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Eine Million für verbotene Audrey-Hepburn-Marken?

Berlin - Ein Missverständnis macht eine Briefmarke mit dem Bild der US- Schauspielerin Audrey Hepburn wohl zu einer der teuersten Marken der Welt.

Briefmarken sind wertvoll, weil sie selten oder fehlerhaft sind. Bis zu eine Million Euro wird ein Sammler an diesem Samstag in Berlin voraussichtlich für zehn Sondermarken mit dem Bild der US-Schauspielerin Audrey Hepburn (1929-1993) bieten müssen, denn ihr Verkauf ist eigentlich verboten. 2001 ließ die Deutsche Post die kleinen Papierstücke 14 Millionen mal drucken - dummerweise ohne zuvor die Bildrechte einzuholen. Die Auflage wurde vernichtet, verschont blieben nur sechs Zehnerbögen, die nun ein Vermögen wert sind.

Die Sondermarke zeigt Audrey Hepburn als Holly Golightly in ihrem wohl bekanntesten Film “Frühstück bei Tiffany“ von 1961. Da die Marke im Jahr der Euro-Einführung gedruckt wurde, trägt sie eine doppelte Kennzeichnung in D-Mark und Euro. Für 56 Cent plus 26 Cent Spende für wohltätige Zwecke hätte sie verkauft werden sollen.

Als den Söhnen die Marken vorgelegt wurden, waren sie unzufrieden mit dem Druck. “Die Augen unserer Mutter waren darauf im Schatten und sie hatte einen Zigarettenhalter zwischen den Zähnen“, sagte Sean Hepburn Ferrer in einem Interview mit Unicef. Ferrer gab die Rechte daraufhin nicht frei. Auch weil er dachte, dass es sich bei der ihm geschickten Marke nur um einen Probedruck zur Ansicht handelte - ein Missverständnis. “Wir hätten sicherlich noch einmal unsere Entscheidung überdacht, wenn wir gewusst hätten, dass bereits 14 Millionen Marken gedruckt waren“, sagte Ferrer. Erfahren hat er das erst vor kurzem.

Zwei nicht zerstörte Bögen sind heute in einem Archiv der ehemaligen Bundespost und im Archiv für Philatelie in Bonn, einen bekam Hepburns Sohn und Erbe der Markenrechte. Drei weitere Bögen des Bundesfinanzministeriums verschwanden. Im Laufe der Zeit tauchten fünf einzelne Marken wieder auf - “gestempelt und abgeschickt im Raum Berlin“, sagt der Sprecher des Bundes deutscher Philatelisten, Wolfgang Peschel. Im vergangenen Jahr wurde eine für 67 000 Euro versteigert. Ferrer ließ daraufhin weitere Verkäufe verbieten.

Der nun zur Versteigerung stehende Bogen stammt aus dem Besitz Ferrers selbst und kann daher versteigert werden. Der Erlös geht an die Unicef-Bildungskampagne “Schulen für Afrika“ und die Audrey- Hepburn-Kinder-Stiftung. Der Schätzwert für die zehn Marken liegt bei einer halben Million Euro. Peschel erwartet aber einen höheren Zuschlag: “Die Summe kann den siebenstelligen Bereich kratzen.“ Die teuerste Einzelmarke der Welt, ein schwedischer Fehldruck von 1855, wurde im Mai in einer geheimen Auktion wahrscheinlich für über 1,5 Millionen Euro verkauft. Die Blaue Mauritius gab es 1993 für rund 1,1 Millionen Euro.

Experten sind sich uneinig, wer am Samstag besonders um die Marken buhlen wird. “Unter den drei Millionen Philatelisten in Deutschland werden annähernd hundert Prozent nicht in der Lage sein, so eine Marke zu kaufen“, erläutert Peschel. Also Hepburn-Fans? “Ich sehe noch eine dritte Möglichkeit: Ein finanzkräftiger Mensch, der sein Geld in einen Sachwert anlegen will, der womöglich eine größere Rendite bringt, als eine Aktie.“

Simone Andrea Mayer

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