Mode für den Bräutigam

Das trägt Mann auf seiner Hochzeit

Mut zur Farbe
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Mut zur Farbe - das gilt als Trendmotto für den Bräutigam. Angesagt sind derzeit Erdtöne wie warmes Ocker oder Burgund.

Die Hochzeit ist der große Tag im Leben jeder Frau? Vielleicht. Doch das gilt genauso für den Bräutigam. Auch modisch steht Mann im Rampenlicht. Welche Trends sind für ihn angesagt?

Münster/Berlin - Weißes Kleid, opulenter Blumenstrauß, langer Schleier: Die Hochzeit ist der Tag, an dem alle Blicke auf die Braut gerichtet sind. Und der Bräutigam steht als schmückendes Beiwerk daneben und soll möglichst nicht von seiner frisch Angetrauten ablenken?

„Also so würde ich es auf gar keinen Fall ausdrücken“, sagt Susan Lippe-Bernard, Chefredakteurin des „Braut & Bräutigam Magazins“. Mode - auch Hochzeitsmode - sei ein Statement, das ein Paar gemeinsam setze. „Wir gehören zusammen und gehen in eine gemeinsame Zukunft“, lautet ihrer Meinung nach das Mode-Motto einer Hochzeit.

Kerrin Wiesener vom Bund deutscher Hochzeitsplaner stimmt ihr zu. Sie erinnert sich zwar an folgende Geschichte: „Ich habe schon von einem Herrenausstatter gehört, dass das Hemd des wehrlosen Mannes auf den Lilaton der Servietten abgestimmt werden musste.“ Aber: „Das ändert sich. Das Paar steht gemeinsam im Mittelpunkt. Die beiden Partner existieren gleichberechtigt, auch in ihren modischen Entscheidungen.“

Bräutigam darf Akzente setzen

Hochzeitsmode-Expertin Lippe-Bernard nennt Mut zur Farbe als einen aktuellen Trend für Bräutigame. Schwarze Anzüge oder gar Smokings seien derzeit nicht besonders angesagt. Freundliche Farben wie Himmelblau, Salbeigrün oder auch Pastelltöne trägt Mann zur Hochzeit.

Der Mann darf also durchaus auch modische Akzente setzen. „Natürlich sollte er dabei nicht von seiner Braut ablenken“, sagt Lippe-Bernard. Aber die Farbe seines Anzugs könne sich beispielsweise in den Accessoires der Braut wiederfinden.

„Normalerweise begleitet die Braut den Bräutigam zum Einkauf. Denn sie hat ihr Kleid ja viel früher“, erklärt Lippe-Bernard. So könne man sicher gehen, dass man auf dieselbe Farbe setzt. „Und angenommen, der Anzug ist wirklich Himmelblau, kann die Frau dann einen herrlichen Brautstrauß mit Veilchen oder Vergissmeinnicht kreieren.“

Auch Wiesener ist sich sicher: „Die Lässigkeit in der Anzugmode setzt sich fort mit leichten Leinen- und Baumwollstoffen und ausgefallenen Farben - von Burgund über Erdfarben wie warmes Ocker, Orange, Dunkelgrün. Zum hellblauen Anzug gesellen sich auch tiefblaue und teilweise sogar mintfarbene.“ Sogar Prints mit Blumenmustern seien kein No-go mehr.

Heiraten mit Hosenträgern - oder als Prinzessin

Insgesamt nennt Lippe-Bernard zwei aktuelle Trends für Hochzeitsfeiern. Zum einen der Boho-Trend: leichte Farben, mit Hosenträgern, Hemden aus Leinen und eher casual.

Und zum anderen sei „Modern Princess“ angesagt. „Das ist keine pompöse Schlosshochzeit, wie man es vielleicht von früher kennt. Sondern eine schicke, elegante Hochzeitsfeier“, erklärt Lippe-Bernard. Mann darf hier einen eleganten, glänzenden Dreiteiler tragen. „Am Ende ist es aber natürlich eine Entscheidung des persönlichen Geschmacks, für welche Feier man sich entscheidet.“

Wiesener ergänzt: „Die Schnitte für ihn bleiben schmal und sexy, und Dreiteiler sind fast schon ein Muss - gerne auch mit zweireihiger Weste.“ Und auch auf Accessoires muss ein Bräutigam heutzutage nicht mehr verzichten. Um sein Outfit abzurunden, kann er beispielsweise Schleifen, Mützen, Hüte und sogar Espadrilles aus dem gleichen Stoff seines Anzugs tragen, sagt Wiesener.

Die Feier: Klein, aber persönlich

Insgesamt haben sich laut Lippe-Bernard Hochzeitsfeiern durch Corona verändert. Sie sind kleiner, intimer, spiritueller geworden. Und folgen damit einem Trend, den die Hochzeitsexpertin ohnehin schon seit längerer Zeit beobachtet. „Hochzeitspaare überlegen noch mehr: Welche Zeremonie passt wirklich zu mir?“ So erfreuten sich zum Beispiel freie Trauungen einer immer größeren Beliebtheit.

Und Wiesener weiß: Viele Paare gönnen sich bei einer kleinen Feier jetzt das, was sonst im Budget nicht drin gewesen wäre. „Und vor allem: Ich beobachte, dass diese kleinen Feste solch ein Lichtblick sind in dieser Zeit, und auch wenn sie nur mit 20 Personen sind, werden sie doch umso intensiver erlebt.“

Beide Expertinnen sind sich aber auch einig darin, dass viele Brautpaare die große Feier nach der Pandemie nachholen werden. „Zum Beispiel mit einer großen Grillparty“, sagt Wiesener. „Aber lässiger und mehr mit Fokus auf Party - Kleid und Anzug werden da aber natürlich trotzdem noch einmal angezogen.“ dpa

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