Ex-Model Waris Dirie in München geehrt

Dinner mit der Wüstenblume

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Model und Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie

München - Sie kämpft, sie schimpft, sie klärt auf – und manchmal verzweifelt sie auch. Dann schießen Waris Dirie Tränen in die Augen, wenn sie über die Millionen von Mädchen erzählt, die noch immer Opfer von Beschneidung werden.

Am liebsten würde sie alle retten, ihnen die Qualen ersparen, ein Leben in Würde ermöglichen. Deshalb gründete die 48-Jährige vor zwölf Jahren ihre Organisation Desert Flower Foundation.

Das elegante Dinner

Auch Waris Dirie hat dieses Schicksal erleiden müssen.Sie floh als Mädchen durch die Wüste nach Mogadischu, landete in London, lebte auf der Straße, jobbte in einem Fastfood-Lokal, bis sie von einem Fotografen entdeckt wurde und eine internationale Model-Karriere startete. In ihrem Buch Wüstenblume verarbeitete sie schließlich ihr Schicksal. Das Buch wurde zum internationalen Bestseller, später unter der Regie von Sherry ­Hormann verfilmt.

Auszeichnungen, UN-Ehrenämter und Preise erhielt Dirie – am Dienstag kam ein weiterer dazu. Die Münchner Thomas-Dehler-Stiftung zeichnete sie jetzt mit dem gleichnamigen Preis aus, „weil sich auch der Politiker Dehler sehr stark für Menschenrechte eingesetzt hat. Er hätte Waris Diries Kampf unterstützt“, erklärt Vizepräsidentin Cornelia Schmalz-Jacobsen die Entscheidung.

Vor der offiziellen Preisverleihung versammelte Ex-Tourismuschefin und FDP-Politikerin ­Gabriele Weishäupl einen ausgewählten Kreis von Frauen zu einem exklusiven Dinner bei Käfer im Weinkeller. Mit dabei: die kleine Safa aus Somalia, die einst in der Wüstenblume-Verfilmung die kleine Waris spielte. Heute ist sie sieben Jahre alt und besucht eine Privatschule in Somalia. Was sie einmal werden will? „Schauspielerin“, antwortet sie schüchtern.

Die Kleine hat Dirie vor Beschneidung retten können – ihre Familie bekommt dafür Geld, muss die Tochter aber regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. „Es geht nur mit Geld. Anders können wir die Tradition nicht brechen“, glaubt Dirie. Mit Worten allein könne man einen so tief verwurzelten, grausamen Brauch nicht ändern.

Die zwanzig Ladies hängen an den Lippen von Dirie. Sie schildert drastisch, wie noch immer die Frauen in ihrer Heimat behandelt werden. Laut, temperamentvoll, wütend wird sie.

Privat hat sich Dirie nach Danzig zurückgezogen. Vor Jahren, als ihre polnische Freundin ihr die Stadt zeigte, hat sie spontan ein Haus an der Ostsee gemietet. Dort kam auch ihr jüngster Sohn zur Welt, Leon (4). Ihr Ältester, ­Alekee (16) lebt beim Vater in Amerika. Außerdem hat sie die Tochter ihres Bruder bei sich aufgenommen – auch um sie vor den Beschneidungen in der somalischen Heimat zu retten. „Ich gebe nicht auf, nie!“

Ebenfalls bei dem Dinner am Montagabend dabei waren: Society-Lady ­Ulrike ­Hübner, die jetzt zum Festspiel-Reigen nach Bayreuth und Salzburg aufbricht und dafür bereits schöne Couture-Kleider ausgewählt hat, ­Kathrin ­Wickenhäuser, Metro-Lady Kristin Hegner-Cordes („Kein Buch hat mich je so beeindruckt, wie ihre Wüstenblume“), Kultur-Sponsorin Rose Gräfin von Königsdorff, Thulisile ­Magubane, die Generalkonsulin von Südafrika und Uschi Dämmrich von ­Luttitz mit Tochter Stephanie.

Maria Zsolnay

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