Biografie und TV-Karriere

Günther Jauchs Karriere und Privatleben: Alles über den Star-Moderator

Günther Jauch moderiert  die Aufzeichnung der Sendung „Wer wird Millionär?“
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Seit mehr als 30 Jahren steht Günther Jauch vor der Kamera.

„Wer wird Millionär?“-Moderator Günther Jauch hat eine mehr als 30-jährige TV-Karriere hinter sich. Alles über seinen Werdegang und sein Privatleben.

  • Mit Moderationen im öffentlich-rechtlichen TV startete Günther Jauch 1982 seine Fernsehkarriere.
  • Seine Sendung „Wer wird Millionär?“ sorgte für einen Karriere- und Beliebtheitsschub.
  • In der Villa Kellermann, dem Wohnsitz von Jauch, betreibt Sternekoch Tim Raue ein Restaurant.

Potsdam – Seit mehr als 30 Jahren steht Günther Jauch vor der Kamera. Geboren wurde der Moderator am 13. Juli 1956 in Münster als ältestes Kind des Journalisten Ernst-Alfred Jauch. Mit drei Jahren zog die Familie nach Berlin, wo er aufwuchs und nach dem Abitur ein Jurastudium absolvierte. 1975 brach er dieses ab und wechselte an die Deutsche Journalistenschule in München, die er 1977 erfolgreich abschloss. Anschließend nahm er in der bayerischen Landeshauptstadt ein Studium der Politik und Neueren Geschichte auf.

Günther Jauch: Erste Karriereschritte beim Radio

Seine Karriere begann Günther Jauch zeitgleich mit seinem zweiten Studium als Sportmoderator beim Hörfunk des Bayerischen Rundfunks. Er wechselte nach zwei Jahren zum „Zeitfunk“-Ressort, das tagesaktuelle Ereignisse in verschiedenen journalistischen Darstellungsformen beleuchtete. Sein Politik- und Geschichtsstudium gab der Moderator auf, um sich voll und ganz seiner journalistischen Karriere zu widmen. Eine der ersten eigenen Sendungen war die „B3-Radioshow“ auf dem Radiosender Bayern 3. Jauch teilte sich die Moderationszeit mit Thomas Gottschalk. Das Duo wurde durch das regelmäßige Austauschen von Sticheleien zur Übernahmezeit gegen 16 Uhr bekannt. Jauch und Gottschalk traten in der Zukunft mehrfach gemeinsam auf.

Günther Jauch: Anfänge im TV

Bereits während er noch für das Radio tätig war, startete Günther Jauch erste Fernsehaktivitäten. Seine ersten Auftritte absolvierte er bei der Show „Rätselflug“ für den Süddeutschen Rundfunk (SDR) sowie für die Talksendung „Live aus dem Alabama“ für den Bayerischen Rundfunk. 1986 wechselte er zum ZDF, wo er bei den Shows „So ein Zoff“ und „Sag die Wahrheit“ auftrat. Günther Jauch übernahm 1978 das erfolgreiche TV-Format „Na sowas!“ von Thomas Gottschalk und führte es bis 1989 unter dem Namen „Na siehste!“ fort. Im Jahr 1988 moderierte er „das aktuelle sportstudio“, bis 1996 den Jahresrückblick „Menschen“. Mit Gottschalk stand er unter anderem für die „Große Show der 80er-Jahre“ erneut vor der Kamera.

Günther Jauch: Wechsel zum Privatfernsehen

Im Jahr 1990 unterzeichnete Günther Jauch seinen Vertrag mit dem Fernsehsender RTL und stand bis 2011 für das Infomagazin „stern TV“ vor der Kamera. Insgesamt moderierte er 891 Sendungen. „stern TV“ sollte der erste Karriere-Booster für Jauch werden. Der große Erfolg stellte sich 1999 mit der Quizshow „Wer wird Millionär?“ ein. Das sind einige der Stationen von Günther Jauch im Privatfernsehen:

  • 1999 bis 2011: stern TV
  • seit 1996: Menschen, Bilder Emotionen – Der RTL-Jahresrückblick mit Günther Jauch
  • seit 1999: Wer wird Millionär?
  • seit 2009: 5 gegen Jauch
  • 2013 bis 2017: Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle

Günther Jauch und „Wer wird Millionär?“

Die erste Folge von „Wer wird Millionär?“ zeigte RTL am 3. September 1999. Mit der Adaption der britischen Show „Who Wants To Be A Millionaire“, die ein Jahr zuvor erstmals auf dem Privatsender ITV1 ausgestrahlt wurde, moderierte sich Günther Jauch in die Herzen des Publikums. In der Quizshow bekamen zunächst acht, ab 2010 zehn, ab Sommer 2010 fünf Kandidaten die Chance auf den Millionengewinn. Die Auswahl erfolgt dabei anhand einer Frage, die Schnelligkeit und Reaktionsvermögen erfordert. Wer sie als Schnellster löst, sitzt Günther Jauch als Kandidat gegenüber. Bis zu 15 Fragen mit steigendem Schwierigkeitsgrad und stetig höheren Geldgewinnen führen zur Eine-Million-Euro-Frage, bis zu vier Joker darf der Spieler ziehen. Günther Jauch moderiert „Wer wird Millionär?“ seit der ersten Sendung bis heute. Sein Witz und die Gespräche mit den Kandidaten trugen einen wichtigen Teil zur Beliebtheit der Show bei.

