Joachim Fuchsberger (81) spricht offen im großen tz-Interview

Blacky Fuchsberger: Bye-bye Australien!

Australien wurde seine zweite Heimat: Joachim Fuchsberger drehte für den Bayerischen Rundfunk die Dokumentations-Reihe „Terra Australis“.
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Australien wurde seine zweite Heimat: Joachim Fuchsberger drehte für den Bayerischen Rundfunk die Dokumentations-Reihe „Terra Australis“.

Ganz offen spricht der große Blacky über eine schwere Entscheidung, seine angeschlagene Gesundheit und darüber, wie er sich auf den Tod vorbereitet.

Es ist – neben seiner Frau – die große Liebe seines erfüllten Lebens: Australien, der fünfte Kontinent, ist zu Joachim Fuchsbergers (81) zweiter Heimat geworden. Seit zwei Jahren sind er und seine Gundel (74) sogar australische Staatsbürger und seit 25 Jahren haben sie dort einen Wohnsitz – zuerst auf der Insel Tasmanien, später in Sydney. Doch damit ist es jetzt vorbei: Der Schauspieler muss das Penthouse samt Möbel verkaufen. Der Grund: das Alter.

„Wir verkaufen die Wohnung“

Schweren Herzens, doch die Entscheidung ist unumstößlich: Blacky (81) und Gundula (74) Fuchsberger verkaufen ihr Penthouse im Herzen von Sydney. „Es war ein wunderschönes Appartement mit Blick auf die Harbour Bridge.“ Fuchsberger über diese Entscheidung: „Was sollen wir machen? Wir wollen in Zukunft weniger reisen. Wenn wir wieder nach Australien fahren, und davon bin ich überzeugt, dann werden wir im Hotel wohnen und uns verwöhnen lassen. Die Wohnung ist für uns zu anstrengend geworden.“

Sohn Thommy will das Penthouse nicht haben. „Er hat sein eigenes Appartement dort – und außerdem: der junge Mann wird jetzt auch schon 51 Jahre alt!“ Thommy Fuchsberger hat die Liebe zu Australien von seinem Vater geerbt. Oft stand er mit ihm gemeinsam vor der Kamera für die beliebte TV-Dokumentationsreihe Terra Australis. Darin portraitierte Fuchsberger liebevoll Menschen und Landschaften des fünften Kontinents.

„Ich dachte, jetzt ist es aus“

Es begann alles mit einem Magen-Darm-Infekt. Kein Grund, nicht zu fliegen, dachte sich der Schauspieler. Doch auf dem nicht enden wollenden Rückflug von Sydney nach München - hier noch eine Kontrolle, da noch ein Sicherheitscheck - verschlimmerte sich sein Zustand. „In Dubai gab man mir nach langem Hin und Her endlich einen Rollstuhl, denn ich konnte nicht mehr stehen, ich war zu schwach. Ich dachte schon ernsthaft, na ja, es geht zu Ende. Mit dieser Virusgeschichte habe ich insgesamt sechs Kilo abgenommen.“ Fuchsberger hat sofort die Konsequenzen gezogen: „Das war der unüberhörbare Appell meines Körpers, weniger zu reisen“.

„Ich gehe jetzt am Stock“

Den Rollstuhl konnte Blacky zwar wieder verlassen, doch jetzt braucht er eine Gehhilfe. Er scherzt: „Ich gehe jetzt am Stock. Nein, im Ernst, ich habe große Probleme mit den Füßen. Und das ist natürlich jetzt ein Teufelskreis. Denn weil es so schmerzt, bewege ich mich weniger, dadurch werden die Muskeln wiederum weniger beansprucht. Dabei muss ich oft an den großen Peter Ustinov denken. Auch er ging erst am Stock, dann kam der Rollstuhl.“

Trotz aller Einschränkungen: Der 82-jährige Blacky nimmt seine Schwäche mit Humor: „Letzte Woche bin ich hingefallen und lag wie ein Käfer auf dem Rücken – ausgerechnet vor einem Dessous-Geschäft ist mir das passiert! Die Damen kamen auch gleich heraus und haben sich rührend um mich gekümmert. Doch mir war das furchtbar peinlich.“

„Wir entdecken jetzt Bayern“

Auch der Münchner Süden kann (fast) so schön sein wie Australien. „Wir kennen zwar jeden Winkel von Down Under, aber hier in unserer Gegend zwischen Grünwald und Starnberger See entdecken wir immer noch was Neues.“

„Keine Angst vor dem Tod“

Angst vor dem Tod? „Nein, das ist für mich eine völlig normale Geschichte – nach drei Herzoperationen, unzähligen Aufenthalten auf der Intensivstation, und nach den Bombenächten als junger Soldat. Wenn ich mich nicht schon mit dem Tod beschäftigt hätte, das wäre nicht normal. Das mag zwar jetzt etwas oberflächlich klingen, doch vor dem Tod habe ich weniger Angst als vor einem Leben, das nicht lebenswert ist.“

Eine „Romy“ für Joachim Fuchsberger

Am 12.April erhält Joachim Fuchsberger in Wien den begehrten österreichischen Medienpreis „Romy“ – benannt nach der unvergessenen Romy Schneider. Blacky zur tz: „Dieser Preis freut mich sehr, denn ich war mit Romy, ihrem Bruder, überhaupt mit ihrer ganzen Familie sehr eng befreundet.“ Zusammen drehten sie 1955 den Streifen „Der letzte Mann“. Blacky erinnert sich liebevollst: „Romy war damals wie ein junges Fohlen: ausgelassen, übermütig, sprühend vor Kreativität, vor Charme, vor Lebenslust. In der Filmwelt wollte man sie jedoch ein bisschen bändigen. Doch wer konnte das? Die Wahl fiel auf mich, denn ich war verheiratet und das auch noch sehr glücklich. So konnte sich eine tiefe Freundschaft zwischen uns entwickeln.“ Die Leidenschaft, mit der Romy Schneider ihren Beruf lebte, faszinierte Fuchsberger: „Immer, wenn ich an sie denke, kommt mir der wunderschöne Song von Elton John in Erinnerung ,A Candle In The Wind’ – Romy war wie eine Kerze, die an beiden Seiten brannte, und die einem immer ein blutendes Herz entgegenbrachte. Da nimmt irgendwann die Seele schaden.“

MZ

Quelle: tz

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