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Golden Globes: Jury hat die Qual der Wahl

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Objekte der Begierde: Es wird spannend, wer sich einen der Golden Globe Awards mit nach Hause nehmen kann.
Objekte der Begierde: Es wird spannend, wer sich einen der Golden Globe Awards mit nach Hause nehmen kann. © dpa

Los Angeles - Im Januar werden die ersten wichtigen Hollywood-Preise vergeben. Anders als in den vergangenen Jahren ist die Spannung dieses Mal groß, wer die Golden Globes abräumt.

Das waren noch Zeiten, als Hollywood es der Golden-Globe-Jury leicht machte! Wie 2013, als Daniel Day-Lewis für seine Rolle als Präsident in

Lincoln

gewann. Oder 2014, als das Südstaaten-Drama

12 Years A Slave

einen Alleingang machte. Und sogar 2015, als der relativ unbekannte Richard Linklater für den Lieblingsfilm der Kritiker

Boyhood

zum besten Regisseur gekürt wurde. Aber dieses Jahr gibt's weit und breit keine absoluten Favoriten.

Bester Film in der Drama-Kategorie? In meinen 30 Jahren als

Cate Blanchett und Christian Bale.
Cate Blanchett und Christian Bale. © dpa

Mitglied der Hollywood Foreign Press Association, die den Oscar der Auslandspresse vergibt, habe ich mir noch nie so oft ratlos den Kopf gekratzt. Raum (läuft am 16. März bei uns an) - zu düster. Spotlight (Start 25. Februar) - thematisch aufregend, theatralisch flach. Carol - lesbisch unterkühlt. Bleibt nur The Revenant - Der Rückkehrer - in der Handlung vorhersehbar, vom Bild ein Meisterstück.

Womit wir bei Leonardo DiCaprio wären, der den Rückkehrer spielt. Er ist auf der Liste der besten Hauptdarsteller nominiert. Aber da kommt er nicht gegen einen Konkurrenten an, den Millionen als Breaking Bad-Drogenkoch kennen: Bryan Cranston. In Trumbo (bei uns ab 10. März) beweist der beliebte TV-Bösewicht seine überragende Qualität auf der Leinwand.

Blanchett oder Mara - wer hat die Nase vorn?

Bei den Hauptdarstellerinnen zeichnet sich ein Kopf an Kopf-Rennen ab: zwischen den beiden Carol-Protagonistinnen. Es treten an Cate Blanchett und deren Leinwand-Liebhaberin Rooney Mara.

Anders

Jennifer Lawrence.
Jennifer Lawrence. © dpa

als Hollywoods Filmakademie unterscheidet der Golden Globe zwischen Dramen und Komödien. Das Dilemma: So mancher Film hat in der Drama-Kategorie keine Chancen und die Produzenten bestehen darauf, ihr Glück bei den Comedys zu versuchen. Dabei hat der Weltraum-Thriller Der Marsianer - Rettet Mark Watney da ebenso wenig etwas zu suchen wie das Börsen-Lehrstück The Big Short (ab 14. Januar).

Allerdings sind die echten Komödien Dancing Queen und Spy - Susan Cooper undercover auch nicht preiswürdig. Das wiederum gibt Jennifer Lawrences Semi-Lustspiel Joy eine Siegeschance. Selbst wenn das nicht funktioniert, ist der Oscar-Preisträgerin der Preis als beste Komödien-Darstellerin kaum zu nehmen.

Sicherheitsmaßnahmen wie noch nie

Bei den Männern muss sich Marsianer Matt Damon gegen The Big Short-Star Christian Bale behaupten. Was in der Komödien-Kategorie einfach lächerlich ist.

Total ernst ist dagegen die Lage hinter den Kulissen. Nach dem

Bryan Cranston.
Bryan Cranston. © dpa

Terror-Anschlägen in Paris und im nur 60 Kilometer vom Golden Globe-Schauplatz entfernten San Bernardino sind die Sicherheitsmaßnahmen so groß wie noch nie. Nur wer eine der 1300 Eintrittskarten vorweisen (und sich zusätzlich ausweisen) kann, wird ans Beverly Hills Hilton Hotel herangelassen. Damit nicht genug. Um den roten Teppich betreten zu dürfen, muss jeder Gast durch die Metalldetektorschleuse.

Auswahl der Nominierungen

Die Trophäen, die am 10. Januar verliehen werden, gelten als Vorboten der Oscars. Es gibt insgesamt 25 Kategorien aus dem Bereich Film und TV. Die interessantesten:

Bestes Filmdrama

Spotlight

Regie: Tom McCarthy

The Revenant - Der Rückkehrer

Regie: Alejandro G. Iñárritu

Carol

Regie: Todd Haynes

Room

Regie: Lenny Abrahamson

Mad Max: Fury Road

Regie: George Miller

Bester Schauspieler: Drama

Bryan Cranston: Trumbo

Michael Fassbender: Steve Jobs

Eddie Redmayne: The Danish Girl

Will Smith: Erschütternde Wahrheiten

Leonardo DiCaprio:

The Revenant - Der Rückkehrer

Beste Schauspielerin: Drama

Cate Blanchett: Carol

Rooney Mara: Carol

Brie Larson: Room

Saoirse Ronan: Brooklyn - Eine ­Liebe zwischen zwei Welten

Alicia Vikander: The Danish Girl

Bester Schauspieler: Komödie

Matt Damon: Der Marsianer - Rettet Mark Watney

Steve Carell: The Big Short

Mark Ruffalo: Infinitely Polar Bear

Al Pacino: Danny Collins

Christian Bale:

The Big Short

Beste Schauspielerin: Komödie

Lily Tomlin: Grandma

Amy Schumer: Dating Queen

Maggie Smith: The Lady in the Van

Melissa McCarthy: Spy - Susan Cooper unterwegs

Jennifer Lawrence:

Joy

Bester ausländischer Film

Son of Saul: Ungarn

Mustang: Frankreich

Die Kinder des Fechters: Finnland

The Club: Chile

Das brandneue Testament: Belgien

Dierk Sindermann

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