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Wurst: "Bin eine Frau mit Bart oder ein schwuler Mann"

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Von: Maria Zsolnay

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Conchita Wurst.
Conchita Wurst. © Weißfuß

München - Mann oder Frau? Oder beides? Oder egal? Keiner (oder keine?) hat die festgelegten Geschlechterrollen so wunderbar auf die Schippe genommen wie Conchita Wurst.

Update vom 13. Februar 2017: Als Conchita Wurst hat Tom Neuwirth seine Ziele erreicht. Nun braucht der die Dragqueen nicht mehr, sagte er in einem Interview. Deswegen will Neuwirth Conchita begraben und wieder ein Mann werden

Update vom 21. Mai 2015: "Rise like a Phoenix" hießt das Lied, mit dem Conchita Wurst sich vergangenes Jahr den Sieg beim Eurovision Song Contest geholt hat. Auch diesmal ist sie wieder dabei: Die Dragqueen wird sich aus dem Green Room melden. Was Sie dafür über ESC-Entdeckung Conchita Wurst wissen müssen, das lesen Sie hier.

Update 1 vom 19. Mai 2015: Der Eurovision Song Contest ist mit etwa 200 Millionen Fernsehzuschauern die größte Musikshow Europas. Das Finale des 60. ESC steigt am Samstag (23. Mai) in der Wiener Stadthalle. Wir halten Sie schon jetzt mit allen News und Gerüchten zum ESC 2015 auf dem Laufenden - in unserem Ticker.

Update 2 vom 19. Mai 2015: Noch gibt es Karten für das ESC-Finale am Samstag in Wien. Sie werden bis zum Wochenende häppchenweise herausgegeben. Wem Wien zu weit weg oder die Karten zu teuer sind, der kann es sich auch vor dem heimischen Fernseher gemütlich machen. In unserer TV-Übersicht zum ESC können Sie sich informieren, was wann wo übertragen wird.

Update vom 18. Mai 2015: "Brücken bauen" lautet das Motto des Eurovision Song Contest 2015 (ESC). Das wollen auch die Teilnehmer aus Polen und Finnland. Für sie geht es nämlich in Wien um weitaus mehr als nur den Sieg. Sie wollen Brücken bauen, so wie auch das Motto des ESC lautet.

Mit Bart und Abendkleid gewann sie den Eurovision Song Contest und brachte so ihre Botschaft in die Welt: Toleranz gegenüber jeder sexuellen Gesinnung. „Ich bin eine Frau mit Bart oder ein schwuler Mann, du kannst es dir aussuchen“, sagt Wurst alias Tom Neuwirth am Freitag im Künstlerhaus am Lenbachplatz der tz-Kolumnistin.

Er ist eine Dragqueen. und verkörpert „Glanz und Glamour“. Wurst ist an diesem Abend natürlich die schillernste Figur, die über den roten Teppich schreitet – mit eng anliegendem Cocktailkleid, High Heels – und Wimpern, die jede Frau an diesem ersten lauen Frühlingsabend vor Neid erblassen lassen.

Deshalb kommt Schauspielerin Cornelia Corba gleich als Mann. Mit Zylinder! „Dass ist sehr lustig. Ich bin auf dem Weg hierher mehrmals angeschaut, aber nie angesprochen worden.“ Ihre Camouflage ist so perfekt, dass sie nicht einmal von Christine Neubauer und Sonja Kirchberger erkannt wird, als die ihr direkt gegenüber stehen!. „Eine ungewöhnliche Erfahrung“, gesteht Corba lächelnd “

Ein Mann, der noch mit 70 seine neue sexuelle Identität entdeckt, ist der amerikanische Golden-Globe-Gewinner Jeffrey Tambor – allerdings nur vor der Kamera. Er spielt die Hauptfigur in der neuen Amazon-Online-Serie Transparent, in der er vom männlichen Familienoberhaupt Mort zu Maura, eben zur Frau, wird.

Zum Deutschland-Start am Freitag flog Tambor extra nach München. „Das ist die Rolle meines Lebens“, schwärmt er. „Sie ist toll und ehrlich geschrieben.“ Erst später habe er gemerkt, dass er mit der Rolle auch eine große Verantwortung für die Transgender-Gemeinde übernommen hat.

Denn das Leben als Transexuelle ist oft ein Spießrutenlaufen zwischen Vorurteilen und Missverständnissen. Julia Prillwitz kennt sich da aus. Sie schrieb schließlich das Buch Mein Leben zwischen den Geschlechtern. Ihr Credo: „Ich möchte als Mensch akzeptiert werden.“ Zur neuen Serie meint sie: „Es ist doch schade, dass ein Mann erst so spät den Mut hat, zu seinem wahren Geschlecht zu stehen. Schlimm, dass die Gesellschaft da noch immer nicht weiter ist.“

Dem kann sich Schauspieler Sky du Mont nur anschließen, er findet es unglaublich, dass sich auch immer noch viele Homosexuelle verstecken müssen. „Egal ob beim Fußball oder in der Filmbranche.“

Mit dabei waren u. a.: Gedeon Burkhard (dreht gerade einen Nazifilm in Prag), Papis Loveday (mit witziger Nest-Frisur, obwohl Ostern doch schon vorbei ist), Joseph Vilsmaier, Eva-Maria Reichert, Rufus Beck und Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes.

Maria Zsolnay

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