Chris Howland ist tot

Bye, bye, Mister Pumpernickel!

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Chris Howland

Köln - Chris Howland ist tot. Nur wenige haben das deutsche Radio und Fernsehen der Nachkriegszeit so stark geprägt wie der Engländer mit dem umwerfenden Charme.

Bis zum Schluss ging er seiner größten Leidenschaft nach: dem Radio. „Hier ist Chris Howland oder wenn Sie wollen Heinrich Pumpernickel. Und jetzt hören Sie Spielereien mit Schallplatten“, meldete sich der Entertainer bis vor Kurzem aus dem WDR. Am Samstag starb der 85-Jährige in Rösrath bei Köln.

Nur wenige haben das deutsche Radio und Fernsehen der Nachkriegszeit so stark geprägt wie der Engländer mit dem umwerfenden Charme. Nach dem Krieg war er von London nach Deutschland gekommen, um im besetzten Hamburg britische Soldaten zu unterhalten. Bald schon aber entdeckte ihn das deutsche Publikum und so wechselte er zum damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), um den Hörern etwas völlig Neues zu präsentieren: Hits aus Übersee.

„Keine leichte Zeit“, erinnerte sich Howland einst im Interview. „Ich habe die deutschen Moderationstexte in Lautschrift übersetzt, dadurch entstand mein lustiger Dialekt.“ Auch nach Jahrzehnten war sein bewusst oder unbewusst radebrechendes Deutsch sein Markenzeichen. Eines, dass auch in zahlreichen Unterhaltungsfilmen für amüsante Szenen sorgte. Das Kinopublikum der 60er Jahre kannte ihn aus Edgar-Wallace- und Karl-May-Filmen, wo er stets in der Rolle des komischen Engländers auftrat.

Sein komödiantisches Talent brachte Howland auch den unvergessenen Spitznamen Mr. Pumpernickel ein. „Ich wollte in meiner Radiosendung einen muffeligen Techniker beim WDR zum Lachen bringen und stellte mich als Heinrich Pumpernickel vor“, erinnerte sich der Entertainer noch vor wenigen Monaten schmunzelnd. „Der Mann hat nicht gelacht, aber es haben unzählige Hörer geschrieben und sich amüsiert.“

Das Publikum zu unterhalten war Chris Howland immer am wichtigsten. Kein Wunder, dass er mit der Versteckten Kamera im Fernsehen große Erfolge feierte – bis der damalige Vize-Kanzler Erich Mende 1963 dafür sorgte, dass die Sendung eingestellt wurde. Mende fand, dass die Streiche die Privatsphäre verletzten. Später entschuldigte sich der Politiker für diese Einschätzung und erklärte, Howland sei seiner Zeit einfach voraus gewesen.

„Der Begriff Legende wird oft und viel zu häufig benutzt, doch Chris Howland war wirklich eine“, sagt WDR-Intendant Tom Buhrow in einem Nachruf des Senders. Sein Charme, sein Humor und seine große Leidenschaft als Entertainer hinterlassen eine Lücke in der deutschen Medienlandschaft. Bye, bye, Mr. Pumpernickel.

aki/dpa

Stationen seiner Karriere

Was für eine Nachkriegkarriere! Ein junger Londoner kommt ohne Sprachkenntnisse in das besetzte Deutschland – und wird zu einem der beliebtesten Entertainer. Die größten Erfolge hatte Chris Howland in den 1960er Jahren – mit der Schlagershow ­Musik aus Studio B, der Versteckte-Kamera-Sendung Vorsicht Kamera und mit Rollen wie in der Karl-May-Verfilmung Im Reiche des Silbernen Löwen. Die Bühne betrat Howland auf Drängen von Heinz Erhardt, den er selbst als seinen „Ersatzvater“ bezeichnete. Er nahm mehrere Platten auf und landete den Hit Das hab ich in Paris gelernt. In den 80er Jahren feierte er nach einer Krise sein Comeback mit der ARD-Retroshow Souvenirs, Souvenirs. Noch 2007 spielte er einen Butler in der Edgar-Wallace-Parodie Neues vom Wixxer.

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