Streit um den Marvel-Blockbuster

Wegen „Black Widow“: Hollywood-Star Scarlett Johansson verklagt Disney auf Vertragsbruch - Konzern reagiert

Scarlett Johansson als Black Widow.
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Der Film „Black Widow“ mit Scarlett Johansson führt zu erheblichen Streitigkeiten zwischen der Schauspielerin und dem Disney-Konzern.

Ein Megastar verklagt ein großes Hollywood-Studio - der Fall „Scarlett Johansson gegen Disney“ sorgt für Aufsehen. Der Schauspielerin sieht ihre Rechte verletzt.

München/Los Angeles - Es ist ein Rechtsstreit, bei dem es um Millionen von Dollars geht: Scarlett Johansson verklagt Disney. Das Studio, das Johanssons neuen „Avengers“-Film „Black Widow“ produzierte, soll sich nicht an den Vertrag gehalten haben - konkret geht es um die Streamingplattform „Disney+“.

Johansson moniert, wie das Wall Street Journal aus der Anklageschrift zitiert, dass der Film gleichzeitig auf der Plattform sowie in Kinos angelaufen sei. Weil ihr Verdienst auf den Kinoeinnahmen basiere, sieht der Hollywood-Star seine Rechte verletzt. Johansson stellte klar, dass ihr eine exklusive Filmveröffentlichung auf der Leinwand zugesichert worden sei.

Scarlett Johansson: Disney will „Einnahmen für sich behalten“

Disney aber weicht von einem exklusiven Kinoerlebnis ab. Johanssons Vorwurf: Das Studio will „die Einnahmen für sich behalten und gleichzeitig die Zahl der Abonnenten von Disney+ erhöhen“ - laut der 36-Jährigen ein Vertragsbruch. Weiter heißt es: Disney habe „den Vertrag von Frau Johansson erheblich entwertet und sich dadurch bereichern wollen.“

Der Konzern mit der Maus reagierte und bezeichnete die Vorwürfe in einer Stellungnahme als „unbegründet“. Laut Disney seien die Vertragsvorgaben genau eingehalten worden. Im Gegenteil: Man habe mit der Veröffentlichung des Films auf der hauseigenen Streamingplattform Disney+ die „Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen“ der Schauspielerin „über die bereits erhaltenen 20 Millionen Dollar hinaus deutlich erhöht“.

Disney weiter: „Die Klage ist besonders traurig und erschütternd, da sie auf herzlose Art die schrecklichen und anhaltenden globalen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie außer Acht lässt.“

„Black Widow“: An drei Kinotagen fast 160 Millionen Dollar eingespielt

„Black Widow“ ist vom Start weg ein Kassenschlager. Laut New York Times spielte der Film über die Spionin Natasha Romanoff aus dem Marvel-Universum in den ersten drei Kinotagen weltweit 158 Millionen Dollar ein. Am Startwochenende bei Disney+ spielte er außerdem 60 Millionen Dollar ein.

Disney steht mit seiner Marketingstrategie nicht alleine da. Auch das Studio Warner Bros. hatte sich wegen der Corona-Pandemie zu dem Schritt entschieden, Filme gleichzeitig per Streaming zu veröffentlichen. Eine Klage einer der bekanntesten Schauspielerinnen Hollywoods sorgt nun aber erstmals für öffentlich ausgetragene Unstimmigkeiten zwischen Künstlern und Studios wegen dieses Vorgehens. cg

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