Eichinger-Witwe veröffentlicht Biographie

Sein Leben war Exzess

+
Katja Eichinger (41)

München - Katja Eichinger, die Witwe des verstorbenen Filmemachers Bernd Eichinger hat eine Biographie über ihren Mann geschrieben.

Du schreibst mal meine Biografie“, das hat der Bernd ihr immer gesagt und daran hat sich Katja Eichinger (41) gehalten. Gut eineinhalb Jahre hat die Autorin und Filmjournalistin nach dem Tod von Bernd Eichinger († 61) im Januar 2011 gebraucht, um das zu tun, was ihr in all ihrem Kummer am wichtigsten schien: Dafür zu sorgen, dass seine Geschichten nicht verloren gehen.

Mit der Biografie BE, die dieser Tage im Buchhandel erscheint und in der sie die Lebensgeschichte des ­Buben vom Land, der zum jüngsten und erfolgreichsten Produzenten Deutschlands wurde und immer aufs Ganze ging, mit seinem filmischen Schaffen verknüpft. Einfühlsam, schonungslos ehrlich, mit Interviews mit engen Vertrauten wie seinem ehemaligen Kindermädchen, Freunden wie Uli Edel oder Charles Schumann und Bernd Eichingers Tagebuchaufzeichnungen.

„Bernd war nicht Filmemacher von Beruf, er war Filmemacher bis in die letzte Faser seines Körpers. Er hat, wie er oft sagte, Filme „geatmet“. Und weil Film in erster Linie Geschichtenerzählen ist – jedenfalls Film, wie Bernd ihn begriff – will ich nun seine Geschichten erzählen. So kann ich ihn weiteratmen lassen“, schreibt Katja Eichinger am Anfang ihres Buches.

Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben

Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben

Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Deutschlands Star-Produzent Bernd Eichinger ist tot. Er starb im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt in Los Angeles. Sehen Sie hier Bilder aus seinem Leben: © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © ap
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © ap
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © ap
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben: Der Film "Baader-Meinhof-Komplex" © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben: Der Film "Der Untergang" © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben: Der Film "Das Parfüm" © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben
Bernd Eichinger - Bilder aus seinem Leben © dpa

Sie beschreibt, wie Bernds große Schwester Moni in ihm das erste Interesse fürs Kino weckte, indem sie zu den ­Schattenspielen an den Gardinen des Kinderzimmers ­Geschichten erzählte. Wie ­seine Eltern ein Trauma bei ihm auslösten, als sie ihn mit elf Jahren auf ein Bubeninternat in Deggendorf schickten, wo sich der schmächtige Bub gegen die Größeren und Stärkeren wehren musste und das sich in Die unendliche Geschichte wiederfindet: „Die Szene, in der der kleine Bastian von einer Gruppe stärkerer Jungs erniedrigt und gequält wird und schließlich die Flucht ergreift und sich in die Bücher und Phantasie rettet – diese Szene hat viel mit Bernd zu tun.“

Sie lässt den Regisseur Uli Edel erzählen, wie sich Bernd Eichinger beim Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film präsentierte: „Er sah glänzend aus, wie ein Rockstar, hatte ’ne Blondine am Arm und führte sich auf, als würde ihm die Hochschule gehören.“ Inmitten lauter Hippies in Krawatte und Anzug, die er erst gegen Jeans, T-Shirt und Turnschuhe tauschte, als er Geschäftsführer bei der Neuen Constantin Film war und für Projekte wie Die ­unendliche ­Geschichte, Der Name der Rose oder Das Boot mit Millionenbeträgen jonglierte. Immer am Rand auch des persönlichen Ruins und unter einem Druck, der ihm unmenschliche Bauchschmerzen verursachte und ihn nachts nicht schlafen ließ. Dunkle Seiten, wie das Trostsuchen in finsteren Fernfahrerspelunken und in den Armen unzähliger Prostituierter. Was er machte war immer extrem, ob beim Arbeiten, Trinken, oder in der Liebe. „Unsere Beziehung war exzessiv. Es war exzessive Nähe, ­exzessive Intimität, weil wir beide exzessive ­Menschen sind. Was ist schon Exzess als ein anderes Wort für Leben?“, schreibt Katja Eichinger. ­ Ihr Buch endet mit dem Satz „Let it B.E.“, dem Beatles-Lied, das Bernd bei ihrer Hochzeit für sie gesungen hatte. Ihre große Aufgabe ist erfüllt.

AC

Auch interessant

Kommentare