Pionierin in der Branche

Supermodel beendet Karriere - der Grund überrascht: „Eher würde ich bei McDonald‘s arbeiten“

Das US-amerikanisch-somalische Supermodel Halima Aden steht bei den Daily Front Row Fashion Media Awards auf dem roten Teppich.
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Das US-amerikanisch-somalische Supermodel Halima Aden bei den Daily Front Row Fashion Media Awards.

Halima Aden war eine Vorreiterin für muslimische Models, die einen Hijab trugen. Im November 2020 hat die 23-Jährige ihre Karriere aus einem eher ungewöhnlichen Grund beendet.

St. Cloud - Sie stand für einen Paradigmenwechsel im Modegeschäft und zeigte über Jahre hinweg, dass es auch muslimische Frauen auf die Cover der großen Magazine schaffen und so Glaube und Passion miteinander vereinbaren können. Im November hat die 23-jährige Halima Aden nun ihre Karriere, von der eine Vielzahl an jungen Frauen weltweit wohl träumen dürften, aus eigenem Willen beendet. Das Supermodel mit dem Hijab sprach nun in einem Interview erneut über die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben.

Halima Aden beendet ihre Karriere: Im Burkini in der Sports Illustrated

Adens Karriereende, das sie im November vergangenen Jahrs auf Instagram verkündete, überraschte Fans wie Kritiker wohl gleichermaßen. Denn auch wenn es für Frauen mit Hijab sicherlich nicht einfach in der Modebranche ist, schien Aden den großen Sprung geschafft zu haben und agierte als Vorbild für viele andere junge Frauen. 2017 war sie die erste Frau die mit einem Hijab an der Wahl zur Miss Minnesota teilnahm und bis ins Halbfinale kam.

2019 schrieb sie erneut Geschichte als erstes Model, das mit einem Burkini - einem Badeanzug, der bis auf Hände, Füße und Gesicht den gesamten Körper verschleiert - in der renommierten „Swimsuit“-Ausgabe des US-Magazins Sports Illustrated abgelichtet wurde.

Halima Aden: Supermodel im Zwiespalt zwischen Glaube und Beruf

Als gläubige Muslima für ein Magazin für Bademode fotografiert zu werden und in der teilweise freizügigen Modebranche zu bestehen, erwies sich für Aden immer mehr als Drahtseilakt. Immer öfter stellte sich die 23-Jährige die Frage, inwieweit sie ihre Arbeit noch mit ihrem Glauben vereinbaren könnte. So nannte Aden unter anderem den Backstage-Bereich bei Modenschauen als Problem, wo ihr vertraglich immer eine sichtgeschützte Box zugesichert wurde, um sich umzuziehen. Andere Hijab-Models hingegen mussten sich auf der Toilette oder mitten im Raum umziehen.

Verbunden mit den immer weniger werdenden passenden Aufträgen in der Branche, störte sich Halima Aden auch an der Art und Weise, wie sie von manchen Magazinen präsentiert wurde. Im Interview mit der BBC gab die 23-Jährige an, dass sie sich vor allem über ein Cover des Magazins „King Kong“ ärgerte, auf dem sie 2019 abgebildet war. Nicht nur, dass sie nach eigenen Aussagen durch Make-up und Gesichtsschmuck aussah wie „eine Fetisch-Version ihrer selbst“, sondern auch, dass das Magazin ein paar Seiten weiter auch noch einen nackten Mann abbildete, machte Aden wütend. Für eine strenggläubige Muslima ein echtes No-Go.

Supermodel beendet Karriere: „Würde eher bei McDonald‘s arbeiten“

Nachdem Aden während der Corona-Pandemie mehr Zeit zum Nachdenken hatte, beschloss sie letztendlich ihre Karriere zugunsten ihres Glaubens an den Nagel zu hängen. „Sie könnten mich morgen anrufen, doch ich würde meinen Hijab nicht für zehn Millionen Dollar verraten. Eher würde ich bei McDonald‘s arbeiten“, schrieb die 23-Jährige in ihrem Statement auf ihrem mittlerweile gelöschten Instagram-Account. In Zukunft möchte Aden, die in einem Flüchtlingscamp in Kenia zur Welt gekommen ist und neben der US-amerikanischen auch die somalische Staatsbürgerschaft hat, sich vor allem für wohltätige Zwecke engagieren. (fd)

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