Er wurde mitten aus dem Leben gerissen

"Mister Mahag": Fritz Haberl ist tot

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Fritz Haberl mit Ute Haberl im Jahr 2008

München - Am Donnerstag brach Fritz Haberl unter der Dusche zusammen. Seine Frau Ute rief sofort den Notarzt, der den 79-Jährigen noch ins Bogenhausener Klinikum brachten. Doch der Kampf war vergeblich: "Mister Mahag"ist tot.

Gerade noch erlebte Fritz Haberl die schönsten Tage des Jahres. In Griechenland, in einem traumhaften Luxusressort, machte er für eine knappe Woche Urlaub. Doch dann, am Mittwoch, rief ihn wieder die Pflicht: der umtriebige Geschäftsmann flog zu einer Aufsichtsratssitzung nach Nürnberg, kehrte später nach München in seine Villa in den Herzogpark zurück. Dort, am Donnerstagmorgen, brach Fritz Haberl plötzlich unter der Dusche zusammen. Seine Frau Ute rief sofort den Notarzt, der den 79-Jährigen noch ins Bogenhausener Klinikum brachten. Doch der Kampf war vergeblich: Fritz Haberl schloss für immer die Augen – plötzlich und unerwartet. Bis gestern war nicht klar, was die Todesursache war. „Er starb, wie er gelebt hat, im Hauruck-Tempo“, sagte am Freitag eine seiner engsten Vertrauen, die Star-Fotografin Elena ­Hegerich, der tz.

Mit ihr, ihrem Lebensgefährten Erhard van Straaten, einem befreundeten Unternehmer-Ehepaar und natürlich mit seiner geliebten Frau Ute hatte Haberl noch einmal sein geliebtes Griechenland genossen. Dort, wo er 30 Jahre lang sein Schiff hatte, wo er viele viele glückliche Momente verbracht hat. Doch im letzten Jahr verkaufte er diesen Traum, es wurde ihm zu anstrengend. Die Sehnsucht allerdings blieb, und so buchte er sich und seine Freunde an der traumhaften Costa Navarino ein, im Ressort The Romanos.

Es sollte seine letzte Reise werden. „Er hat das Leben in vollen Zügen genossen“, weiß Hegerich. „Er war ein wunderbarer, Freund und eine Autorität in seiner Branche.“ Manchmal auch grantig, aber immer verständnisvoll seinen Freunden gegenüber. Die schwärmen noch heute von seinen legendären Festen, zu denen er großzügig eingeladen hatte. Denn Geld hat er viel verdient, auch, weil er hart gearbeitet hat: Aus dem familiengeführten Autohaus machte Fritz Haberl in den 50er- und 60er- Jahren den Handelsriesen Mahag mit 2000 Mitarbeitern. Der einstige Ministerpräsident Franz-Josef-Strauß heftete Fritz Haberl zu dessem 50. Geburtstag das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ans Revers.

Die beiden verstanden sich bestens: Haberl war auch politisch engagiert und saß von 1976 bis 1980 für die CSU im Bundestag. Und auch die Ämter eines Honorkonsuls nahm er ernst. Erst für Zentralafrika, später für die Philippinen.

Privat liebte er seine Frau Ute. Die lernte er Anfang der 70er-Jahre kennen, kurz nachdem er von seiner ersten Frau ­Helga geschieden war. Mit Ute hat er zwei Kinder, die Töchter Bettina und Julia. Aber ein Schicksalsschlag raubte Fritz Haberl die erste Tochter aus seiner Ehe mit Helga Haberl. Die damals 28-jährige Andrea Haberl starb ausgerechnet durch einen Autounfall.

Fritz Haberl wäre am 2. Januar 80 Jahre alt geworden. Und hätte bestimmt wieder ein Riesenfest für Familie und Freunde gemacht. Die müssen jetzt Abschied nehmen: Geplant ist ein Gottesdienst im engsten Familienkreis und eine große Trauerfeier zur Beisetzung.

Linda von Beck/Maria Zsolnay

Haberl: der Party-König

Wenn Fritz Haberl feierte, dann richtig. Und daran sollten dann auch alle teilhaben. „Ich hab keinen Rubens, keinen Rem-brandt an der Wand. Da hätten meine Freunde nichts davon“, sagte er einmal. Auf seinem Anwesen am Ammersee gab er ebenso rauschende Feste wie in Kitzbühel, lud Gäste in seine Villa in der Toskana oder auch mal auf seine Yacht im Mittelmeer.

Bis heute legendär ist die Feier von Fritz Haberls 50. Geburtstag. 1000 Gäste kamen da in den Herkulessaal der Residenz und feierten später bei Köstlichkeiten aus dem Hause Käfer im Deutschen Theater weiter.Eine Großzügigkeit, die der SPD sauer aufstieß und dadurch zum Politikum wurde.

Den 60. Geburtstag verbrachte Haberl dann lieber am anderen Ende der Welt in Australien, zum 70. gab es eine Kreuzfahrt in der Karibik. Seinen 80. Geburtstag hat Fritz Haberl leider nicht mehr erlebt.

Haberl: der Mahag-König

Schon zu seiner Kfz-Mechaniker-Lehre düste der junge Fritz am liebsten mit seinem Motorrad. Dem Gefährt, mit dem sein Papa Kaspar Haberl ursprünglich den Grundstein für die Mahag legte, die Münchner Automobil-Handel Haberl GmbH & Co. KG. Ein Autohaus für Opel folgte, Mama Katharina übernahm den Handel mit Volkswagen. Nach den Kriegswirren entschied sich die Familie, ganz auf Volkswagen und Porsche zu setzen. Eine Entscheidung, die auch der 19-jährige Juniorchef Fritz bereits mitgetragen hatte.

Und Fritz Haberl war es auch, der aus dem Familien-Autohaus ein florierendes Unternehmen mit anfänglich 1000, später über 2000 Mitarbeitern machte. Sein Erfolgsrezept: Haberl eröffnete mit der Mahag zahlreiche Einzelbetriebe in den Münchner Stadtteilen, um näher am Kunden zu sein. Das Geschäft brummte. Die Mahag war zur Jahrtausendwende Deutschlands größter VW- und Porsche-Händler. Dann stieg Fritz Haberl aus – trat als Aufsichtsratschef zurück, was viele Mitarbeiter enttäuschte. Haberl war noch immer im Aufsichtsrat der Nürnberger Versicherungsgruppe.

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