Resi-Star

Beglau: Auszeichnung als Schauspielerin des Jahres

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Bibiana Beglau.

München - Endlich hat Bibiana Beglau, unser Ensemblemitglied am Residenztheater, eine hohe Bühnen-Auszeichnung erhalten!

Zwei bayerische Ausdrücke, die auf eine Meldung von Donnerstag Nachmittag passen: „Da legst di nieder!“ als Ausdruck der Freude. Und: „Zeit is worn!“ als leise Kritik an die gehörige Verspätung, denn:

Endlich hat Bibiana Beglau, unser Ensemblemitglied am Residenztheater, eine hohe Bühnen-Auszeichnung erhalten! Sie wurde jetzt von den Kritikern der Fachzeitschrift Theater heute zur Schauspielerin des Jahres gekürt – für ihre Rolle des Baradmu in Frank Castorfs Inszenierung von Reise ans Ende der Nacht am Bayerischen Staatsschauspiel. Zeit is worn …

Die Beglau, Jahrgang 1971, kam mit Martin Kušej ans Resi – und hat hier in Kasimir und Karoline ebenso brilliert wie als Petra von Kant oder als Mephisto im Faust, den der Hausherr inszenierte. Den tz-Rosenstrauß erhielt sie vor zwei Jahren. Kušej gratuliert der Braunschweigerin: „Das Erste, was man wahrnimmt, wenn man Bibiana Beglau spielen sieht, ist die außergewöhnliche Körperlichkeit, in der diese Klugheit und Sensibilität steckt und aus der die Unruhe ständig herauszubrechen, sich herauszuwinden scheint. Der schnelle Wechsel der Geschlechter, das Nichtfest­legbare, das Spiel mit den Grenzen: Das liegt ihr.“

Dieses Spiel allerdings ist exakt kalkuliert: „Ich weiß haargenau, was meine Schulterblätter da treiben“, sagte Beglau mal im tz-Interview. Dass sie zu einer der wichtigsten Schauspielerinnen unserer Zeit werden würde, wurde ihr so gar nicht in die Wiege gelegt: der Vater beim Bundesgrenzschutz, die Mutter Krankenschwester, die Schwester Kindergärtnerin: „Die fanden meine Ideen absurd“, erinnert sich Beglau in der tz …

Alles andere als absurd findet Martin Kušej Beglaus Ideen. Er sagt: „Sie ist dem Regisseur immer eine Mitstreiterin in der Auseinandersetzung mit dem Stoff. Ihre zuverlässige Klugheit, die Kompromisslosigkeit, das Unverbogene, Lautere, manchmal auch Laute, jedenfalls nie Unbestimmte ihres Wesens, ihre Unabhängigkeit bei absoluter Loyalität gegenüber der gemeinsamen Sache machen das Arbeiten mit ihr immer zu einem abenteuerlichen Vergnügen.“

Das Residenztheater darf sich noch über eine wei­tere Auszeichnung von Theater heute freuen: Aleksandar Denic wurde zum Bühnenbildner des Jahres gewählt. Denic hat das optische Klima für die Reise ans Ende der Nacht ebenso entworfen wie für Ku­šejs Faust-Inszenierung. In der kommenden Saison wird Denic übrigens zusammen mit Frank Castorf Brechts Baal erarbeiten und die Bühne gestalten. Premiere ist am 15. Januar 2015.

In welchen Rollen können wir Beglau in der nächsten Spielzeit am Resi sehen? Zum einen in Reise ans Ende der Nacht, dazu in Kušejs Faust und Gotschoffs Zement-Inszenierung. Im Marstall ist sie in wieder in der Titelrolle von Fassbinders Die bitteren Tränen der Petra von Kant zu erleben.

Gleich im September gibt’s dann schon die nächste Premiere: Beglau spielt in Kušejs Inszenierung von Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? die Rolle der Martha (siehe Text und großes Foto unten).

Auch wenn der erste große Theaterpreis deutlich spät kommt: „Ich sitze in Berlin, lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen und freue mich über die erste große Bühnenauszeichnung mit 43 Jahren“, sagt die Geehrte der tz am Telefon. Und jetzt geht’s zum Kurzurlaub in den Mittelmeerraum.

M.B.

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