Schlagerband

Die Flippers: Alle Infos zur Kult-Band

 Olaf Malolepski, Manfred Durban und Bernd Hengst von den Flippers
+
Die Flippers gelten heute unbestritten als eine der erfolgreichsten Kultbands in der Schlagerbranche

Die Flippers erzielten bereits in den 1960er Jahren mit Hits wie „Weine nicht, kleine Eva“ ihre ersten Band-Erfolge. In wechselnder Besetzung lebte die Band immer wieder neu auf und erreichte bereits in den 1980er-Jahren Kultstatus. Alles Infos über Karriere und Privatleben der Schlager-Veteranen.

  • Die Flippers starteten ihre Karriere in den 1960er Jahren als Tanzcombo.
  • In den 1980er erreichte die Band bereits Kult-Status in der Schlagerwelt.
  • Sie schrieben in wechselnder Besetzung über 40 Jahre Musikgeschichte bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2011.

Knittlingen – 1964 gründeten sechs Musiker in Baden-Württemberg eine Tanzband, die eine beispiellose Erfolgsgeschichte hinlegen mochte. Neben den Gründungsmitgliedern Manfred Durban und Manfred Hehl verhalfen später Olaf Malolepski und Bernd Hengst den Flippers zu einer überaus erfolgreichen Musikkarriere. Doch die vierzigjährige Bandgeschichte durchlebte auch ihre Höhen und Tiefen.

Die Flippers: Anfänge als „Dancing Show Band“

Die Flippers wurden 1964 unter dem Namen „Dancing Band“ in der Kleinstadt Knittlingen bei Pforzheim in Baden-Württemberg gegründet.

Zu den ursprünglichen Bandmitgliedern zählten Manfred Durban, Claus Backhaus, Franz Halmich, Manfred Mössner, Manfred Hehl und Hans Springer. Bereits ein Jahr später wurde die Gruppe in die „Dancing Show Band“ umbenannt und der Trompeter und Banjo-Spieler Hans Springer wurde durch den Bassisten, Gitarristen und Sänger Bernd Hengst ersetzt. Die Gruppe, die am Wochenende regelmäßig zum Tanz aufspielte, erfreute sich regionaler Beliebtheit. Im Folgejahr wurde Roland Bausert in die Gruppe aufgenommen, nachdem Manfred Mössner die Band verlassen hatte. Ab 1967 gab es einen weiteren Besetzungswechsel, als Olaf Malolepski für Manfred Hehl in die Tanzcombo kam. Erst 1970 gab sich die Band den finalen Namen „Die Flippers“.

Die Flippers: Durchbruch mit der „kleinen Eva“

Im selben Jahr schrieben Bernd Hengst und Franz Halmich den Titel „Weine nicht, kleine Eva“, die auch als erste Single unter dem damals noch neuen Bandnamen „The Flippers“ veröffentlicht worden ist. Das Lied wurde ein absoluter Gassenhauer und verzeichnete auch im Radio einen sensationellen Erfolg. Bald trat das Sextett auch im Fernsehen auf und erweiterte seinen Bekanntheitsgrad. Heute ist der Song ein Evergreen in der Schlagerwelt.

Mit dem nachfolgenden Titel „Nur mit dir allein“ konnten Die Flippers allerdings nicht an den Vorgänger-Hit anknüpfen. Doch mit ihrer dritten Single „Sha lala, I Love You“ – eine Coverversion von „Cha-La-La, I Need You“ der niederländischen Band „The Shuffles“ – war die Karriere der Band gefestigt. Noch im selben Jahr brachten Die Flippers ihre erste Langspielplatte auf den Markt. In den darauffolgenden Jahren produzierte die Gruppe weiterhin fleißig zahlreiche Lieder und LPs, gab Konzerte im In- und Ausland und mauserte sich so erfolgreichsten deutschen Schlagerband der 1970er Jahre. Ab 1973 war Jean Frankfurter der Musikproduzent von den Flippers.

Die Flippers: Krisenjahre

Ab Mitte der 1970er schrumpfte die ursprünglich sechsköpfige Band auf ein Trio zusammen. 1974 hatte Claus Backhaus die Gruppe verlassen. Fünf Jahre später stieg auch Leadsänger Roland Bausert aus dem Quintett aus. Für ihn trat Albin Bucher ans Mikro, der wiederum 1984 wie sein Kollege Franz Halmich das Handtuch warf. Am Ende blieb nur noch das Trio bestehend aus Hengst, Malolepski und Durban übrig, die noch knapp 30 Jahre lang die Stammbesetzung der Flippers bildeten. Neben der Mitglieder-Krise gingen aber auch die Plattenverkäufe bis Mitte der 1980er Jahre stetig zurück.

Die Flippers: Ihr erfolgreiches Comeback

1985 entschloss sich das Dreigespann zu einer Zusammenarbeit mit dem neuen Produzententeam Karl-Heinz Rupprich und Uwe Busse. Mit ihrem neuen Album „Auf rote Rosen fallen Tränen“ gelang den Flippers schließlich das Comeback in der Schlagerwelt. 1986 wurde die Gruppe mit der ersten Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Im selben Jahr landeten sie mit dem Titel „Die rote Sonne von Barbados“ einen absoluten Erfolgshit und gewannen auch den 1. Platz in der ZDF-Hitparade. Auch in den weiteren Jahren bewegte sich das Trio auf Erfolgskurs und ging ab 1988 bis 2009 fast jährlich auf Tournee. Von 1987 bis 2007 waren die Flippers 13 Mal unter den Top 10 der Deutschen Musikcharts vertreten. Neben zahlreichen Konzertspecials stellte ihr Konzert in der Dortmunder Westfalenhalle 2004 ein Glanzpunkt in der Bandgeschichte dar. Rund 17.000 Menschen feierten damals das 40-Jährige Bandjubiläum der Musiker.

