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Geheime Kunst-Aktion: Dieser Superstar besprayt in München eine Hauswand

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Von: Maria Zsolnay

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Adele soll unter dem Namen Bambi Graffiti sprühen.
Adele soll unter dem Namen Bambi Graffiti sprühen. © dpa

Eine Hauswand in der Altstadt soll von eine Künstlerin besprüht werden - irgendwann in der Nacht. Sie nennt sich Bambi. Doch ein Münchner Galerist ist sich sicher zu wissen, wer sie wirklich ist. Nämlich ein Weltstar.

Es soll in der Nacht passieren, still und heimlich, wenn keiner zuschaut. In der Seitenstraße von der Maximilianstraße, in der Wurzerstraße, wird Bambi eine Hauswand besprühen – mit einem Graffiti, dass spätestens am nächsten Tag um die Welt gehen wird. Denn Bambi ist nicht irgendwer, sondern eine heiß und hochgehandelte Künstlerin (siehe unten). Und: Ihr wahrer Name soll geheim bleiben. „Hinter Bambi steckt Adele, die Sängerin“, weiß Dirk Kronsbein. Er zeigt ab Mitte April in seiner renommierten Galerie Adeles Werke. Zwei Tage vorher soll sie die Wand gegenüber der Galerie, die vor zwei Jahren bereits der französische Graffiti-Künstler Blek le Rat verziert hat, besprühen.

Warum er sich so sicher ist, dass hinter Bambi Adele, die berühmte, mehrfach preisgekrönte Sängerin (Hello, Skyfall-Soundtrack) steckt? „Wir haben die Werke direkt von ihrem Studio gekauft. Ich bin mir hundertprozent sicher.“

Bambi alias Adele und ihre Street Art passen genau ins Portfolio der Galerie. Neben Blek le Rat wirbelte Kronsbein vor allem mit den zahlreichen großformatigen Gemälden von Banksy im Sommer 2016 in der Kunstszene viel Staub auf. Auch dieser Street-Art-Künstler bleibt anonym – deshalb wird Bambi gern auch als der weibliche Banksy bezeichnet.

Dirk Kronsbein ist bekannt für seine Aufsehen erregenden Ausstellungen. Knallig, poppig und ein wenig provokant muss es sein – und wenn der Künstler dann noch selbst kommt – oder eben in einer Nacht- und Nebelaktion ein temporäres Kunstwerk hinterlässt – ist ihm die Aufmerksamkeit der Kunstwelt sicher.

Zeigen angesagte Szene-Künstler in ihrer Galerie: Dirk Kronsbein mit Tochter Sarah.
Zeigen angesagte Szene-Künstler in ihrer Galerie: Dirk Kronsbein mit Tochter Sarah. © Heinz Weissfuss

Mit einer gewöhnlichen Vernissage ist es dem umtriebigen und sehr gut vernetzten Galeristen und ehemaligen Firmeninhaber nicht getan. Seine engsten Freunde und Sammler bittet er oft einen Tag vor der Eröffnung zum Private-Dinner mit dem Künstler, am Tag der Vernissage platzt die Galerie in der Wurzerstraße meist aus allen Nähten – kurzerhand verlegt man den roten Teppich schließlich nach draußen auf den Gehsteig, dort smalltalkt es sich bei Weißwein und kühlem Prosecco sowieso besser. Und man trifft sie alle – die Schauspieler (wie ­Katerina ­Jacob, die extra für die Banksy-Ausstellung einflog, oder Sunnyi Melles, die Kunst sammelt), die Politiker (Wolfgang Heubisch aber auch Christian Ude sind häufige Gäste) und natürlich die vielen Münchner Society-Ladys, PR-Damen, die blutjungen, hübschen Moderatorinnen, die interessanten Männer.

Auch zur Vernissage von Bambi (geplant am 12. April) wird man sich wieder um eine Einladung reißen. Und auch wenn Bambi beziehungsweise Adele nicht an diesem Abend da sein wird – ihr Graffiti kann man dann schon bewundern.

Was sprüht Bambi (alias Adele)?

Seit 2011, als Bambi zum ersten Mal ein Porträt von Amy Winehouse an eine Wand sprühte und es mit Bambi signierte, rätselt die Kunstwelt: Wer ist Bambi? Ihre Londoner Galerie Walton Fine Arts spricht nur von einer weiblichen, britischen Künstlerin, geboren in den 1980er-Jahren, die auch ein Star im Showbiz ist. Adele (*1988) würde passen. Sie besprüht Wände und Unterführungen in London genauso wie Leinwände, Metallplatten oder Papier. Schablonenartig inszeniert sie vermeintliche Idole , Daniel Craig als 007, die Queen, ­William und Kate (siehe oben) und hinterfragt ihre Aura mit ironischen Sprüchen. Promis lieben Bambis Kunst: Rihanna, ­Angelina Jolie und Robbie Williams haben einen echten Bambi zu Hause hängen.

Ein Banksy-Kunstwerk wurde für 1,2 Millionen Euro versteigert - kurz darauf zerstörte es sich von selbst.

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