Dr. Luitpold Maier starb in ihren Armen

Carolin Reiber: Liebe bis zur letzten Sekunde

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Über und über mit Rosen bedeckt ist das Familiengrab auf dem Waldfriedhof. Hier wurde Dr. Luitpold Maier am Donnerstag beigesetzt. Auf dem Grabstein (l.) sind die Namen von Carolin Reibers Großeltern und Eltern zu lesen

München - Es war Sonntagfrüh um acht, als Dr. Luitpold Maier († 83) in den Armen seiner Frau Carolin ­Reiber die Augen schloss und sich auf den Weg in die Ewigkeit machte.

Von seinem geliebten Zuhause in Grünwald aus, wo die Raben im Garten handzahm sind und jeden Tag auf ihren Freund gewartet haben. In den letzten Monaten meistens vergeblich.

Dr. Luitpold Maier hatte sich von einer lebensgefährlichen Aneurysma-Operation an der Aorta vor gut drei Jahren nicht mehr richtig erholt. In den letzten Monaten haben den ehemaligen Leichtathleten im Fünfkampf und Unternehmensberater seine Kräfte dann gänzlich verlassen, eine Lungenentzündung führte zum Herzversagen. Bis dahin hat ihn seine Frau Carolin über ein halbes Jahr und bis zur letzten Sekunde daheim gepflegt – er sollte nicht im Krankenhaus sterben, sondern dort, wo sein Herz war – die Familie.

Die Fernsehmoderatorin hat diesen Liebesdienst stillschweigend geleistet. Niemand wusste, wie besorgniserregend es um ihren Mann stand – sie trug die Last einzig mit ihrer Familie. Carolin Reiber strahlte bei ihren Moderationen für die Bayerntour in die Kamera, auch wenn ihr Herz steinschwer war. Genauso wie ihren Mann hätte sie auch das BR-Team und den Sender niemals in Stich gelassen.

Als am Sonntag vor einer Woche der Tod an die Tür klopfte, hat sie die Trauer auch ganz allein mit ihrer Familie getragen – Dr. Luitpold Maier ist inzwischen bereits auf dem Waldfriedhof beerdigt. Ein Herz aus blutroten Rosen erzählt von einer großen, großen Liebe, die 55 Jahre die Welt erlebte, aber für immer währt. „Dafür war ich dankbar, als er die Augen zugemacht hat“, sagt Carolin Reiber. „Und dass er zu Hause einschlafen konnte – das würde sich jeder wünschen.“ Und: „Er kam an einem Sonntag auf die Welt, hatte sein Leben lang an einem Sonntag Geburtstag und ging an einem Sonntag von dieser Welt.“

Im alten Grab der Konditorenfamilie Kustermann und Reiber fand er seine letzte Ruhe, begleitet von der Familie. Und nicht ohne dass ihm noch seine Lieblingsmusik gespielt worden wäre: von Johnny Cash I walk the line und von Franz Liszt Der Liebestraum.

Ja, es war ein Liebestraum zwischen Carolin und Poldi, der im Fasching begann. Es war der erste Ball der damals 17-Jährigen überhaupt – von der Illustrierten Quick im Haus der Kunst –, als sich die beiden begegneten, das Blumenmädchen und der fesche Cowboy. „Nach einer halben Stunde wusste er, dass er mich heiraten will“, erinnert sich Carolin. „Bei mir ging es nicht ganz so schnell.“ Er war ja auch fast zehn Jahre älter. Und während Carolin eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin für Spanisch und Englisch absolvierte, war ihr Poldi schon berühmt – als Deutscher Meister im Fünfkampf (1955). Er schaffte 88,30 Meter im Speerwerfen. „Poldi hatte weit vor mir schon eine Autogrammkarte“, freut sich Carolin in Gedanken an ihren Mann, dem sie 1962 in München das Eheversprechen gab – in guten und in schlechten Tagen, auf ewig.

Es waren viele gute Tage. Der promovierte Diplom-Kaufmann machte Karriere als Unternehmensberater und war weltweit tätig. Wann immer es ging, hat er seine Frau in der Öffentlichkeit begleitet. Mit Stolz, so ein schönes Wesen an der Seite zu haben. Die stille Verehrung füreinander – auch die ist, wie die Liebe, bis zum letzten Atemzug geblieben. Deshalb hat Carolin Reiber ihren Mann auch selbst für den letzten Weg vorbereitet, ihn angezogen und ihm die Hände gefaltet: „Auf einmal kann man alles.“

2012 feierte das Paar Goldene Hochzeit. Die schlechten Tage wurden wegen Poldis Gesundheitszustand mehr. Carolin Reiber hat es sich nie anmerken lassen. Ihre Maxime war immer: „Die Freude teilt man gern, den Kummer nicht.“

Die Freude – das waren und sind die Kinder, die Söhne Marcus ­Luitpold und Luitpold Maximilian, die ihren Vater Dr. Luitpold Maier im Namen tragen. Dazu vier Enkelkinder, die Carolin Reiber viel Freude machen. Sie sagt: „Es ist ein Abschied. Aber man muss dankbar sein, dass wir uns so lange haben durften.“

Ulrike Schmidt

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