Schlagerstar

Costa Cordalis: Alles über die Schlagerlegende

Der in Griechenland geborene Schlagersänger Costa Cordalis während seines Auftritts in der „Hitparade“
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Costa Cordalis war ein griechisch-deutscher Sänger. Mit Hits wie „Anita“ wurde er zum Star in der Schlagerwelt

Bereits mit sieben Jahren entdeckte Costa Cordalis seine Leidenschaft zur Musik. Als Schlagerlegende aber auch als Sportskanone sorgte er für Aufmerksamkeit in den Medien. Alle Infos über die Karriere und das Privatleben des Sängers.

  • Costa Cordalis verschlug es mit 16 Jahren von seiner Heimat Griechenland nach Deutschland.
  • Mit dem Song „Anita“ schuf der Sänger 1976 einen Evergreen.
  • Der bekennende Sportler bewies seinen Kampfgeist auch in der RTL-Reality-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“

Santa Ponça (Mallorca) – Der griechisch-deutsche Sänger Costa Cordalis (†75) wagte bereits in den 1960er Jahren erste Gehversuche in der Musikbranche. Der große Durchbruch gelang dem Sänger allerdings erst in den 1970ern. Mit dem Schlager „Anita“ wurde er über Nacht zum gefeierten Star. Neben seiner Leidenschaft als Sänger war Cordalis auch sportlich aktiv. Noch im Alter von 60 Jahren ergatterte er in der RTL-Reality-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ die Dschungelkrone. Mit 75 starb Cordalis in seiner späten Wahlheimat Mallorca an Organversagen.

Costa Cordalis: Sein Weg zur Musik

Costa Cordalis, der ursprünglich Konstantinos Kordalis hieß, wurde am 1. Mai 1944 in Elatia, einer kleinen Gemeinde in Mittelgriechenland geboren.

Bereits im zarten Alter von sieben Jahren entdeckte Costa Cordalis seine Liebe zur Musik. Der Sohn eines Elektrikers versuchte sich zunächst an der Gitarre, bis er drei Jahre später auf die Bouzouki wechselte – eine langhalsige Laute, die vor allem charakteristisch für griechische Musik ist. Im Alter von 16 Jahren wanderte Cordalis nach Deutschland aus und fand seine erste Unterkunft in Frankfurt am Main. Dort besuchte er zunächst das Goethe-Institut, um Deutsch zu lernen. Nebenbei tourte er bereits als Folklore-Sänger durch Bars und Restaurants.

Nach dem Abitur studierte er zunächst einige Semester Germanistik und Philosophie. Doch der Wunsch, Musik zu machen überwog. Schließlich wechselte er auf den Studiengang Musik, den er nach zehn Semestern abschloss. Zusätzlich ließ sich der sprachenbegabte Sänger noch zum Englisch-Dolmetscher ausbilden. In den 1960er-Jahren lernte Cordalis schließlich den deutschen Sänger Ivan Rebroff kennen, der ihm Tür und Tor in die Musikbranche öffnete und ihn an eine Plattenfirma vermittelte.

Costa Cordalis: Seine Karriere als Schlagerstar

1965 bekam Cordalis seinen ersten Plattenvertrag und veröffentlichte seinen ersten Song „Du hast ja Tränen in den Augen“ – eine deutsche Coverversion des Elvis-Presley-Klassikers „Crying in the Chapel“. Erst sechs Jahre später gelang ihm schließlich der Durchbruch mit selbst komponierten Liedern. Darunter auch der Titel „Und die Sonne ist heiß“, mit dem er dreimal in der ZDF-Hitparade vertreten war.

Seine Lieder „Carolina, komm“ und „Steig in das Boot heute Nacht, Anna Lena“ konnten an den ersten Erfolg anknüpfen. Und auch bei seine weiblichen Fans kam der südländische Charme des Griechen an. Sein bis heute größter Hit gelang dem Sänger 1976 mit dem Partykracher „Anita“. Der Song hielt sich drei Monate in den bundesdeutschen Top 10 und schaffte es sogar bis auf Platz 3 der Charts. Bis heute ist „Anita“ ein Dauerbrenner in Bierzelten, Diskotheken und auf Schlagerpartys.

Costa Cordalis: Alben, Preise, Vermögen

Von 1967 bis 2014 veröffentlichte Costa Cordalis insgesamt 23 Studioalben, von denen einige sich über mehrere Wochen in den deutschen Charts (Top 100) halten konnten, beispielsweise:

  • Ich geh durch die Straße (1976)
  • Auf der Straße meiner Lieder (1981)
  • Viva la noche (1997)
  • Party Tropcial (1998)
  • Heiße Nacht (1999)

Sein letztes Album „Damals in Mexico“ wurde im Mai 2014 veröffentlicht. Costa Cordalis wurde 1981 und 1986 mit der „Goldenen Stimmgabel“ ausgezeichnet.

Über das Vermögen des Sängers wurde zeitlebens spekuliert. Schätzungen ergaben, dass sich über Jahrzehnte hinweg einige wenige Millionen angesammelt haben könnten. Dennoch soll Cordalis 2016 noch 600.000 Euro Steuerschulden gehabt haben. Und bereits 2001 soll er sogar einen Offenbarungseid geleistet haben, was einer Privatinsolvenz gleichkommt. Dennoch hat der Sänger sich immer wieder für Charity-Aktionen stark gemacht und Teile seiner Einnahmen an Krebshilfen gespendet.

