Die dänische Schlager-Ikone

Gitte Haenning: Alle Infos über den Schlager-Star

Die dänische Sängerin Gitte Haenning tritt während der Fernsehsendung Willkommen bei Carmen Nebel auf
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Gitte Haenning ist seit den 1960er Jahren als Schlagersänger im deutschsprachigen Raum bekannt

Gitte Haenning war schon als Kind ein berühmter Star im skandinavischen Raum. Noch als Teenager erobert sie den deutschsprachigen Musikmarkt und ist zur Schlagerikone avanciert. Alle Infos über ihre Karriere, ihr Privatleben und aktuelle Projekte.

  • Gitte Haenning feierte in den 1960er Jahren mit „Ich will ‚nen Cowboy als Mann“ bereits ihren Einstand in die deutschsprachige Schlagerbranche.
  • In den 1980er Jahren wagte sie einen Imagewechsel und wollte vor allem auch als Pop-Interpretin wahrgenommen werden.
  • Inzwischen umfasst ihr Repertoire aber auch Jazz- und Blues-Nummern sowie Musical-Hits.

Berlin – Die dänische Sängerin Gitte Haenning ist seit den 1960er Jahren eine feste Größe in der deutschsprachigen Schlagerbranche. Seit ihrem ersten Erfolgshit „Ich will ‚nen Cowboy als Mann“ hat sich viel im Leben der Künstlerin getan. Die Musikerin und Schauspielerin blickt auf 60 Jahre abwechslungsreiche Musikgeschichte: Angefangen von der Schlager-, über Pop- bis hin zur Jazz-Interpretin. Mit über 70 Jahren steht sie immer noch auf der Bühne und begeistert ihre Fangemeinde.

Gitte Haenning – Erste Erfolge als Kinderstar

Gitte Haenning stammt aus Dänemark und erblickte am 29. Juni 1946 in Aarhus das Licht der Welt.

Bereits im zarten Alter von acht Jahren stand Haenning in ihrer dänischen Heimat auf der Bühne. Die Liebe zur Musik hatte sie von ihrem Vater Otto Johansson geerbt, der Gesangslehrer war und ihr den Weg ins Showbusiness ermöglichte. Mit der gemeinsamen dänischen Interpretation des deutschsprachigen Erfolgsschlagers „Ich heirate Pappi“ machten die beiden bereits 1954 auf sich aufmerksam. In den Folgejahren mauserte sich das kleine blonde Mädchen mit zahlreichen Film-, Fernseh- und Musical-Auftritten zum skandinavischen Kinderstar. Gegen Ende der 1950er Jahre sang Haenning auch zunehmend in deutscher Sprache und landete Anfang der 1960er bereits einige Hits in den dänischen und schwedischen Hitparaden. 1962 kam sie sogar das erste Mal mit dem Eurovision Song Contest in Berührung, konnte aber noch keinen nennenswerten Erfolg verbuchen.

Gitte Haenning – Ihr Weg zur deutschen Schlagerqueen

Ein neuer Lebensabschnitt begann für den Teenager 1960, als Musikproduzent Nils Nosbach sie für den deutschen Schlagermarkt entdeckte. Er vermittelte ihr einen Plattenvertrag mit Electrola. 1963 gelang ihr der Durchbruch bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden mit dem Titel „Ich will ‚nen Cowboy als Mann“. Der Hit schaffte es auf Platz 1 in Deutschland und ebnete ihr den Einstieg in die Schlagerwelt. In den Folgejahren trat Gitte Haenning verstärkt an der Seite von Schlagersänger Rex Gildo auf. Die beiden galten in den 1960er als das beliebteste Duo in der Branche.

Aber auch als Solokünstlerin gab die Dänin richtig Gas. Es folgten zahlreiche Singles, wie „Man muss schließlich auch mal nein sagen können“, „Millionär“, „Weiße Rosen“, „Dann kamst du“ und „Regenbogen.“ Mit Liedern wie „So schön kann doch kein Mann sein“ (1975) und „Lass mich heute nicht allein“ (1976) erzielte sie hohe Chartplatzierungen. Und auch beim ESC konnte sie sich 1973 mit „Junger Tag“ (für Deutschland) und 1978 mit „Rien qu’une femme“ (für Luxemburg) gute Platzierungen sichern. Sogar die beiden männlichen Mitglieder von ABBA haben an Gittes Erfolg mitgewirkt und für sie 1976 den Titel „Happy End“ produziert. Während sich Gitte Haenning in Deutschland immer mehr zur Schlagerikone avancierte, nahm ihr Erfolg in Skandinavien jedoch Stück für Stück ab.

Gitte Haenning – Neues Image als Pop-Interpretin

Anfang der 1980er Jahre wagte sie einen Imagewechsel. Sie wollte nicht nur länger als Schlagerqueen, sondern auch als Popsängerin ernstgenommen werden. Mit „Freu dich bloß nicht zu früh“ (einer deutschen Coverversion von Andrew Lloyd Webbers „Take That Look Off Your Face“) schaffte sie es sogar in die Top 10. Der Song entstammte dem Musical „Tell Me On A Sunday“, das Gitte Haenning als deutsche Version mit dem Titel „Bleib noch bis zum Sonntag“ aufnahm. Das Konzeptalbum war ein voller Erfolg und wurde 1980 mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Danach folgten weitere Hits wie „Die Frau, die dich liebt“ (eine Coverversion des Barbara-Streisand-Klassikers „Woman in Love“), „Etwas ist geschehen“ (1981), „Ich will alles“ (1983) und „Lampenfieber“ (1983). Es folgten weitere überaus erfolgreiche Konzeptalben, wie „Berührungen“ von 1983, das sogar mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Ebenso begehrt waren ihre zahlreichen Live-Tourneen bis Anfang der 1990er.

