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Neues vom Boss: "High Hopes"

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Auch mit 64 kann Bruce Allmächtig noch überraschen: mit einem kunterbunten Mix auf seiner neuen CD „High Hopes“. © dpa

München - Wer der Boss ist, schafft an. Insofern darf Bruce Springsteen auch im fortgeschrittenen Alter von 64 Jahren neue Wege beschreiten. Das tut er deutlich auf seiner neuen CD High Hopes.

Warum? Weil der so akribische Tüftler, der gerne über seine Alben ein Konzept oder zumindest eine Grundstimmung stülpt, diesmal ein für seine Verhältnisse recht wild wucherndes Sound-Sammelsurium präsentiert. Werden die „high hopes“ der Fans also enttäuscht?

Vielleicht die ganz hartgesottenen Verehrer. Aber auch die auf hohem Niveau. Spring-steen versammelt zwölf Songs, die in seinem musikalischen Botanikum schlummerten. Nummern der vergangenen 15 Jahre, die’s bislang nie ins Studio geschafft haben, aber live gespielt wurden. Darunter drei Cover-Versionen, etwa von Tim Scott McConnell (eben High Hopes, das mit gitarrensatter Energie die Scheibe eröffnet), oder Just Like Fire Would von Chris J. Bailey, das bei Bruce wie aus der Born In The USA-Phase klingt - mitreißend!

Apropos: Da gehört auch Down In The Hole hin, einer der stärksten Songs, der an das traurig-schöne I’m On Fire erinnert. Zum Ereignis macht diesen bunten Stilmix auch Tom Morello. Den kennen die Indie-Fans der 90er als E-Gitarristen von Rage Against The Machine, und der leistet auf High Hopes ganze Arbeit. Seine Soli auf der packenden Neu-Version von The Ghost Of Tom Joad sind allererste Sahne, erinnern teils mit vogelwildem Zwitschern und aggressivem Knattern an ein Muse-Stück. Was auch den Boss höchstselbst ordentlich zu motivieren scheint. Auf acht Tracks mischt Morello mit, immer geschmackvoll und immer mit eigener Note.

Fazit: Bruce kann immer noch überraschen, diesmal mit einer gewissen lässigen Beliebigkeit. Aber die kann ja auch ganz schön sein.

Matthias Bieber

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