Superstar aus München spricht

Elyas M'Barek im tz-Interview: "Kann nicht mehr so gut auf die Wiesn"

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tz-Kolumnistin Ulli Schmidt hat die phänomenale Karriere von Elyas M’Barek miterlebt. Gestern traf sie ihn wieder zum Interview und musste unbedingt Selfie und Autogramm haben!

München - Vor dem Kinostart von "Fack ju Göhte 2" traf tz-Kolumnistin Ulrike Schmidt den Superstar Elyas M’Barek zum Interview.

Das Autogramm von Elyas M’Barek.

Elyas M’Barek Superstar! Türkisch für ­Anfänger, Doctor’s Diary und Fack ju Göhte haben den 33-jährigen Münchner zu einem der populärsten Schauspieler des Landes gemacht. Kein ­Autogramm ist begehrter, kein deutscher Schauspieler mit 2,3 Millionen Fans auf Facebook beliebter. Doch Elyas bleibt Elyas – höflich wie immer, charmant und mit Schalk im Nacken. So zeigte er sich auch Montag Nachmittag wieder beim Interview mit tz-Kolumnistin Ulrike Schmidt, die ihn seit seinen Anfängen in Mädchen, Mädchen immer wieder getroffen hat. Nebenbei malt er seinem Konterfei auf der Autogrammkarte Teufelshörner auf, schließlich spielt diesmal in Fack ju Göhte 2 Goethes Faust eine Rolle ...

Elyas, wie oft hast du denn Goethes „Faust“ gelesen? Letztes Mal hast du gestanden, du seist an sieben Schulen gewesen und dreimal sitzen geblieben...

Elyas: Faust? Ich glaub, wir haben den einmal gelesen in der Schule. Ich weiß aber nicht, ob ich da wirklich anwesend war. Ich kann mich nur vage erinnern: Oh Julia, oh Julia ...

Oh Elyas, in ein paar Stunden werden dich am roten Teppich Hunderte Teenager mit einem Kreischkonzert empfangen und „Elyas, Elyas“ brüllen? Wie fühlt sich das an?

Elyas: Befremdlich. Das kennt man ja so – Gott sei Dank – auch nicht aus dem Alltag.

Bei dir zu Hause schreit also keiner, wenn du heimkommst?

Elyas: Nee! Höchstens der Nachbar, wenn die Musik zu laut läuft (lacht). Es ist natürlich schön, wenn man so empfangen wird, aber prinzipiell gibt es keinen Grund, wegen mir zu schreien.

Wie hat deine ungeheure Popularität dein Alltagsleben verändert? Kannst du noch in den Supermarkt gehen und Klo­papier kaufen?

Elyas: Ich muss es ja! Wenn auch oft ungern, weil man tatsächlich dann oft keine Ruhe hat. Ich kann auch nicht mehr so gut auf die Wiesn gehen, das find ich sehr schade, weil ich das Oktoberfest sehr gern mag und da gern spazieren geh. Das geht leider nicht mehr.

Als ich heute morgen „Fack ju Göhte 2“ vorab gesehen habe, habe ich Tränen gelacht. Waren die Dreharbeiten in München, Berlin und Thailand auch so lustig?

Elyas: Wir hatten natürlich Spaß, man darf aber nicht vergessen, dass das harte Arbeit ist. Jeder ist da mit 100 Prozent dabei, und die Drehbedingungen waren auch nicht ganz einfach in Thailand. Da war es sehr heiß, wir hatten lange Drehtage, und es war für alle Beteiligten anstrengend.

Wie viel deiner Rolle des Aushilfslehrers Zeki Müller steckt in dir?

Elyas: Ach, weiß ich gar nicht. Ich kann damit was anfangen, dass einer nach außen hin ein bisschen schroffer wirkt, als er ist, und dabei eine sensible Seite hat. Aber in erster Linie bin ich Schauspieler und spiel das, was im Drehbuch steht. Theoretisch muss gar nichts von mir in der Figur stecken, ich muss sie nur glaubwürdig verkörpern.