Gitte Haenning – Schleichender Wandel zur Jazzsängerin

Schon in jungen Jahren war Gitte Haenning auch eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Bereits 1968 hatte sie ihr mit der renommierten Kenny Clarke/Francy Boland Big Band das Album „My Kind of World“ auf den Markt gebracht, das beim Publikum damals jedoch nur wenig Beachtung gefunden hat. Der sukzessive Schritt zur Jazzsängerin erfolgte knapp 30 Jahre später, als sie 1997 mit einem Jazz-Konzert für ihren Vater in der Komischen Opern Berlin ein neues Publikum erschloss. Das Programm wurde unter dem Titel „Songs for My Father“ in einem Live-Mitschnitt veröffentlicht. Von 2001 bis 2003 ging sie als Jazzsängerin auf Deutschlandtour und ist bis heute dem Genre treu geblieben.

Gitte Haenning – Im Erfolgstrio mit Wencke Myhre und Siw Malmkvist

Einen absoluten Erfolgshit landete Gitte Haenning gemeinsam mit ihren Musikerkolleginnen Wencke Myhre und Siw Malmkvist mit dem Programm „Gitte, Wencke, Siw – Die Show“. Die drei Sängerinnen verband nicht nur die gemeinsame skandinavische Herkunft, sondern auch zahlreiche Berührungspunkte aus dem Showbusiness. Das Programm ging von Juni 2004 bis Ende 2007 in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Bremen sowie in der Schweiz und in Österreich über 500 Mal über die Bühne.

Gitte Haenning – Ihre Alben in der Übersicht

Von 1967 an hat Gitte Haenning in regelmäßigen Abständen Alben veröffentlicht, die ihr Repertoire von Schlager, über Pop bis hin zu Jazz widerspiegeln:

  • 1967: Jeder Boy ist anders
  • 1968: Stop die Boys
  • 1969: My Kind of World (Neuveröffentlichung 2005; Gitte Haeninng Meets the Francy Boland Kenny Clarke Big Band)
  • 1975: Ich bin kein Kind von Traurigkeit
  • 1976: Was wär‘ ich ohne dich
  • 1977: Regenbogen
  • 1980: Bleib noch bis zum Sonntag
  • 1982: Ungeschminkt
  • 1983: Berührungen
  • 1984: Mit Lampenfieber auf Tournee (Live)
  • 1987: Jetzt erst recht
  • 1993: Liebster
  • 1998: My Favorite Songs
  • 2001: Songs for My Father (Live)
  • 2004: Johansson
  • 2004: Jazz (Live)
  • 2005: Gitte, Wencke, Siw – Die Show (Live)
  • 2010: Was ihr wollt

Gitte Haenning – Ihre Ausflüge auf die Theaterbühne

Bereits seit den 1990er Jahren schnupperte Gitte Haenning auch immer wieder Bühnenluft als Schauspielerin oder Musical-Darstellerin. Sie spielte unter anderem mehrere Monate in Berlin im Musical „Shakespeare & Rock’n’Roll“, das von ihrem damaligen Lebensgefährten Friedrich Kurz produziert wurde. Im Sommer 2010 spielte sie bei den Ruhrfestspielen in Marl die Rolle des Narren in der Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“. Die Produktion wurde anschließend noch im Berliner Renaissance-Theater gezeigt. 2015 wurde sie für das Zwei-Personen-Stück „Love Letters“ im Theaterhaus Stuttgart engagiert. Im Herbst 2016 übernahm sie die Rolle der Norma Desmond in im Webber-Musical „Sunset Boulevard“ im Theater Lübeck. Und 2018 war sie als alternde Tanzlehrerin Hannah in der Bühnenversion des Kultfilms „Flashdance“ in Hamburg zu sehen.

Gitte Haenning – Stationen ihres Privatlebens

So facettenreich Gitte Haennings Musikerkarriere war, so abwechslungsreich war auch ihr Privatleben. Mitte der 1960er Jahre war sie kurzzeitig mit dem dänischen Jazzmusiker Niels-Henning Ørsted Pedersen (†2005) liiert. Kurz darauf lebte sie mit dem Komponisten Robert Cornford einige Zeit in London und Rom. 1974 schien sie schließlich ihre große Liebe in ihrem Manager Jo Geistler gefunden zu haben. Doch die beiden waren gerade mal zwei Jahre verheiratet. Die Ehe wurde 1976 wieder geschieden. In den 1980er Jahren war sie einige Jahre mit dem Regisseur Pit Weyrich zusammen. Und in den 1990er Jahren lebte sie in einer Beziehung mit dem Musicalproduzent Friedrich Kurz in Berlin – ihrem heutigen Wohnort.

Gitte Haenning hat sich in ihrem Leben bewusst gegen Nachwuchs entschieden, bereut es aber laut Medienberichten bis heute nicht, keine Kinder zu haben. Vom Alter ist dem Energiebündel nichts anzumerken. Auf ihrer Homepage hält sie ihre Fans über aktuelle Projekte auf dem Laufenden.

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