Constantin-Vorstand: „Mein Freund Bernd starb mitten im Satz!“

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Braungebranntes Gesicht, stahlblaue Augen und dieses besondere Lächeln – so wird Bernd Eichinger uns in Erinnerung bleiben.

München - Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz war mit Bernd Eichinger befreundet. Er war am Abend seines plötzlichen Herzstillstandes mit ihm zusammen. Im Interview spricht er über den Abschied.

Mit schwerem Gepäck landete Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz (52) am Donnerstagabend auf dem Münchner Flughafen. Er saß mit am Tisch beim Nobel-Italiener Cecconi’s in der Melrose Avenue in West Hollywood, als das Herz von Filmkönig Bernd Eichinger († 61) stehen blieb. Einfach so, mitten im Satz. Ohne zu zaudern. Eben wie die ­Legende schon im Leben war: ganz klar – entschieden und unbedingt. Ein Arzt vom Nebentisch leistete sofort Erste Hilfe; die Sanitäter waren in nur drei Minuten da; das nur wenige Hundert Meter entfernte berühmte Cedars Sinai Medical Center war auf den Patienten vorbereitet – und doch konnte nichts und niemand mehr dieses Ende aufhalten. Im Interview mit der tz spricht ­Martin Moszkowicz über das was war und wie er den ­Abschied seines Freundes Bernd Eichinger vorbereitet.

Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben

Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Deutschlands Star-Produzent Bernd Eichinger ist tot. Er starb im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt in Los Angeles. Sehen Sie hier Bilder aus seinem Leben: © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
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Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben: Der Film "Baader-Meinhof-Komplex" © dpa
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Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben: Der Film "Der Untergang" © dpa
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Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben: Der Film "Das Parfüm" © dpa
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Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
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Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa

Herr Moszkowicz, ge­statten Sie die Frage, wie es Ihnen geht?

Martin Moszkowicz: Es steht so viel an, dass man sich in den Sog einreihen muss, den die ­Ereignisse vorgeben. Wie lange kannten Sie Bernd Eichinger?

Moszkowicz: Rund 30 Jahre und davon bin ich über 20 Jahre bei der Constantin Film. Ich habe den Großteil meines beruflichen Lebens mit Bernd zusammengearbeitet – und darüber ist natürlich auch eine Freundschaft entstanden.

Was geht der Filmwelt mit Bernd Eichinger verloren?

Constantin-Vorstand und langjähriger Freund und Weg­begleiter von Bernd Eichinger: Martin Moszkowicz.

Moszkowicz: Bernd hat den Blick immer über den Horizont geheftet. Er hatte immer Ziele, die weit über dem lagen, was sich andere ­Filmemacher in Deutschland vorzustellen wagten. Bernd hat alles mit Leidenschaft gemacht; er ist völlig aufgegangen in diesem Medium. Film und Eichinger – das war wie Pech und Schwefel und nicht zu trennen. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag ging es nur um seine Produktionen. Erst in den letzten Jahren, seit Katja in sein Leben kam, hat er sich auch ein wenig privates Glück gegönnt. Wobei ich sicher bin, dass auch bei den beiden der Film immer im Mittelpunkt stand.

War seine Frau Katja Bernd Eichingers ­großes Lebensglück?

Moszkowicz: Katja ist die einzige Frau, die er geheiratet hat. Ich weiß, dass er mit ihr sehr, sehr glücklich war. Eine symbiotische Verbindung.

Was passiert jetzt mit den Projekten, an denen Eichinger zuletzt gearbeitet hat – wie der Natascha-Kampusch-Film?

Moszkowicz:Das wissen wir noch nicht ganz genau, darüber werden wir weitersprechen, wenn der erste Teil der Trauer bewältigt ist – in enger Abstimmung mit seiner Frau. Neben dem Kampusch-Film hat er an einem Drehbuch mit dem Titel Zorn gearbeitet – mit Motiven aus der deutschen Sagenwelt – sowie an einer Buchadaption von DBC Pierres Roman ­Vernon God Little.

