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„Ich bete für sie“

Christine Kaufmann im Koma: Das sagt ihr Bruder Hans-Günther

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Hans-Günther Kaufmann (73) und  seine Schwester Christine Kaufmann (72).

München - Die große Schauspielerin Christine Kaufmann (72) liegt im Koma. Ihr Bruder Hans-Günther (73) wacht an ihrem Bett. In der tz spricht er über ihren Zustand.

Update vom 28. März 2017: Die Rolle der Olga in "Monaco Franze" gehört zu den großen TV-Erfolgen von Christine Kaufmann. In der tz spricht nun Kollegin Ruth Maria Kubitschek über ihre Kollegin. Bei uns lesen Sie, was das "Spatzl" aus Monaco Franze zum Tod von Christine Kaufmann sagt.

Update vom 28. März 2017: Die Münchner Schauspiel-Legende ist tot. Sie starb in der Nacht auf Dienstag in einem Münchner Klinikum. Wir bringen einen Nachruf auf Christine Kaufmann.

„Ihr Leben liegt jetzt in Gottes Hand“, sagt Hans-Günther Kaufmann (73) über seine Schwester Christine Kaufmann (72) zur tz. Der Filmemacher und Kunstfotograf wacht an ihrem Krankenbett genauso wie Christine Kaufmanns Töchter Allegra (50) und ­Alexandra (52). Seit über einer Woche liegt die Schauspielerin im künstlichen Koma in einer Münchner Klinik, nachdem sie in ihrer Schwabinger Wohnung zusammengebrochen war. Schon an dem Freitag vor einer Woche rangen die Ärzte um ihr Leben und tun es weiter. Diagnose: Blutkrebs.

Christine Kaufmann hat wohl von ihrer Krankheit gewusst, diese Last aber weitgehend allein getragen; vielleicht auch verdrängt, weil es so viel zu tun gab. Es ging ihr schon seit Wochen nicht mehr gut – eine Lungenentzündung hatte ihr Anfang des Jahres sehr zugesetzt. „Christine war sehr erschöpft und mit den Kräften am Ende“, berichtet ihr Bruder, der tief traurig und erschüttert ist und mit Gebeten um das Beste für seine Schwester bittet. „Auf ein Wunder kann man immer hoffen.“ Seit dem Notarzt-Einsatz war Christine Kaufmann nicht mehr ansprechbar, „aber ihre Seele nimmt auf, dass wir alle bei ihr sind“.

Der große Bruder und seine kleine Schwester waren sich immer sehr nah, kein Ruhm und keine noch so einseitige Eltern­liebe konnten ihrer Geschwisterliebe etwas anhaben. Die beiden haben dasselbe Lächeln, die selbe Herzenswärme, den Hang zum Perfektionismus und das „maß­lose Kraftpotenzial“. Und: Sie haben gemeinsam alle Höhen und Tiefen durchlebt – zwischen München und Hollywood.

Seit 60 Jahren fotografiert Hans-Günther Kaufmann seine Schwester Christine, die für ihn als junge Frau „ein Wesen nicht ganz von dieser Welt“ war, bis sie ihre Identität als Mutter gefunden hatte und das geistige Wesen immer mehr in den Vordergrund trat.

Christine Kaufmanns Bruder: „Sie ist Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte“

Sie ist eine Legende – auch für den Bruder. „Ihre wahre Bedeutung wird man erst noch erkennen – Christine ist Bestandteil des kollektiven Bewusstseins, Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte.“

Mit neun Jahren war sie das Rosen-Resli; mit 17 wurde sie zum Weltstar an der Seite von Kirk ­Douglas, als der Film Stadt ohne ­Mitleid mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, und mit 18 Jahren heiratete Christine Kaufmann Tony Curtis. „Da, wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten“, sagt der 14 Monate ältere Bruder, der die Tränen und Nöte seiner Schwester wie niemand sonst kennt. „So glamourös es war, so tragisch war es auch, mit 17 ein Kinderstar zu sein. Ich hätte ihr gewünscht, dass sie noch einmal ein bürgerliches Leben gefunden hätte – aber davon war sie schon zu weit weg.“

Auch Hans-Günther kennt die Welt des schönen Scheins – als Modefotograf, der er in jungen Jahren war. Er ließ die schönsten Mädchen der Welt an den traumhaftesten Stränden der Welt vor seiner Linse tanzen, bis er den bloßen schönen Schein nicht mehr ertragen konnte und fortan seinen Blick lieber auf die Seele der Menschen und die Natur richtete. Alt-Abt Odilo ­Lechner von der Benediktinerabtei St. Bonifaz half ihm dabei.