Klar. Aber Zeki Müller ist halt eine coole, anarchistische Socke, und das Bild bringt man gern mit dir in Verbindung ...

Elyas: Vielleicht ist es ja auch so, ich weiß es nicht. Ist doch auch schön, wenn man sich so ein Geheimnis bewahrt und die Leute nicht wissen, was so in einem steckt und wie man wirklich ist.

Du scheinst das Geheimnis um deine Person zu lieben. Ein Geheimnis ist auch, ob du nun eine Freundin hast oder nicht...?

Elyas: Ja. Das wird auch eines bleiben.

Dein Vater war Lehrer in Tunesien; hattest du das Berufsbild auch mal im Blick?

Elyas: Nie! Ich fand Schule immer total doof.

Gab’s denn keinen Lehrer, den du auch mochtest?

Elyas: Es gab schon welche, aber prinzipiell fand ich Lehrer jetzt nicht wirklich cool, wobei es bestimmt total coole Lehrer gibt. Generell finde ich aber, dass der Beruf unterschätzt wird. Lehrern sollte viel mehr Respekt entgegengebracht werden. Die arbeiten wirklich hart, und für die hört so ein Schultag nicht um ein Uhr mittags auf. Und trotz ihres Images haben sie so viele Ideale. Nur für mich selber wär’s nichts.

Bereust du etwas, was du deinen Lehrern angetan hast?

Elyas: Meine ganze Schullaufbahn tut mir leid – für alle Lehrer, die mit mir zu tun hatten!

Irgendwelche Vorkommnisse auf den Klassenfahrten? Die Goethe-Gesamtschule geht im Film ja auf große Fahrt. Ich weiß, das fragen dich heute alle...

Elyas: Lass uns doch lieber übers Oktoberfest reden!

Okay. Wie oft willst’n hin?

Elyas (mit neuer Energie!): Ich glaub, ich geh dieses Jahr richtig oft! Weil nach der Kinotour hab ich richtig frei. Die endet einen Tag vor dem Anstich, und da bin ich dabei! Und dann hab ich noch so ein paar Einladungen – also, wenn alles gut läuft, einige Male. Ich hab auch einen neuen Janker gekauft! Ich muss da hin! Egal, wie viele mich erkennen, Oktoberfest zieht mich magisch an!

Nicht nur Zeki im Film will eine Bar aufmachen, du hast das ja auch vor – in der Innenstadt. Wie weit sind die Pläne?

Elyas: Mitte Oktober soll es losgehen! Der Boden ist verlegt, der Tresen da, die Küche ist eingebaut. Es wird Paisano heißen.

Wirst du dann auch mal hinter dem Tresen stehen?

Elyas: Auf keinen Fall. Ich werd nur Gast sein.

Heißt das, man kann dich dort treffen?

Elyas: Ja, nein. Es soll kein Fan-Hotspot werden. Es ist ein Projekt von drei Freunden, eine schöne Tagesbar zu schaffen, wo man gut essen und trinken kann.

Ich schätze mal, diesbezüglich hast du vor dem Dreh bremsen müssen. Dein nackter Oberkörper im Film ist echt beeindruckend. Wie viel musstest du dafür trainieren?

Elyas: Ein halbes Jahr musste ich dafür schon Gas geben und die Ernährung umstellen.

Machst du das weiter?

Elyas: Neee! Dafür ess ich zu gern! Und ich trink gern Wein. Deshalb nehm ich automatisch zu, wenn so ein Film abgedreht ist.

Noch eine letzte Frage: Wie empfindest du als gebürtiger Münchner – mit tunesischem Vater und österreichischer Mutter – die Flüchtlingsproblematik?

Elyas: Ich finds total schön, wie die Leute hier empfangen werden. Das macht mich stolz, und das ist auch das Bild, das ich von meiner Heimatstadt habe: eine Weltstadt mit Herz! Dafür steht München. Und es ist großartig, dass es hier anders zugeht als in wenigen kleinen Orten in Deutschland, die Gott sei Dank nicht für den Großteil stehen.

Interview: Ulrike Schmidt

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