Gründer erhalten Morddrohungen

„Höhle der Löwen“: Skandal um „Pinky Gloves“ eskaliert - Investor Dümmel rudert zurück und verkündet Markt-Aus

Nach dem Skandal um die Perioden-Handschuhe „Pinky Gloves“ haben die Gründer gemeinsam mit Höhle-der-Löwen-Investor Ralf Dümmel das Aus ihres Produkts beschlossen.

München - Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Investor Ralph Dümmel den Rückzieher machen würde. Dass nun gleich das ganze Produkt vom Markt verschwinden soll, überrascht - für viele Frauen dürfte es sich aber wie ein Triumph anfühlen. Doch was genau ist eigentlich passiert?

Vergangene Woche hatten André Ritterswürden und Eugen Raimkulow einen Gründer-Auftritt bei der VOX-Show „Höhle der Löwen“, in dem junge Start-Up-Unternehmer versuchen, im Tausch gegen Firmenanteile Investoren für ihre Produkte zu gewinnen. Die beiden jungen Männer präsentierten den Investoren ihr Produkt „Pinky Gloves“, einen pinken Gummihandschuh, der, so die Aussage der Gründer, zu hygienischem und diskretem Wechsel sowie Entsorgung von Tampons und Binden während der Menstruation beitragen sollte. Dem „Löwen“ Ralf Dümmel gefiel die Idee - er sicherte sich einen Deal mit den beiden „Frauenverstehern“.

Skandal um „Pinky Gloves“: Zwei junge Männer empören die Frauenwelt - Perioden-Produkt bei „Die Höhle der Löwen“

Leider hatten die drei Herren so gar nicht damit gerechnet, welch hohe Wellen die Ausstrahlung der Sendung in den Sozialen Netzwerken schlagen würde - und zwar ausschließlich negative. Nicht nur, dass bereits einige Zeit zuvor ein junges Gründerinnen-Paar, das nachhaltige und praktische Periodenunterwäsche der Marke „ooia“ herstellt, bei den Löwen eiskalt abgeblitzt war und nun ein Männer-Duo mit einem Periodenprodukt punkten sollte. Viele Frauen empörten sich auch über die „Stigmatisierung“ der Periode als etwas Unreines. Das Produkt, noch dazu klischeehaft in pink gehalten, sorge dafür, dass Frauen sich für ihre Periode schämten, anstatt sie als natürlich zu betrachten. Zudem wurde kritisiert, dass die Handschuhe nicht recyclebar und somit umweltschädlich seien.

Markt-Aus für die „Pinky Gloves“: Höhle-der-Löwen-Investor Ralf Dümmel verkündet Entscheidung

Nun, eine Woche später, haben die Gründer und ihr Investor offenbar genug von dem Handschuh-Deal. Und nicht nur das. „Gemeinsam mit den Gründern haben wir uns dazu entschieden, dass die Pinky Gloves vom Markt genommen werden und haben hierfür entsprechend alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Wir stellen sämtliche Einkaufs- und Vertriebsaktivitäten ein“, verkündete der „Höhle der Löwen“-Investor Ralf Dümmel am Montag, 19. April, auf seinem Instagram-Account. Niemand habe die Absicht gehabt, Frauen zu diskreditieren, ihre Gefühle und Emotionen zu verletzen oder den Periode-Prozess zu tabuisieren. Man habe einen Fehler gemacht und diesen nun eingesehen, so Dümmel. Gleichzeit kritisierte er jedoch den Umgang mit den beiden Gründern in den Sozialen Netzwerken. Ritterswürden und Raimkulow hätten Hass und Mobbing erfahren müssen, sogar Morddrohungen soll es gegeben haben. „Das verurteile ich zutiefst und es gibt KEINE Entschuldigung dafür. BITTE HÖRT AUF DAMIT!“ schreibt Dümmel weiter.

Die Höhle der Löwen: „Pinky Gloves“-Skandal eskaliert - Morddrohungen gegen Gründer

Die User nahmen das Aus der „Pinky Gloves“ und das zugehörige Statement Dümmels positiv auf, wenn auch die erwähnten Morddrohungen bei einigen für Entsetzen sorgten. Eine Followerin fasst schließlich zusammen: „Ich denke dieser ‚Fehler‘ war nicht umsonst und sogar sehr wichtig, nie zuvor wurde der Periode und der ganzen Diskussion drum herum medial so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Menschen machen Fehler und diese einzugestehen und sich zu entschuldigen ist etwas sehr Wertvolles und Starkes! Niemals sollte jedoch ein solcher Fehler mit Hass und Morddrohungen einhergehen.“ Von den Gründern selbst gab es bislang kein offizielles Statement zum Aus der „Pinky Gloves“ Möglich ist jedoch, dass sie sich aufgrund des medialen Rummels derzeit auf Sozialen Netzwerken lieber bedeckt halten. Währenddessen sorgte ein anderes Produkt für Aufsehen in der TV-Show: Unternehmer Georg Kofler misstraut einem natürlichen Wachmacher*, wie fuldaerzeitung.de berichtet. Laut extratipp.de lässt sich außerdem Veronica Ferres für eine Bodyscanning-Software vermessen*. (kah) *tz.de, extratipp.com und fuldaerzeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Auch interessant

Kommentare