Günther Jauch: Privatleben, Ehe und Kinder

Als Moderator ist Günther Jauch deutschlandweit bekannt, seine berufliche Biografie transparent. Doch sein Privatleben bleibt weitgehend im Verborgenen, seine Familie tritt öffentlich nicht in Erscheinung. Jauch ist seit 2006 mit seiner langjährigen Partnerin Dorothea verheiratet. Die Eheschließung sorgte für eine mediale Kontroverse: Der Showmaster wollte im Vorfeld jegliche Berichterstattung gerichtlich untersagen, was jedoch in zweiter Instanz scheiterte. Der Grund: Jauch sei eine Person des öffentlichen Interesses, somit dürfe die Presse über Ort und Datum der Hochzeit informieren. Nachdem Fotos der Eheschließung in verschiedenen Boulevardmedien erschienen waren, klagte das Ehepaar Jauch, setzte sich aber auch in dieser Hinsicht nicht durch.

Günther und Dorothea Jauch haben vier Töchter, zwei leibliche und zwei aus Russland adoptierte. Auch gegen deren öffentliche Namensnennung klagten Familie Jauch beziehungsweise Jauchs leibliche Töchter – und verloren 2016 ebenfalls. Die Begründung: Die Namen wurden bereits in der Vergangenheit genannt und seien über mehrere Jahre bekannt gewesen.

Im Buch „Wer fragt, gewinnt: Günther Jauch – die Biografie“ (erschienen 2015) verrät Autorin Ursula Mörtens unterhaltsame Details aus der Karriere des Moderators – sein Privatleben bleibt davon allerdings weitgehend unberührt.

Günther Jauch: Villen in Potsdam und auf Sylt

Mitte der 90er-Jahre zog Günther Jauch an den Heiligen See in Potsdam. Er setzte sich dort bereits vorher seit langer Zeit für gemeinnützige Projekte und die Stadtentwicklung ein. So spendete er in den frühen Jahren seiner Fernsehkarriere einen Teil seines Einkommens für die Instandhaltung verschiedener historischer Orte in der brandenburgischen Hauptstadt, etwa für das Fortunaportal am Potsdamer Stadtschloss.

Im Jahr 2019 erwarb Günther Jauch die Villa Kellermann. In den Räumen der Villa in Potsdam unterhält Sternekoch Tim Raue ein Restaurant, das er gemeinsam mit Günther Jauch führt. Die Villa Kellermann ist ein Haus mit Geschichte: Im Jahr 1914 erbaut, diente es lange Jahre als Wohnsitz des Bankiers Emil Wittenberg. In der NS-Zeit wurde das Gebäude enteignet und von der Heeresleitung der Wehrmacht bezogen. Nach 1945 übernahm es der Kulturbund der DDR. Zwischen 1990 und 2009 befand sich schon einmal ein Restaurant in den historischen Räumen, bis 2016 stand es dann leer. Tim Raue kreiert heute bodenständige deutsche Küche mit brandenburgischem Einschlag in moderner Interpretation.

Außer in seinem Wohnsitz in Potsdam ist Günther Jauch zeitweise in seinen Häusern auf Sylt. Wer auf der Insel Urlaub macht, sieht den Moderator womöglich morgens beim Brötchenholen in seinem Renault R4 vorbeifahren – Gerüchten zufolge eine seiner Insel-Gewohnheiten.

Günther Jauch und das Weingut von Othegraven

Mit dem Weingut von Othegraven ist Familie Jauch seit Generationen verbunden. Der traditionsreiche Betrieb steht im rheinland-pfälzischen Kanzem an der Saar in einem historischen Anbaugebiet: Die Weinproduktion geht rund 2000 Jahre zurück und damit auf keltischen Anbau. Er wurde von den Römern und später von christlichen Klöstern fortgeführt.

Der Kanzemer Berg als eine der besten Lagen des Weinbaugebiets Mosel. Das Weingut von Othegraven ist eines der wenigen der Region, das stets in Privatbesitz blieb – die meisten Spitzengüter waren in kirchlicher Hand. Im Jahr 1805 erwarb Emmerich Grach das Gut, ein Vorfahre von Günther Jauch. Es ging später in den Besitz von Jauchs Großmutter Elsa von Othegraven, nach deren Tod an seinen Großvater und Vater, Mitte der 90er-Jahre an eine entferntere Verwandte über. Als der Verkauf drohte, erwarb Jauch das Gut im Jahr 2010. Ein Jahr später kaufte er zusätzlich 3,5 Hektar Anbaufläche auf dem Wawerner Herrenberg in Wawern an der Saar. Der Grund gehörte einst ebenfalls seinem Vorfahren Emmerich Grach.

Günther Jauch: Winzerkarriere und Weine für Aldi

Günther Jauchs Weingut zählt zu den elf größten Anbaubetrieben an der Saar. Die Anbaufläche beträgt rund 12,5 Hektar. Unter der Leitung von Kellermeister Andreas Barth entsteht vor allem Riesling, der von Kennern gelobt wird. Den 2012er-Riesling „Altenberg Großes Gewächs“ kürzte die „FAZ Sonntagszeitung“ zum besten trockenen Weißwein des Jahres. Hohe Platzierungen erhielten die Rieslinge des Weinguts von Othegraven 2020 beim „Cup der Gourmetwelten“, Empfehlungen folgten vom renommierten „Wein-Plus Weinführer“. Jauch kreierte exklusiv zudem zwei Weine für Aldi.

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