Haben Sie mit Eichinger je über das Thema Tod gesprochen?

Moszkowicz: Nicht wirklich. Das Schlimme ist ja nicht der Tod an sich, sondern dass Bernd viel zu jung dafür war – mit 61 muss niemand sterben. Das Thema kam eigentlich bei ihm nicht vor, wobei er privat mit seiner Frau sicherlich darüber gesprochen hat – es gibt ja auch ein Testament.

Gab es kein Anzeichen, kein ­Unwohlsein, das auf die Tragödie hindeutete?

Moszkowicz: Nein, es geschah in der Sekunde. Es gab überhaupt keine Reaktion. Bernd ist mitten im Satz einfach zusammengesackt. Der behandelnde Arzt sprach vom „plötzlichen Herztod“.

Über was hatte er denn gerade gesprochen?

Moszkowicz: Es war ein familiärer Abend – mit den Frauen und im Freundeskreis. Wir sprachen natürlich über Filme, nicht über Bernds, sondern allgemein die Filme vom letzten Jahr und die jetzt kommen. Es war alles sehr relaxt.

Hat er denn noch geraucht?

Moszkowicz: Nein, schon seit ­Jahren nicht mehr.

Wie geht es jetzt Eichingers Frau Katja und seiner Tochter Nina?

Moszkowicz: Den Umständen entsprechend. Sie sind in tiefer Trauer und haben darum gebeten, dass man sie in diesem Prozess auch alleine lässt.

Wie wird der Abschied von Bernd Eichinger aussehen?

Moszkowicz: Es wird eine große Trauerfeier in München geben, die wir zusammen mit der Familie ­organisieren – sicherlich noch vor der Berlinale. Das hätte sich Bernd auch gewünscht – er war eine öffentliche Person – und hatte sich für den Fall seines Todes vorgestellt, dass dies gebührend behandelt wird. Wobei es nicht um ­Sentimentalität geht.

Die ganze Filmwelt ­trauert, ist erstarrt und ­Constantin Film hält sich aus ­Respekt mit Kommentaren vollständig zurück ...

Moszkowicz: Die Firma ist Eichingers Lebenswerk. Die Stimmung ist mehr e-Moll und alle sind im Schockzustand. Auf der anderen Seite war Bernd kein sentimentaler Mensch – er war ein Romantiker. Er hätte nicht gewollt, dass wir ­sentimental und rührselig werden. Und das merkt man auch, wenn man hier bei der Constantin die Gänge entlanggeht. Sein Geist und sein positives Wirken sind überall präsent.

Bernd Eichinger war also eher pragmatisch ...

Moszkowicz: Er war immer sehr klar, in dem, was er möchte. So etwas wie Schicksal hat er nur in ­seiner Eigenschaft als Filmproduzent gesehen, wenn ein Film nicht den Erfolg hatte, den er sich wünschte. Er hat sich geärgert, wenn ein Film nicht lief, aber er konnte auch sehr schnell wieder loslassen, wofür er zwei Redewendungen benutzte: „What the fuck!“ oder „Die Kugel ist aus dem Lauf“. Ja, so gesehen war er eher pragmatisch.

Was passiert mit seinem künstlerischen Vermächtnis und vor allem auch mit seinem Engagement, junge Menschen zu fördern? Wird es eine Stiftung geben?

Moszkowicz: Die Jugendhilfe ­Artists for Kids, die Bernd maßgeblich gefördert und begleitet hat, wird sicherlich weitergeführt. Die Familie hat auch darum gebeten, statt Kränzen das Geld dorthin zu spenden. Was sein gesamtes filmisches Vermächtnis betrifft, werden wir als Constantin Film alles dafür tun, es zu bewahren. In welcher Form, ob als Stiftung, darüber muss die Familie entscheiden.

Ulrike Schmidt

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