Grimme Online Award für Amani 

Enissa Amani gewinnt den Grimme Online Award in der Kategorie Spezial

Ladies Night Classics (WDR): Enissa Amani
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Ladies Night Classics (WDR): Enissa Amani

Mit ihrem Web-Spezial „Die beste Instanz“ zeigte Komikerin Enissa Amani den Verantwortlichen beim WDR, wie eine Talkshow polarisierende Themen richtig angeht.

Köln – Nur wenige Monate ist es her, dass der Westdeutsche Rundfunk (WDR) sich einen Fauxpas leistete, der eine Welle der Empörung auslöste: Bei einem Talk über das Rassismus kamen ausschließlich weiße Menschen zu Wort, alle von ihnen aus der Entertainment-Branche. Expertenmeinungen und Sichtweisen von Personen, die eine persönliche Perspektive dazu steuern hätten können, wurden geflissentlich ignoriert. Nicht umsonst regten sich viele Zuschauer über die schlecht organisierte Sendung „Die letzte Instanz“ auf — darunter scheinbar auch die Komikerin Enissa Amani, die sich auch mit einer Spiegel-Autorin anlegte. Die ließ sich nämlich nicht lang bitten und stellte kurzerhand ihre eigene Talkshow auf die Beine. Das Web-Spezial mit dem Namen „Die beste Instanz“ wurde von Amani selbst entwickelt, finanziert und schlussendlich auch moderiert. Für ihr Projekt wurde die Gewinnerin des Deutschen Comedypreises nun mit dem Grimme Online Award in der Kategorie Spezial ausgezeichnet.

Die Grimme-Jury lobt „Die beste Instanz“ als erfolgreichen Gegenentwurf zum sonstigen Polit-Talk

Wie unter anderem „DWDL.de„ berichtet, betonten die Verantwortlichen der jährlichen Preisverleihung —die aufgrund der noch immer anhaltenden Corona-Problematik per Live-Stream stattfinden musste — dass Amani mit ihrem Programm bewusst im Gegensatz zu den etablierten Polit-Talkrunden stehe, die aktuelle soziale und gesellschaftliche Themen anbringen. „Die beste Instanz“ sei außerdem ein Beispiel für den demokratisierenden Effekt des Internets, durch den Informationen und Thematiken neuen Zielgruppen zugänglich gemacht werden. Verglichen mit den Vorjahren wurden beim Grimme Online Award 2021 besonders viele Projekte ausgezeichnet, die derzeitige gesellschaftliche Strömungen und Ereignisse aufgreifen und verarbeiten. Beispielsweise ging eine Trophäe an das Audio-Projekt „190220 - Ein Jahr nach Hanau“, das sich mit dem rassistischen Attentat in Hanau im letzten Jahr beschäftigt. Auch das Online-Projekt „#StolenMemory“, das die Erinnerungen von KZ-Insassen zum Thema hat, wurde von der Grimme Online Jury ausgezeichnet. Weitere Preise gingen an die Web-Doku „Gegen uns.“, den Podcast „Queerkram“, die Angebote von „dekoder“ sowie die Sendung „Dulsberg Late Night“, die ein Hamburger Schulleiter während des Lockdowns begleitend zum Homeschooling produzierte.

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