Bully im tz-Interview: "Ich lache im Schlaf"

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Auch nachts ist Bully immer für einen Lacher gut

München - Fünf Kinofilme in zehn Jahren. 30 Millionen Besucher. Michael „Bully“ Herbig (41) ist der erfolgreichste ­Filmemacher Deutschlands.

Mit Erkan & Stefan hatte 1999 alles angefangen – unerwartet durchbrach der Film die Millionen-Schallmauer. Der Schuh des Manitu entwickelte sich zwei Jahre später mit 11,7 Millionen Kinobesuchern zur Supernova und die „Bullys“ (T)Raumschiff Sur­prise, Lissi und der wilde Kaiser sowie Wickie und die starken Männer wurden ebenso zu mehrfachen Millionensellern. Ein preisverdächtiger Rekord! Deshalb wird Bully kommenden Freitag nicht nur der siebte Bayerische Filmpreis verliehen, nein, am Dienstagabend wurde er mit einer Auszeichnung überrascht, die ihn in eine Reihe mit Walt Disney, Stanley Kubrick, Michael Ballhaus und Heinz Rühmann stellt: mit der Ehren-Leinwand des Hauptverbandes der deutschen Filmtheater (HDF).

In über 40 Jahren ist die goldene Ehren-Leinwand nur 19 Mal vergeben worden. Und Dienstag Abend an Bully bei der Tradeshow von Constantin Film im ­Mathäser! Vor über 1000 Kinobesitzern und Filmemachern war der völlig perplex. Bully: „Eigentlich hatte man mich hergelockt mit einer warmen Mahlzeit, und ich wollte mich einfach mal bei den Kinobesitzern bedanken – das ist jetzt ein ­Knaller!“, freute er sich und war mal kurz sprachlos, bevor er tz-Kolumnistin Ulli Schmidt ein ausführliches Interview gab:

Gratuliere! Wo kommt ‘n der Preis jetzt hin?

Bully: Ich hab noch keinen Platz ausgesucht – ich war ja nicht darauf vorbereitet.

Und wo befinden sich all die anderen Preise, können Sie die überhaupt noch zählen?

Bully: Also ich zähle sie nicht durch, aber theoretisch müssten es um die 50 sein. Sie stehen alle in unserem Haus verteilt und ab und zu staube ich sie ab.

Keiner im Keller?

Bully: Neiiin! Aber zu ­Ostern verstecke ich sie auch mal ganz gern.

Fehlt jetzt nur noch der ­Oscar ...

Bully: Ja, aber noch bin ich im falschen Genre. Doch träumen darf man nie aufhören, und so ein Ziel ist ja auch ganz legitim.

Wickie als Familienabenteuer ist ja schon ein Genrewechsel – weg von der Persiflage. Und mit fünf Millionen Kinobesuchern der Kinohit des Jahres 2009 – noch vor „Zweiohrküken“. Was kommt als nächstes?

Bully: Ich hab’ nix. Ich freue mich jetzt erst mal darauf, im neuen Helmut-Dietl-Film „Berlin Mitte“ und bei Leander Haußmann für „Hotel Lux“ die Hauptrollen zu spielen. Wenn’s klappt, dreh’ ich dazwischen noch’n Urlaubsvideo.

Nein, im Ernst. Wenn Sie jetzt alle Möglichkeiten der Welt hätten...

Bully: Man spinnt ja auch immer ein wenig rum, und nach dem ersten Genrewechsel wär’ es ja eine gute Gelegenheit, noch einen zu machen: Ich bin ja ein großer Hitchcock-Fan, und vielleicht wage ich mich mal an einen Thriller.

Und wie wär’s mit einem Katastrophenfilm?

Bully: Nach ­Emmerichs „2012“ ist das nicht mehr möglich.

Aber wie gehen Sie denn mit dem Druck um, der auf Ihnen lastet – Sie müssen sich ja ständig selbst übertreffen. Und die 11,7 Millionen-Marke schafft in Deutschland ja nicht einmal ein ­Emmerich ...

Bully: Den größten Druck hatte ich nach meinem ersten Film „Erkan & Stefan“. Dann kam „Der Schuh des Manitu“. Der Helmut Dietl sagte damals: „Ja, Bully, jetzt hast du deinen Erfolg, jetzt musst du damit leben.“ Ein Film muss auch polarisieren, wenn er konsequent gemacht ist, und dann gibt’s natürlich auch Leute, die’s furchtbar finden. Das schönste Erlebnis ist für mich, wenn ich mich in einen Kinosaal schleiche, und ich kriege die ehrliche Reaktion des Publikums mit – was manchmal auch ein bisschen wehtun kann.

