Gitarrist im Bann der Legende

Das erlebt ein Bayer auf Tour mit Jethro Tull

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Seite an Seite: Florian Opahle bei einem Auftritt mit Ian Anderson

München - Ein junger Bursche aus Rosenheim ist als Gitarrist mit Jethro Tull auf Tour: Florian Opahle (30). Wir sprachen mit dem Musiker über das generationenüberwindende Treffen.

Wenn Jethro-Tull-Legende Ian Anderson (65) heute im Circus Krone seinen mehr als 40-minütigen Klassiker Thick As A Brick live interpretiert, dann steht neben ihm nicht sein kongenialer Ewigkeitspartner Martin Barre (66) an der Gitarre, sondern ein junger Bursche aus Rosenheim: Florian Opahle (30). Wir sprachen mit dem Musiker über das generationenüberwindende Treffen.

Herr Opahle, was für ein Gefühl ist es eigentlich , eine Legende wie Martin Barre zu ersetzen?

Opahle: Ich ersetze ihn nicht. Ich spiele ja schon seit Jahren bei Ian Andersons Solo-Projekten mit. Die Tour läuft ja auch unter seinem Namen.

Wie genau müssen Sie sich bei „Thick As A Brick“ an Martin Barres Original halten?

Opahle: Es gibt natürlich viele Parts, die genauso klingen müssen, weil sie Teile der Komposition sind. Von Anfang an aber hat mir Ian Anderson große Freiräume eingeräumt. Vor allem bei den Solos besteht absolute Freiheit.

Wie kam es überhaupt zum Kontakt zu Ian Anderson?

Opahle: Ich war mit der Künstlerin Masha auf Tour, die als Support für Jethro Tull gebucht war. Nach drei Wochen auf Reisen steckte mir Ian Anderson zwei Lieder zu mit der Frage, ob ich sie mir bis zum nächsten Tag draufschaffen könne. Das waren Eurology und Living In the Past. Ich habe sie dann über Nacht geprobt, am nächsten Abend haben wir sie zu zweit im Backstage-Bereich gespielt. Dann hat er mich gefragt, ob ich bei der nächsten Tour mit will. Ich habe es, ehrlich gesagt, erst gar nicht geglaubt. Dann lagen plötzlich die Flugtickets im Postkasten. So eine Chance bekommt man einmal im Leben.

Beherrschen Sie nun eigentlich alle Jethro-Tull-Stücke?

Opahle: Der Backkatalog umfasst 30 Alben. Das ist viel Material. Aber der Stil kommt mir entgegen. Es sind einige sehr anspruchsvolle Tracks dabei. Da hat mir meine klassische Ausbildung sehr geholfen. Und notenfest sollte man als Studiomusiker ohnehin sein.

Als solcher haben Sie auch schon mit vielen sehr unterschiedlichen Künstlern gearbeitet …

Opahle: Ja. Greg Lake war dabei, Bill Evans, Justin Hayward von den Moody Blues und Al Di Meola. Die Bandbreite reicht von Jazz bis Pop. Aber mein Herz schlägt beim Rock, vor allem beim Progressive Rock. Ich haue zwar auch gerne mal schnell drei Akkorde raus, aber Prog und Fusion sind schon meins.

Interview: Antonio Seidemann

Ian Andersons Thick-As-A-Brick-Konzert am 15. Mai um 20 Uhr im Circus Krone (Marsstraße 43), Karten zu 50 bis 60 Euro an der Abendkasse.

Florian Opahle: Sein Weg auf die große Bühne

Florian Opahle wurde 1983 in Rosenheim geboren. Im Alter von fünf ­Jahren begann er, klassische Gitarre zu lernen: Er bekam Unterricht bis zum 20. Lebensjahr. Der Gitarrist wurde bald zu einem gefragten ­Studiomusiker mit einer langen Referenzliste, die von Iron Maidens ­Bruce Dickinson bis hin zu Chris Thompson reicht. Nach verschiedenen Jobs in Peter Maffays und Leslie Mandokis Red-Rock-Studios schickte Mandoki Florian Opahle mit Masha auf Tour. Dabei entstand der Kontakt zu Ian Anderson.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

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