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Film-Diva Gina Lollobrigida wird 95

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Gina Lollobrigida
Die Schauspielerin Gina Lollobrigida feiert ihren 95. Geburtstag. © Mario Cartelli/SOPA Images via Zuma Press Wire/dpa

Gina Lollobrigida galt als schönste Frau der Welt und stand mit großen Hollywood-Stars vor der Kamera. Auch als Fotografin und Bildhauerin war die Italienerin erfolgreich.

Rom - So einen Lebensabend hat die große Gina Lollobrigida nicht verdient. Einst war sie Kino-Ikone, Sexsymbol, Fotografin, Bildhauerin und UN-Botschafterin, ein Weltstar.

Heute darf sie nicht mehr über ihr Vermögen entscheiden, nachdem ein Gericht ihr nach einem jahrelangen Familienstreit einen Vormund zugewiesen hat. „Ich habe das Recht in Frieden zu leben, aber auch in Frieden zu sterben“, sagte Lollobrigida im November in einer italienischen TV-Sendung unter Tränen. Am Montag (4. Juli) wird sie 95 Jahre alt.

Gina Lollobrigida
Gina Lollobrigida mit ihrem Kollegen Jean Marais auf der Berlinale 1958. © picture alliance / Heinz-Jürgen Göttert/dpa

Lollobrigida war eine der großen Diven des italienischen Kinos. Neben Sophia Loren, Claudia Cardinale und der im Februar gestorbenen Monica Vitti erlangte sie in den Nachkriegsjahrzehnten weltweiten Ruhm und stand mit den größten Filmstars vor der Kamera. In Anlehnung an einen ihrer Filme wurde sie gar als „schönste Frau der Welt“ bezeichnet. Später hatte sie auch als Fotografin und Bildhauerin Erfolg.

Sie drehte mit vielen Hollywood-Größen

Die Künstlerin mit dem komplizierten Nachnamen - den sie trotz Drängens einiger Regisseure nie gegen einen kürzeren Künstlernamen eintauschen wollte - kam 1927 östlich von Rom auf die Welt. 1946 schlug sie sich in Rom mit Statistenrollen und Kohlezeichnungen von Gästen in Lokalen durch, als sie von Filmemacher Mario Costa entdeckt wurde und in „Opernrausch“ ihre erste größere Rolle bekam.

Dies war der Beginn einer aufregenden Karriere. Als Männerschwarm und Sexsymbol - Klischees, über die sie sich später beschwerte - drehte sie mit etlichen Hollywoodgrößen von Humphrey Bogart über Marcello Mastroianni, Sean Connery, Alec Guinness, Burt Lancaster bis Rock Hudson. An der Seite von Anthony Quinn brillierte sie in „Der Glöckner von Notre Dame“ (1956). Auch „Fanfan, der Husar“ (1952) und „Die Schönen der Nacht“ (1952) gehörten zu ihren großen Erfolgen.

Von 1956 bis 1959 gewann sie vier Jahre in Serie einen Bambi als beste internationale Schauspielerin, etliche Preise in ihrer Heimat Italien kamen dazu. Zum Oscar, den etwa ihre „Busenfeindin“ Sophia Loren gewann, reichte es für „La Lollo“ indes nicht.

Das Herz vieler Italiener aber war Gina - eine Koseform von Luigina - sicher. Auch, weil sie neben Glamour auch Prinzipien hatte und deswegen die Schauspielerei Anfang der 70er Jahre aufgab. „Ich habe es abgelehnt, mich auszuziehen“, erklärte sie später. Filmproduzenten hätten sie deshalb nicht mehr beachtet. Die selbstbewusste Italienerin wurde dann Fotografin und bekam illustre Objekte vor die Linse wie Fidel Castro, Fußballidol Pelé, Ronald Reagan, Paul Newman, Salvador Dalí und auch die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Privat und in der Liebe hatte sie wenig Glück

In den 90er Jahren wechselte sie zur Bildhauerei, stellte Skulpturen aus und engagierte sich als Unicef-Botschafterin. Auf roten Teppichen und bei den Film-Galas war die Diva - meist grell geschminkt, mit pompösen Abendroben und wilden Haaren - weiter gerngesehener Gast.

Privat und in der Liebe hatte sie nach eigenen Worten „weniger Glück als andere“ - und das schon vor den unschönen Entwicklungen in ihren letzten Jahren. Aus der 1949 geschlossenen Ehe mit dem jugoslawischen Arzt Milko Skofic ging Sohn Andrea Milko Jr. hervor, mit dem sie sich später zerstritt und der dann höchstgerichtlich erwirkte, dass seiner Mutter wegen deren Geisteszustand ein Finanzvormund vorgesetzt wurde.

„Ich habe nichts Schlimmes gemacht“, sagte Lollobrigida im Herbst. Aufgewühlt, aber auch erschöpft saß sie damals im TV-Studio und erzählte ihre Geschichte. Irgendwann kniete sich Star-Moderatorin Mara Venier vor die Schauspielerin auf den Boden, nahm deren Hand und forderte ihre Freundin auf, nicht aufzugeben und weiter zu kämpfen.

Gina Lollobrigida
Gina Lollobrigida beim 10. Filmfest in Monte Carlo 2010. © Ettore Ferrari/ANSA/dpa

Lollobrigida erwiderte: „In meinem Alter sollte ich eigentlich ein bisschen Frieden haben. Aber den habe ich nicht. Ich bin müde. Man sollte mich in Frieden sterben lassen.“ Ihre Stimme zitterte dabei.

Bei dem Streit mit ihrem Sohn und auch dem Enkel gehe es nicht um das Wohl der Diva, sondern um Geld, schildert es Lollobrigidas Anwalt Antonio Ingroia, früher ein Anti-Mafia-Staatsanwalt.

Auf das Vermögen hatte es wohl auch ein Heiratsschwindler aus Spanien abgesehen, den Lollobrigida im Jahr 2006 beinahe geehelicht hätte. Und auch im aktuellen Zwist mit ihrem Sohn steht in junger Mann im Fokus, offiziell ihr Assistent, laut Lollobrigida „mein großes Glück“. Der Mann lebt mit seiner Frau und dem Kind bei der Seniorin - und habe Lollobrigida manipuliert, wie deren Sohn behauptet. dpa

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