Christiansens Debakel

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Sabine Christiansen will supermodern sein - zuviel gewollt.

Hamburg - Es war und ist ein Experiment: die neue Politsendung von Sabine Christiansen (51). Selbst die Macher hatten im Vorfeld Zweifel, ob dieses Experiment gelingt.

 Dass aber Christiansens Comebeback zu solch einem Debakel wird – das übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Ihre Wahl! heißt die neue Sat.1-Sendung, am vergangenne Sonntag war Premiere. Als Hauptgast war Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gekommen, irgendwann ließ man auch Oskar Lafontaine ins Studio. Klingt nach gewöhn­lichem Polittalk, ist es jedoch nicht.

Denn im Gegensatz zur ARD -Sendung, die Christiansen 2007 an Anne Will abgab, ist ihre neue Sendung interaktiv. Die Zuschauer sollen mitmischen. Per E-Mail , SMS , Twitter, man ist schließlich modern. Tatsächlich schickten fast 2000 Zuschauer Mails oder Feeds mit Fragen und Kommentaren an den Wirtschaftsminister. Allerdings: Auch die Gesamtzahl der Zuschauer bewegt sich im Tausenderbereich. Gerade mal 830 000 Menschen wollten Ihre Wahl! sehen! Der Marktanteil lag bei 4 Prozent!

Weil Sat.1 die Christiansen-Sendung überschneidend mit Anne Will programmierte, muss ein Quotenvergleich gestattet sein: Die ARD-Talkerin erreichte mit ihrer soliden Sendung über den Afghanistan-Einsatz 3,29 Millionen Zuschauer, macht einen Marktanteil von 12,8 Prozent. Immerhin nimmt’s Christiansen mit Humor: „Wir hätten uns eine 6 vor dem Komma bei den Quoten gewünscht. Das hat nicht ganz gereicht. Politik ist auf Sat.1 wieder eine neue Programmfarbe und muss dort erst vom Zuschauer angenommen werden.“

Aber wie denn? Die Sendung ist viel zu konfus. Nichts zu sehen von Christiansens Vorsatz, ihre Gäste „in die Zange zu nehmen“. Im Gegenteil: Immer wenn Guttenberg mal angreifbar wurde, läutete die nächste Zuschauerfrage ein neues Thema ein. Weitere Reaktionen erschienen (mitsamt den Rechtschreibfehlern) in Laufbändern, was zusätzlich verwirrte. Aber haben wir nicht wen vergessen? Richtig, den Ko-Moderator Stefan Aust! Ist aber auch kein Wunder, der ehemalige Spiegel-Chefredakteur kam ja kaum zu Wort. Vielleicht am nächsten Sonntag. Vier Mal soll es Ihre Wahl! noch geben. Anne Will ist die bessere Wahl.

IW.

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