"La Grande Bellezza" siegt

Europäischer Filmpreis für "Oh Boy"

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Regisseur Jan Ole Gerster erhielt den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Bester Debütfilm aus den Händen von Schauspielerin Karoline Herfurth.

Berlin - Ein schwärmerisches Epos aus Italien gewinnt den Europäischen Filmpreis. Den Deutschen bleibt mit dem Independentfilm „Oh Boy“ein Achtungserfolg.

Der große schwelgerische Bilderrausch aus Italien schlägt an diesem Abend den kleinen melancholischen Schwarz-Weiß-Film aus Deutschland. Gleich vier Trophäen holte Paolo Sorrentinos Gesellschaftsporträt „La Grande Bellezza - Die große Schönheit“. Die ebenfalls für den Hauptpreis und weitere drei Preise nominierte deutsche Tragikomödie „Oh Boy“ von Jan Ole Gerster bekam lediglich die Auszeichnung als bester Erstlingsfilm. Den Deutschen blieb bei der Verleihung des 26. Europäischen Filmpreises in Berlin so nur ein Achtungserfolg.

„Bellezza“-Hauptdarsteller Toni Servillo (54) nahm am Samstagabend den Preis als bester europäischer Schauspieler entgegen - für seine Rolle als philosophierender Lebemann aus Rom. In dieser Kategorie setzte er sich gegen „Oh Boy“-Darsteller Tom Schilling durch. Weitere Auszeichnungen vergab die Europäische Filmakademie in den Kategorien Regie und Schnitt an „La Grande Bellezza“.

Der Siegeszug von „Oh Boy“, der unter anderem den Deutschen Filmpreis gewann, setzte sich damit auf europäischer Ebene nicht fort. Zuletzt hatte im Jahr 2006 mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck ein deutscher Film den europäischen Filmpreis gewonnen.

Auch in der Kategorie beste Schauspielerin hatten die Deutschen Chancen - und verloren. Barbara Sukowa konnte sich mit ihrer Rolle als deutsch-jüdische Philosophin „Hannah Arendt“ nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Gewinnerin wurde die Belgierin Veerle Baetens (35) für ihre Leistung in „The Broken Circle“. Sie spielt in dem bewegenden Drama von Felix Van Groeningen eine Mutter, die ihr Kind verliert.

Der Europäische Filmpreis wird gern als europäischer Oscar bezeichnet. Im Vergleich zu seinem amerikanischen Vorbild fehlt es ihm allerdings immer noch an Glamour - bei der diesjährigen Gala kamen zum Beispiel drei prominente, auch in Hollywood erfolgreiche Nominierte nicht: die Briten Jude Law, Naomi Watts und Keira Knightley. Umso größer war die Aufmerksamkeit für die französische Diva Catherine Deneuve, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde.

dpa

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