldfriedhof schickte am Freitagmittag zarte Schneeflocken, als Steffen Kuchenreuther auf seinem letzten Weg geleitet wurde. Und keiner wollte ihn alleine gehen lassen. In den schier endlosen Trauerzug von der Aussegnungshalle im Neuen Teil bis zum offenen Grab reihten sich immer mehr Freunde und Filmkollegen ein. Still, feierlich und voller Anteilnahme trug jeder seine persönliche Erinnerung an Steffen im Herzen. Ehefrau Soo Leng kniete als erste vor dem offenen, mit Rosenblättern ausgelegten Grab: Es ist der endgültige Abschied von ihrer großen Liebe, ein Abschied, der viel zu früh gekommen ist.

Am vergangenen Sonntag ist Steffen Kuchenreuther mit 65 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Kuchenreuther war unter anderem Kinobesitzer, Produzent, Förderer des deutschen Films, Präsident der Spitzenorganisation der Deutschen Filmwirtschaft (SPIO), Filmball-Organisator, „doch vor allem war er ein wunderbarer Mensch, den ich nie vergessen werde“, sagte Edmund Stoiber in seiner so persönlichen wie ergreifenden Trauerrede. Immer wieder kämpfte er mit den Worten die Tränen nieder. Er hat einen seiner engsten Freunde verloren und „die Filmwelt einen Cineasten, einen Künstler, ein Multitalent. Einen Mann, der alle Stars kannte, aber selbst keine Starallüren hatte“, so Stoiber. „Wir verneigen uns vor seinem großen Lebenswerk.“

Die letzte Ehre erweisen – dieser Spruch wurde an diesem unwirklichen Freitag lebendig. Denn gleich sechs Freunde und Mitstreiter für den Film sprachen der Trauergemeinde aus dem Herzen. Kulturstaatsminister Bernd Naumann erinnerte Kuchenreuthers „geradlinige, faire, offene Art“ bei Diskussionen um Fördergelder, Medienminister Thomas Kreuzer an Kuchenreuthers Liebe und Engagement für den Filmball, und Berlinale-Chef Dieter Kosslick erinnerte sich noch gut, wie aus dem Norddeutschen Kosslick und dem Bayer Kuchenreuther eine enge Freundschaft wurde; Central-Film-Verleih-Chef Peter Sundarp bewunderte Kuchenreuther für sein klagloses Annehmen seines schweren Schicksales und FFF-Geschäftsführer Prof. Dr. Klaus Schaefer kannte auch den Familienmenschen Kuchenreuther gut, der liebend gerne feierte und das Leben in vollen Zügen genoss.

Doch eines betonten alle in ihren Reden immer wieder: Die zutiefst menschliche Seite ihres Freundes. Sein Einfühlungsvermögen, seine Hilfsbereitschaft, seine Warmherzigkeit. Oder, wie Stoiber es wunderbar formulierte: „Steffen hat mit dem Herzen gelächelt.“ Und vielleicht hat Steffen Kuchenreuther ja schon von oben zugesehen und sich gefreut, dass seine geliebten Filmfoniker, bei denen er selbst mit Leidenschaft Akkordeon spielte, ihn musikalisch mit drei wunderbaren Filmmelodien aus „Schindler’s Liste“, „War Child“ und „Forrest Gump“ von der Welt verabschiedeten.

Unter der Trauergemeinde waren: Ehefrau Soo Leng standen Sohn Jeremy, Kuchenreuthers Mutter Ingeborg und Bruder Thomas Kuchenreuther zur Seite. Aschied nahmen: Schauspielerin Veronica Ferres (kam mit einer gelben Rose), Sony-Chef Martin Bachmann („Steffen hat alle mit der gleichen Liebenswürdigkeit behandelt, ob Chef oder kleiner Angestellter“), Schauspieler Alexander Held (ihn und Steffen verband die gemeinsame Fußball-Leidenschaft), Constantin- Boss Martin Moszkowicz, Bavaria-Boss Matthias Esche, Produzent Peter Zenk, Elisabeth Wicki- Endriss, Ralph Siegel mit Ehefrau Kriemhild, Ex-TV-Ärztin Antje-Katrin Kühnemann, Birgit Bergen.

Leider konnte Filmproduzentin Susanne Porsche, eine enge Freundin der Familie, aus Krankheitsgründen nicht teilnehmen. Auch Karin Stoiber blieb nach ihrer Hüftoperation zuhause.

Maria Zsolnay/Ulrike Schmidt

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