Costa Cordalis: Sein sportlicher Ehrgeiz

Doch nicht nur die Musik war eine Leidenschaft, die Cordalis zeitlebens begleitete. Nachdem der Sänger sich in den 1980er Jahren etwas aus dem Musikleben zurückgezogen hatte, widmete er sich verstärkt seinen Ambitionen im Wintersport-Bereich. Im Schwarzwald hatte er sich selbst das Skilaufen beigebracht, als er sich auf eine Rolle als Skilehrer in der Serie „Engadiner Bilderbogen“ für das ZDF vorbereitete. Beim Training hatte ihn letztendlich der Ehrgeiz gepackt, seinen Traum als Skilangläufer auch im wahren Leben Wirklichkeit werden zu lassen. Die erhoffte Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo blieb ihm zwar verwehrt, aber immerhin durfte Cordalis 1985 bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft in Seefeld in Tirol sein Heimatland Griechenland vertreten. Mit Erfolg: In dieser Disziplin wurde er gleich zweimal griechischer Landesmeister.

Costa Cordalis: Comeback am Ballermann

Es mochten noch zehn Jahre vergehen, bis Costa Cordalis 1997 sein Comeback in der Schlagerszene startete. Unterstützung erhielt er dabei von der eigenen Familie. Gemeinsam mit seinem Sohn Lucas Cordalis landete er mit „Viva La Noche“ einen Erfolgshit. Das Vater-Sohn-Duo beherrschte von da an die Partymeile Playa de Palma auf Mallorca und sorgte in den angesagten Diskotheken und Clubs für volle Tanzflächen. Auch Tochter Angeliki Cordalis – auch liebevoll „Kiki“ genannt – war bei den Auftritten häufig beteiligt.

Costa Cordalis: Erster Dschungelkönig von RTL

Im Januar 2004 nahm der Ballermanns-Star an der ersten Ausstrahlung des RTL-Reality-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ teil. Neben Promis und Künstlerkollegen wie Lisa Fitz, Daniel Küblböck, Caroline Beil und Werner Böhm konnte der leidenschaftliche Wintersportler seinen Kampfgeist unter Beweis stellen. Mit Erfolg! Costa Cordalis wurde vom Publikum im Finale zum ersten Dschungelkönig des erfolgreichen Trash-TV-Formats gewählt. Doch dem Sänger kam es nicht auf Ruhm oder Geld an. Die Siegprämie von 28.000 Euro spendete er an die Kinderkrebshilfe. In Anlehnung an die Show veröffentlichte der Sänger den Song „Jungle Beat“.

Costa Cordalis: privat

Bereits seit 1971 war Costa Cordalis mit seiner Frau Ingrid verheiratet. Nur ein Jahr nach der Hochzeit erblickte sein Sohnemann Lucas das Licht der Welt. 1973 folgte Tochter Angeliki. Und 1977 wurde Costas jüngste Tochter Eva geboren. Die beiden älteren Kinder zog es, wie ihren Vater, ins Showgeschäft. Darüber hinaus hat ihn gleich das fünffache Opa-Glück ereilt. Angeliki und Eva wurden jeweils Mütter von Zwillingen. Auch Sohnemann Lucas zog nach. Er heiratete im Juni 2016 die Reality-Darstellerin Daniela Katzenberger, nachdem bereits im August des Vorjahres die gemeinsame Tochter Sophia geboren wurde. Die Hochzeit von Lucas und Daniela wurde von RTLZWEI live im TV übertragen. Costa Cordalis rührte als stolzer Opa, Vater und Schwiegervater mit einer emotionalen Rede alle zu Tränen.

Costa Cordalis: Tod auf Mallorca

Von Mitte der 1980er Jahre bis 2016 hatte Cordalis im Wintersportort Freudenstadt-Kniebis im Schwarzwald seinen Wohnsitz. Dann wanderte er nach Mallorca aus und verbrachte seine letzten Lebensjahre im Küstenort Santa Ponça. Costa Cordalis hatte nach schweren Bandscheibenvorfällen immer wieder mit gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen. Der Sänger nahm jahrelang starke Schmerzmittel ein. Am Ende konnte sein Körper den physischen Belastungen nicht mehr standhalten. Im Februar 2019 erlitt er einen Schwächeanfall und musste mehrere Monate in einem Krankenhaus auf Mallorca behandelt werden. Am 2. Juli 2019 verstarb Cordalis im Alter von 75 Jahren im Kreis seiner Lieben in seinem Zuhause in Santa Ponça. Als Todesursache wurde Organversagen diagnostiziert.

Seine Familie kam dem Wunsch nach, seine sterblichen Überreste einzuäschern. Da Costa Cordalis keine Beerdigung wollte, soll die Familie in einer privaten Trauerfeier von ihm Abschied genommen haben. Auch ein Grab soll es nicht geben. Die Urne soll sich Medienberichten zufolge noch im Familienbesitz befinden.

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