Seine Schwester Christine blieb trotz ihrer eigentlichen Tiefe der äußerlichen Schönheit treu. Sie posierte als „schönste Großmutter Deutschlands“ nackt für den Playboy, sie schrieb ­Bücher, sie verkaufte Kosmetik- und Wellnessprodukte und verdiente mit immer neuen Ideen ihr Geld, um auch ihre alleinerziehende Tochter Allegra und ihren Enkel Raphael (14) zu unterstützen, für den sie wie eine zweite Mutter ist.

Christine Kaufmann hat ein großes Herz. Manchmal stand es viel zu sperrangelweit offen für jene, die lieber nehmen als geben. Vier Ehen sind am Ende gescheitert (mit Tony Curtis, dem Regisseur Achim Lenz, dem Musiker und Schauspieler Reno Eckstein und zuletzt mit dem Zeichner Klaus Zey, dem sie aber noch freundschaftlich verbunden ist).

Nur der Sehnsucht nach Anerkennung ist Christine Kaufmann auf Dauer treu geblieben. „Das ist, wie wenn du auf einen sehr, sehr hohen Berg gehst und dich von dem weiten Blick in die Ferne faszinieren lässt“, erklärt Hans-Günther Kaufmann. „Und wenn du dann abstürzt, fällst du tief und alle gesunden Maßstäbe gehen verloren.“

Kein Familienmitglied will sich jetzt mehr zum aktuellen Zustand von Christine Kaufmann äußern, alles soll fortan ohne Öffentlichkeit geschehen. „Sie hat Rummel genug gehabt in ihrem Leben.“ Jetzt soll Christine Kaufmann ihre Ruhe haben, ihren Frieden und ihre Seligkeit – welchen Weg auch immer sie gehen wird.

Es steht nicht gut um sie. Aber sie hat auch eine unbändige Stärke. „Auf ein Wunder darf man immer hoffen“, sagt ihr Bruder und zündet eine Kerze nach der anderen an.

Christine Kaufmann im Koma: Auch Kirk Douglas steht Filmpartnerin bei

1961 eroberte Christine Kaufmann (72) im Film Stadt ohne Mitleid an der Seite von Kirk Douglas (100) Hollywood. Jetzt sorgt sich Douglas um seine damalige Filmpartnerin. „Das tut mir unendlich leid. Meine Gebete und Gedanken gehen an Christine und ihre Familie. Ich schicke all meine positiven Gedanken und meine positive Energie nach München“, sagt er der Bild am Sonntag. An seine alte Weggefährtin erinnert sich Douglas gerne: „Sie ist eine der charmantesten und liebevollsten Frauen, die ich jemals kennenlernen durfte. Und eine Kämpferin. Auch deshalb bin ich hoffnungsvoll, dass sie diesen ganz offensichtlich härtesten Kampf durchsteht“, sagt er in seiner Botschaft, die er aus den USA sendete. Sie solle auf keinen Fall aufgeben, appelliert er an seine kranke Kollegin: ­„Christine, kämpfe weiter!”

tz Stichwort: Leukämie - Unter dieser Krankheit leidet Christine Kaufmann

Leukämie (umgangssprachlich Blutkrebs) heißt so viel wie „weißes Blut“. Betroffen ist das blutbildende System im Knochenmark. Der Körper produziert übermäßig viele weiße Blutkörperchen, die aber nicht funktionsfähig sind. Heißt: Die weißen Blutkörperchen, die normalerweise für das Abwehren von Krankheiten zuständig sind, können ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen. Außerdem verdrängen sie Sauerstoff transportierende rote Blutkörperchen und Blutungen stillende Blutplättchen. Man unterscheidet zwischen chronischer und akuter Leukämie – je nachdem, wie aggressiv die Krankheit verläuft.

Ulrike Schmidt

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