Die Flippers: Ehrungen und Auszeichnungen

Die Erfolgsgeschichte der Band lässt sich auch an den zahlreichen Preisen ablesen. So gelten die Flippers bis heute neben Sängerin Nicole als Rekordhalter bei der Vergabe der Goldenen Stimmgabel. Anbei eine Übersicht der wichtigsten Auszeichnungen:

  • Echo: 1995 für „Schlager/Volksmusik Gruppe National/International“; 200 für „Schlager Gruppe National/International“
  • Goldene Stimmgabel: 1988, 1991, 1994-1996, 1998-2000, 2002-2004
  • Krone der Volksmusik: 2011
  • Sold Out Award: 2005 für restlos „ausverkaufte“ Hallen

Zudem waren die Flippers mehrmals Sieger bei der ZDF-Hitparade, der Deutschen Schlagerparade, der Superwunschmelodie vom SWR4 und bei der Superwunsch-Hitparade vom WDR4.

Die Flippers: Die Bandauflösung 2011

Im Oktober 2009 beschlossen die Flippers, ihre Bandkarriere zu beenden und hatten ihre Fans darüber informiert, dass die nächste Tour, die von November 2010 bis März 2011 angesetzt war, ihre Abschiedstournee sein werde. In der Sendung „Frühlingsfest der Volksmusik 2011“ vom 9. April 2011, die Florian Silbereisen moderierte, wurden die Flippers schließlich verabschiedet. Fernsehkoch Alfred Biolek hielt eine Laudatio auf die Band. Auf die Frage der Fans, warum sich die Flippers trennten, lieferten die Schlager-Veteranen Bernd Hengst und Manfred Durban in Interviews klare Antworten. Sie wollten sich mehr Zeit für die Familie und für sich selbst nehmen. Lediglich Olaf Malolepski hielt es noch weiterhin in der Musikbranche und verfolgte seine Karriere als Solokünstler. Er veröffentlichte noch 2011 sein erstes Solobalbum bei Ariola unter dem Titel „Tausend rote Rosen.“

Die Flippers: Diskografie

Die Flippers haben in ihrer Karriere mehr als 8,6 Millionen Tonträger verkauft. Das Vermögen der Band wird auf rund 9 Millionen Euro geschätzt. Zu den erfolgreichsten Alben zählen unter anderem:

  • Nur wer die Sehnsucht kennt (1986)
  • Aus Liebe weint man nicht (1987)
  • Nur für dich (1988)
  • Liebe ist… (1988)
  • Lotosblume (1989)
  • Sieben Tage Sonnenschein (1990)
  • Träume einer Nacht (1991)
  • Liebe ist eine Rose (1992)
  • Rote Rosen (1992)
  • Sommerträume (1992)
  • Sehnsucht nach irgendwo (1993)
  • Sayonara (1994)
  • Unsere Lieder (1994)
  • Sommersprossen (1995)
  • Rote Sonne – Weites Land (1996)
  • Der Floh in meinem Herzen (2000)
  • Aloha He – Stern der Südsee (2009)

Ihr Erfolgsrezept liegt vor allem in einfachen und singbaren Melodien sowie unkomplizierten Musikverläufen. So sangen sie sich über Jahrzehnte hinweg mit Songs wie „Liebe ist mehr als nur eine Nacht“ oder der Coverversion von „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ in die Herzen der Fans.

Die Flippers: Familie und Privatleben des Erfolgs-Trios

Manfred Durban: Das Gründungsmitglied erblickte am 28. September 1942 im baden-württembergischen Ölbronn das Licht der Welt. Seit 1967 war er mit Helene verheiratet. Im selben Jahr kam Tochter Mona zur Welt. 1972 wurde sein Sohn Manfred geboren. Im Oktober 2016 war Durban im Alter von 74 Jahren verstorben. Er wurde in seiner Heimat Knittlingen beigesetzt.

Bernd Hengst: Der Gitarrist und Sänger wurde am 18. April 1947 in Karlsruhe geboren. Seit 1967 ist er mit Ehefrau Edith verheiratet. Nur kurz darauf kam sein Sohn Markus zur Welt.

Olaf Malolepski: Der Musiker stammt ursprünglich aus Magdeburg und erblickte dort am 27. März 1946 das Licht der Welt. Als er 12 Jahre alt war, zog er mit seiner Mutter nach Pforzheim. 1971 heiratete der Sonja Erhardt – die Schwester von Uwe Erhardt von der Gruppe „Die Schäfer“. 1974 wurde sein Sohn Sven geboren. Acht Jahr später folgte Tochter Pia, die in die Fußstapfen ihres Vaters getreten ist und heute unter dem Künstlernamen Pia Malo auftritt. Seit Anfang der 1970er Jahre wohnt der Brettener im Ortsteil Diedelsheim.

Auch interessant

Kommentare