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tz-Besuch am Starnberger See

Der "fünfte Beatle" wird 75 - was macht er heute?

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Mit seiner Frau Christina lebt der Künstler heute am Starnberger See. Das Paar hat zwei Kinder

Starnberg - Ein gebürtiger Berliner, der in Hamburg den Grundstein für seine Karriere legte und mittlerweile am Starnberger See lebt: Der "fünfte Beatle" Klaus Voormann wird heute 75. Die tz besuchte ihn.

Ein außergewöhnlicher Grafiker, ein starker Bassist – und einer der wenigen Menschen, die auf Du und Du mit den Beatles sind – und das von Anfang an. Das alles und noch viel mehr ist Klaus Voormann. Heute wird der Tausendsassa 75 Jahre alt.

Gegenüber der tz blickt er zurück auf ein erfülltes Leben. Einige Highlights: Für die Gestaltung des Beatles-Covers zu Revolver erhielt er 1966 seinen ersten Grammy, den zweiten für seine Mitwirkung beim Bangladesh Concert mit George Harrison. 1980 produzierte er für Trio einen der größten Hits der Neuen Deutschen Welle: Da da da. 1981 lernte er in München seine spätere Frau Christina kennen. In seinem Atelier arbeitet Voormann gerade an dem neuen Buch- und Ausstellungsprojekt Hamburg Impact, als Vorgeschmack gibt es jetzt einen Jubiläumskunstdruck.

Herr Voormann, wo werden Sie feiern?

Klaus Voormann: Ich fliege mit meiner Frau und unseren Kindern nach Teneriffa. Für mich ist das eine Rückkehr, nach genau 50 Jahren. Im April 1963 war ich auch dort, zu meinem 25. Geburtstag. Ich half meinem Vater, ein Haus zu bauen, als sich eines Tages Freunde aus England meldeten. Paul, George, Ringo. Sie meinten, sie bräuchten nach der Aufnahme ihrer Schallplatte eine Pause, also kamen sie mich in Teneriffa besuchen. Wir hatten eine großartige Zeit.

Die Beatles hatten damals gerade ihren allerersten großen Hit, „Please please me“!

Voormann: Ja, aber auf Teneriffa kannte sie noch keiner. Ich weiß noch, wie George in einen Laden ging, auf sein Gesicht auf dem Albumcover zeigte und sagte: „Das bin ich, wir sind die Beatles.“ Und die Verkäuferin nur meinte: „Que? Beatles?“ Teneriffa 1963 war das letzte Mal, dass sie unerkannt durch die Straßen gehen konnten.

Was hat Sie an den Beatles 1960 so fasziniert?

Voormann: Der Sound war großartig. Richtig guter Rock’n’Roll. Eine Urgewalt. Ich arbeitete in Hamburg. Eines Abends ging ich am Kaiserkeller-Club vorbei, hörte die Musik und ging hinunter. Nach dem Konzert kamen wir ins Gespräch, am nächsten Abend kam ich wieder, so ging das weiter. Wir redeten über Filme, Musik, Kunst, und dann fragte ich, ob ich ihr Plattencover gestalten dürfte.

So kam’s ja auch. Beinahe wären Sie zuvor auch Mitglied der Band geworden, als der Bassist Stuart Sut­cliffe 1961 die Beatles verließ.

Voormann: Stuart verkaufte mir seinen Bass, und als ich John Lennon fragte, ob ich einsteigen könnte, meinte er: „Sorry, Klaus, aber Paul hat sich gerade einen Bass gekauft. Wir nehmen ihn.“

Gefiel Ihnen die Musik der Beatles auch noch, als sie so richtig berühmt wurden, der Rock’n’Roll einem eher gefälligen Mainstream-Beat-Pop wich?

Voormann: Anfangs war ich schockiert. Umso mehr beeindruckt hat mich, wie die Jungs mit dem Ruhm umgingen. Sie hielten sich nie für die Größten, sonst wären sie auch vor die Hunde gegangen wie Elvis oder Jacko. Ihnen war das Getue eher peinlich. Gerade George und John. Wenn die Mädchen mit ihrem Gekreische anfingen, empfanden sie das als schrecklich. Paul konnte noch eher damit umgehen, er war ein geborener Entertainer. Ist er heute noch.

Hatte Sie die Trennung der Beatles 1970 überrascht?

Voormann: Nein, das war abzusehen. Alle waren völlig unterschiedliche Charaktere. Menschlich hatte das nicht mehr zusammengepasst. Es war anders als bei den Rolling Stones, wo du zwei enge Freunde als Frontfiguren hast, Mick Jagger und Keith Richards, und dahinter eine Band. Das hält bis heute.

Bei Ihnen ging es nach der Trennung der Pilzköpfe erst richtig los, Sie spielten noch für John Lennon und George Harrison bei deren Soloprojekten, für Manfred Mann’s Earth Band, Carly Simon und Randy Newman und blieben weiterhin ein erfolgreicher Grafiker. Hat es Sie nie genervt, immer nur auf Ihr Leben als „fünfter“ Beatle reduziert zu werden?

Voormann: Genervt nicht. Es war ja ein ganz bedeutender Teil meiner Vita, warum sollte ich das leugnen? Nur waren die Beatles eben nicht alles. Ich bekam mit Fotomodel Twiggy 1967 den Art Director’s Award für unsere Illustrationen in der Vogue, ich entwarf mehr als 100 Plattencover, nahm 2008 mein erstes eigenes Album auf, A Sideman’s Journey, etwa mit Paul McCartney und Ringo Starr. Und ich engagiere mich mit meiner Frau für Umweltprojekte.

Haben Sie jemals bedauert, kein Beatle geworden zu sein?

Voormann: Wenn ich an die Kohle denke, das wäre mir schon recht gewesen. Aber das Leben hätte ich nicht führen wollen. Immer eingesperrt sein zwischen Flugzeug, Hotel, Bühne. Sich nicht mehr frei bewegen können. Ich habe nie etwas gezwungen, bin immer dem gefolgt, wie sich die Dinge entwickelt haben. Durch andere Zufälle wäre ich vielleicht Fußballer geworden oder Tennisspieler. So arbeite ich weiter an meinen Illustrationen und Grafiken.

Es geht Ihnen also gut!

Voormann: Ja. Sehr. Ich habe ein wunderbares Leben mit meiner Frau hier am Starnberger See. Es ist gut so, wie alles gekommen ist. Es ist sehr gut.

Florian Kinast

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz.  © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz.  © dpa

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