Ranking: Die beliebtesten deutschen Promis im Web

Über Heidi Klum wird im Netz zwar viel getratscht, aber gut kommt die Topmodel-Mutter dabei nicht immer weg. Auch über Jens Lehmann wird im World Wide Web vor allem gelästert. Klicken Sie sich durch die Rangliste der beliebtesten deutschen Stars im Internet: © ap/dpa
Supermodel Claudia Schiffer, die Vorzeigedeutsche, belegt Rang zehn der im Internet am häufigsten diskutierten Deutschen. © ap
Der Moderator Thomas Gottschalk bekam für seine Sendung „Wetten dass“ am 26. September 2009 den Deutschen Fernsehpreis verliehen. Er hat Rang sechs der meistdiskutierten Deutschen im Web inne. © dpa
Sarah Connor, die weltweit mehr als zwölf Millionen Alben verkauft hat, landet auf Rang vier der meist diskutierten Deutschen im Web. © ap
Über Heidi Klum tratschen die Deutschen im Web am meisten: Germanys Next Topmodel und Schwangerschaft Nummer vier sei Dank. © ap
Boris Becker steht auf Rang zwei der Liste der bekanntesten und meist diskutierten Deutschen im Internet. Im Juni 2009 heiratete er Lilly Kerssenberg, kurz nachdem er und seine vorherige Verlobte Sandy Meyer-Wölden sich getrennt hatten.  © dpa
Stefan Raab hat es drauf, finden die Deutschen, und diskutieren so viel über ihn im Internet, dass er auf Rang drei der am meisten geposteten Promis landete. © ap
Til Schweiger, hier bei der Premiere seines Films „Männerherzen“ im September 2009, landete auf Rang fünf. Kein Wunder, schließlich gilt der Schaupieler als einer der wenigen deutschen Kinostars, und er feierte auch schon mehrere Erfolge als Produzent, Regisseur, Drehbuchautor. © dpa
Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist ein wahrer Exzentriker und wird von vielen einfach „König Karl“ genannt. Er belegt Platz sieben der im Internet meist diskutierten Deutschen. © dpa
Welch zweifelhafter Ruhm: Jehns Lehmann landet zwar auf Platz acht der meistdiskutierten Deutschen, doch erntet er im Web mit Abstand die meiste Kritik. Am 18. August 2009 gab Lehmann seinen Rücktritt für den Sommer 2010 bekannt.  © dpa
Monica Bleibtreu starb am 14. Mai 2009 nach einer schweren Krebserkrankung. Die Deutschen hat das sehr bewegt. Die verstorbene Schauspielerin belegte posthum Rang neun der bekanntesten Deutschen im Internet. © dpa
Der König der Herzen: Schauspieler August Diehl ist der beliebteste deutsche Star bei den Internet-Nutzern. Er ist zwar nicht der meistdiskutierte Star im Internet, doch äußern die Nutzer über ihn fast nur positives. Vielleicht liegt das auch daran, dass Diehl trotz seines Erfolgs auf dem Boden geblieben ist. Im Mai 2009 wurde er zum ersten Mal Vater. © dpa
Belegt Rang zwei der beliebtesten deutschen Promis im Web: Schauspieler Daniel Brühl. Über sich selbst sagt Brühl, der Erfolg komme ihm fast zu schnell. © dpa
Die beliebteste deutsche Frau im Internet heißt Diane Kruger. Die weltweit erfolgreiche Schauspielerin belegt Rang drei der Liste. © dpa
Jürgen Vogel ist bekannt für seine Unkompliziertheit und Natürlichkeit. Der Schauspieler ist der viertbeliebteste Deutsche im Internet. © dpa
Hannah Herzsprung ist eine wunderbare junge Schauspielerin und auch als Mensch ein Vorbild. Deshalb landete sie auf Rang fünf der beliebtesten Deutschen im Internet. © dpa
Was für eine Frau! Schauspielerin Marie Bäumer belegt Platz sechs der beliebtesten Deutschen. Auch wegen der äußerlichen Ähnlichkeit wurde Marie Bäumer von einigen Kritikern schon mit Romy Schneider verglichen. © dpa
Das Multitalent: Stefan Raab, hier bei der Verleihung der goldenen Henne im September 2009, ist nicht nur viel diskutiert. Nein, die deutschen Internetnutzer mögen ihn auch und äußern sich positiv über ihn. Er landet auf Platz sieben. © 
Barbara Becker ist die achtbeliebteste Deutsche im Internet. Sie ist wohl die berühmteste Ex-Frau Deutschlands, ihre Trennung von Boris Becker hat ihrem Ruhm nicht geschadet, vielleicht sogar genutzt. © ap
Sängerin Sarah Connor belegt Platz neun auf der Liste der deutschen Stars, über die sich die Internetnutzer meist positiv äußern. © obs/ALWAYS
Auch Schauspielerin Heike Makatsch kann sich über positive Postings freuen. Sie landete auf Rang zehn der Liste der beliebtesten deutschen Promis im Web. © dpa

Wer war denn Ihr aller­erstes Publikum?

Bully: Mit sieben oder acht Jahren waren Rollenspiele für mich das Größte; mit zehn oder zwölf habe ich mit der Videokamera angefangen, Filme zu machen. Doch ich habe das nicht großartig gezeigt, dazu war ich viel zu schüchtern.

Welches ist denn Ihr liebster Film von den fünf der vergangenen zehn Jahre?

Bully: Ich glaube, das ist wie mit Kindern, man liebt sie alle gleich, aber jedes Kind hat etwas anderes.

Was amüsiert Ihre Frau Daniela am meisten an Ihnen?

Bully: Wenn ich im Schlaf lache! Ja, ich lache manchmal im Schlaf und bin auch schon selbst davon aufgewacht.

Viel Privates erzählen Sie ja nicht von sich – warum dürfen wir nur den öffentlichen Bully erleben? Weil der private Bully den öffentlichen ent­zaubern würde?

Bully: Ich will nicht mit meinem Privatleben unterhalten, das gehört nicht zu meinem Job. Das Privatleben ist wie eine Aufladestation. Ich gehe auch nicht besonders gern auf Filmbälle oder Preisverleihungen. Ich sitze lieber mit meiner Frau auf der Couch und schau mir das im Fernsehen an.

In der Mittwochsausgabe der Abendzeitung wurde über Ihr kühles Verhältnis zu Ihrem Vater berichtet; dass er nach einer Darm-Operation im Krankenhaus liegt und Sie einen Besuch strikt abgelehnt hätten – was sagen Sie dazu?

Bully: Glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht.

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