„Ausschließlich den echten Fritz“

Fritz Wepper ungeschminkt: Kurz vor seinem 80. Geburtstag erscheint seine Autobiografie

Fritz Wepper wird 80.
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Fritz Wepper wird 80. Die meisten kennen den vielseitigen Schauspieler wohl aus seiner Paraderolle als Bürgermeister Wolfgang Wöller aus „Um Himmels Willen“.

In seiner neuen Autobiografie „Ein ewiger Augenblick“ gibt Schauspieler Fritz Wepper kurz vor seinem 80. Geburtstag einen ungeschönten Einblick auf sein Leben.

München - Keine Gerüchte, keine Lügen, kein Schönreden. Auf knapp 300 Seiten gibt es „ausschließlich den echten Fritz durch und durch“, verspricht Fritz Wepper. Wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag erscheint heute die erste Autobiografie des Schauspielers, der am Tegernsee lebt. „Ein ewiger Augenblick“ hat er sie genannt. Geschrieben hat er sie zusammen mit der Münchner Journalistin Anna Butterbrod. Die einzelnen Kapitel, die eher sprunghaft statt chronologisch sein Leben beleuchten, sind unterbrochen von Statements seiner Familie, seiner besten Freunde – wie Leopold Prinz von Bayern, Bernd Herzsprung und Werner Mang –, seines Fahrers André und seiner Maskenbildnerin Michaela.

Die Biografie erscheint im Heyne-Verlag und kostet 20 Euro. Fritz Wepper hat sie zusammen mit Anna Butterbrod geschrieben.

Fritz Wepper veröffentlicht Autobiografie: Erste Ehe und Affären

Ein großes Kapitel widmet Wepper seiner ersten Frau Angela, die 2019 gestorben ist. Vom ersten Mal, als er sie im Münchner* Nachtclub Kinki sah, bis hin zu ihrem Tod, der ihn sehr schmerzte. Einen weiteren Schicksalsschlag, über den er nie öffentlich gesprochen hat, schreibt er sich im Buch von der Seele: eine Fehlgeburt seiner Frau. „Ich freute mich so auf unser erstes gemeinsames Kind, das im April 1980 zur Welt kommen sollte. Sie verlor das Baby im dritten Monat. Das war mit das Traurigste, was ich in meinem Leben durchmachen musste.“

Im Oktober 1981 kam dann eine gesunde Tochter auf die Welt: „Mein Söphelchen war da, was für ein Gefühl!“, schreibt Wepper. In der Ehe mit Angela war Wepper nicht immer treu. Im Buch macht er es kurz: „Ich habe viele Fehler gemacht, dazu zählen auch Affären, aber sie hat mir immer wieder verziehen.“

Fritz Wepper veröffentlicht Autobiografie: Die Rolle in „Derrick“

Erst in „Der Kommissar“, später bei „Derrick“, war Fritz Wepper der Assistent Harry Klein. Noch heute legendär, auch weil jeder den Satz kennt: „Harry, hol schon mal den Wagen.“ Wepper schreibt dazu: „Das Serienzitat, das mich am meisten nervt, ist so nie gefallen. In keiner der 281 Derrick-Folgen*. Trotzdem verfolgt mich der Kultspruch bis heute. Denn es fühlte sich für mich so an, als würde man die Jahre harter Arbeit, die ich in Derrick investiert hatte, auf einen ziemlich blöden Satz reduzieren.“

„Harry, hol schon mal den Wagen“: Fritz Wepper, hier mit „Derrick“-Darsteller Horst Tappert, hasst den Kultsatz.

Fritz Wepper veröffentlicht Autobiografie: Krankheit

Krankenhaus, Krebs, Koma und zwei Herzoperationen – viel ist über Weppers Gesundheitszustand spekuliert worden*. Im letzten Kapitel seiner Biografie erzählt er frei von Selbstmitleid über den Kampf gegen den Krebs, gegen den Feind, den selbst die Ärzte nicht ausmachen konnten. „Anscheinend hatte ein malignes Melanom gestreut, doch diese Wurzel allen Übels haben die Ärzte bis heute nicht gefunden.“ Weppers Leiden begann im Oktober 2020, als er mit heftigen Schmerzen aufwachte. Die Angst vor neuen Diagnosen, vor der Zukunft und dem Tod – Wepper fand Halt in der Meditation.

Fritz Wepper veröffentlicht Autobiografie: Heimliche Hochzeit

Es sind vier Sätze, die alles, was je über Susanne Kellermann und Wepper* gesagt und geschrieben wurde, zusammenfasst: „Ein Leben ohne Sanne kann ich mir nicht vorstellen. Nur ihretwegen habe ich meines ja noch. Filippa wird uns immer verbinden, aber das war mir nicht mehr genug. Darum habe ich Sanne gefragt, ob sie mich heiraten will“, schreibt Wepper auf Seite 228. Und Kellermann liefert auch gleich den Grund für die lange Geheimhaltung: „Wir wollten uns weder erklären noch rechtfertigen müssen, hatten keine Lust auf neue Schlagzeilen.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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