Fierek: Die (Münchner) Freiheit ist sein Stammplatz

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Als Münchner Kindl liebt Wolfgang Fierek sein Schwabing, nur wohnen mag er hier nicht mehr. Vor Kurzem ist er nach Aying gezogen

München - Wolfgang Fierek wird 60 – und sucht mehr denn je die Herausforderung. Mit der tz sprach er über seine Pläne.

Wolfgang Fierek sitzt an seinem Stammplatz im Café Münchner Freiheit. Wie immer mit dem Rücken zur Wand. „Am besten ist es, alles im Blick zu haben“, witzelt er. „Und im Griff“, fügt er hinzu. Das gehe zwar nicht immer, „aber immer öfter — eine Sache, die mit dem Alter kommt“. Das Altern ist ein Thema, mit dem sich der bayerische Easy Rider zur Zeit häufiger beschäftigt. Aus gutem Grund: Am Donnerstag feiert er seinen 60. Geburtstag.

Und zwar dort, wo es Fierek seit seinem ersten Besuch vor 40 Jahren immer wieder hinzieht: In New York. Wegen der Stadt, in der ihn keiner kennt, und weil es in Amerika richtig gute saftig-durchwachsene Steaks gibt. „An meinem Geburtstag, da esse ich Steak und Hummer, meine absolute Lieblingskombination.“

Hier in München gönnt er sich erst mal einen Bienenstich. Und blickt nach draußen ins trübe Schneetreiben, sinniert übers Licht: „Früher hab’ ich mich immer gefragt, warum in amerikanischen Filmen alles besser ausschaut, bis ich selbst in den USA war und gesehen habe, wie toll das Licht im mittleren Westen aussieht gegen unser europäisches Grau.“ Wenn sich der Fierek einmal zur Ruhe setzen sollte, dann in seinem Haus bei Phoenix in Arizona: „Ich brauche die Exotik, die Wärme und das Licht, und der Bayer an sich ist ja international, der kommt überall zurecht.“ Und „gleich um die Ecke“ ist dort sein Lieblingsziel für Ausflüge auf der Harley: das Monument Valley. „Wenn ich tot bin, will ich, dass meine Asche dort verstreut wird.“

Noch ist er quicklebendig, der bayerische Cowboy, der seine Frau, die Malerin Djamila Fierek, nach einem Ritual der Sioux-Indianer geheiratet hat. Weil sie Muslima ist, er ein gläubiger Christ, und beiden die Hochzeit trotzdem so wichtig war, dass eine standesamtliche Trauung nicht gereicht hätte. „Ich hab’ das einem Freund erzählt, der mit einer Sioux verheiratet ist, und die hat dann für uns beim Stamm vorgesprochen. Der Stammesälteste und der spirituelle Führer wollten sicher sein, dass das alles kein Gag ist“, erzählt Fierek.

Ein Gag war es nicht, sondern echte Liebe. Seine Ehefrau war es auch, die ihm half nach seinem schweren Motorradunfall vor sieben Jahren wieder auf die Beine zu kommen. Nach Jahren beruflicher Zwangspause will er jetzt, als 60-Jähriger, noch einmal voll durchstarten. „Ich bin dabei, mich neu zu erfinden.“ Keine leichte Aufgabe, jedenfalls dann nicht, wenn man Wolfgang Fierek heißt. Denn dem geht es um nichts weniger als den Erfolg, den er vor 25 Jahren mit dem Schlager Resi, i hol di mit mei’m Traktor ab „zu toppen“, wie er sagt: „Ich suche geeignete Produzenten und Texter, und wenn ein paar gute Songs im Kasten sind, gehe ich auf Tournee.“

Und ja, einen Kinofilm will er auch noch machen. Das Drehbuch hat er selbst geschrieben, nun will er den Film auch eigenhändig produzieren und Regie führen. Von der Handlung verrät er nur so viel: „Es geht um Bayern und Amerika und um einen Typen, der durch einen Schicksalsschlag sein ganzes Leben in Frage stellt.“ Wie Fierek selbst. Der Film erinnere an sein Leben, eine Autobiografie soll er aber nicht werden.

Sein schwerer Motorradunfall im April 2003 gab den Ausschlag zu dem Film. Überhaupt, der Unfall — „durch ihn hab ich gemerkt, dass ich sterblich bin“. Viel habe sich seitdem in seinem Leben geändert. „Vorher hab ich immer viel Gas gegeben, zum Schluss aber viel zu viel“, gibt er zu. Auch seine Ehe mit Djamila (45) habe zusehens darunter gelitten. Und so scheint es ihm in der Rückschau wie ein Fingerzeig Gottes, dass er durch den Unfall, in den er unverschuldet verwickelt wurde, dem Tod ziemlich nahe kam.

Heute kann er glücklicherweise wieder ohne Einschränkungen leben. Eine Erfahrung, die ihm Kraft gibt: „Ich bin ein Typ, den man nicht stoppen kann, außer man legt mich flach, wie eben durch den Unfall.“ Verändert habe er sich dadurch auch: „Früher war ich ekelhaft und verbissen.“

Aber erfolgreich. Denn eine Schauspielschule hat Fierek nie besucht. Durch die Bekanntschaft mit Regisseur Klaus Lemke kam er zufällig zum Film. Und war so gut, dass er für den Streifen Amore mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Es folgten vor allem TV-Serien, mit denen er sich in die Herzen der Zuschauer spielte: Monaco Franze, Zwei Münchner in Hamburg, Ein Bayer auf Rügen. Später folgten Publikumslieblinge wie Tierarzt Dr. Engel und Zwei Männer am Herd.

Privat führte Fierek immer ein skandalfreies Leben. Mit Djamila, so Fierek, habe er die ideale Partnerin zum Altwerden gefunden: „Und da sie 15 Jahre jünger ist als ich, tue ich alles dafür, dass ich mein Alter nicht spüre.“ Morgens gibt es Haferflocken mit Banane, Alkohol hat er komplett gestrichen, jeden Tag trainiert er mit seinen Hanteln und macht Stretchübungen. „Wenn man sich nicht gehen lässt, ist auch 60 kein Alter“, sagt er. Und dann sagt der leidenschaftliche Harley-Fahrer: „Es gibt noch so viele Straßen zu fahren, und Gegenwind ist für mich ein Ansporn.“ Und strahlt.

Susanne Sasse

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