Elsner im Interview zu "Alles inklusive"

"Hab's versäumt, mit Mick Jagger rumzumachen"

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Genießen das Rampenlicht für ihre gelungene Komödie: Nadja Uhl, Filmhund Chica, Hannelore ­Elsner, Doris Dörrie und Natalia Avelon.

München - Doris Dörrie hat mit ihrer wunderbaren Komödie "Alles inklusive" Premiere gefeiert. Die tz sprach am Roten Teppich mit Darstellerin Hannelore Elsner.

Diese Farben! Türkis schimmert der Pool, sonnengelb brennt der Sand, batikbunt leuchten die Kleider – und dazwischen Hannelore Elsner als Althippie, die das Leben durch ihre froschgrüne Sonnenbrille betrachtet. Doris Dörries neuestes Werk macht Lust auf Sommer, auf Meer, auf Urlaub, der scheinbar ewig währt, aufs Aussteigen. Mit Alles inklusive enführt uns Doris Dörrie an den Strand von Torremolinos – einmal in den 60er-Jahren, als die Hippies freie Liebe und nackte Tatsachen lebten, und dreißig Jahre später, als die billigen All-inclusive-Hotels schmerbäuchige Pauschaltouristen durchschleusen.

Dörrie hat ihren eigenen Roman verfilmt – auch weil ihre Figuren, die sie beim Schreiben entwickelt hat, sie so lange nicht losgelassen hätten. Wochenlang haben sie in Torremolinos (natürlich in einem All-inclusive-Hotel) und München gedreht – am Montag feierte die melancholisch-sinnliche Komödie Premiere im Mathäser-Kino.

Und Dörrie – im fruchtigen Korallenrot und giftgrüner Hose – gestand, dass sie solche Alles-inklusive-Hotels gar nicht so schlecht findet. „Für manche ist das die einzige Alternative, Urlaub zu machen, Naserümpfen ist da nicht angesagt.“ Sie selbst fährt seit über zehn Jahren mit ihren Film-Studenten in solche Hotels, „weil es das einzige ist, was wir uns leisten können“. Anschauungsmaterial für ihr Buch und später den Film habe sie da ganz nebenbei gesammelt. Wobei: Die prägensten Eindrücke haben die Urlaube ihrer Kindheit hinterlassen: „Mit den Füßen im heißen Sand, die kalten Steinplatten im Haus, Wassermelonen am Pool – das ist unvergesslich.“

Die Urlaube der Kindheit – für viele immer noch die schönsten in ihrem Leben. „Wir waren in meiner Kindheit meist mit dem Zelt an der Ostsee“, so Nadja Uhl, die Hannelore-Elsner-Filmtochter Apple grandios spielt. Das mache sie heute noch mit ihren Kindern. Man sei der Natur einfach näher, alles sei natürlicher.

Das hat auch Schauspielerin Alexandra Kamp früher erleben dürfen. „Meine Mutter lebte in den 70er-Jahren auf Ibiza, sie war ne’ richtige Hippie-Braut, mit so weiten, wallenden Gewändern. Und sie ist heute noch eine tolle Frau.“ Auch Kollegin ­Elisabeth Lanz hat als Kind jedes Jahr „zwei Monate Hippie-Urlaub im Ferienlager am italienischen Caldonazosee“ gemacht.

Und wie macht man heute Urlaub? Constantin-Boss und Doris-Dörrie-Lebensgefährte Martin ­Moszkowicz gesteht: „Am liebsten zu Hause. Ich bin 200 Tage im Jahr unterwegs, da brauch’ ich sonst nicht mehr viel Remmidemmi.“ Ebenfalls bei der Premiere waren: Model Alena Gerber, die einen „leider schrecklichen All-inclusive-Urlaub auf den Malediven“ hinter sich hat, weil die Bewertungen im Internet alle gefakt waren. Schauspieler Max von Thun, ­Nina Ruge, Hinnerk Schönemann (spielt Transvestit Tim bzw. Tina ganz hinreißend), Schauspielerin Natalia Avelon (ist die junge, halbnackte Hippie-Braut Ingrid), die Produzenten Molly von Fürstenberg und Harald ­Kügler, Elsner-Sohn Dominik und natürlich Filmhund ­Chica.

Maria Zsolnay

„Ich hab’s versäumt, mit Mick Jagger rumzumachen“

Im Film ist Hannelore Elsner Hippie-Oma Ingrid, die ins spanische Torremolinos, wo sie früher nackt am Strand getanzt hat, als Touristin ins All-inclusive-Hotel zurückkehrt. Im wahren Leben wäre das nichts für die großartige Schauspielerin (71), gesteht sie am roten Teppich bei der Premiere.

Haben Sie jemals All-inclusive-Urlaub gemacht?

Hannelore Elsner: Nein, das hab ich noch nie gemacht. Das ist zu viel von allem. Zu viele Menschen, da kann man gar nicht bei sich sein.

Wie sieht Ihr Urlaub aus?

Elsner: Ich habe keine Lust auf Urlaub. Das Geplante, das Müssen. Ich bin in meiner freien Zeit zu Hause, gehe spazieren, treffe Freunde. Wegfahren – vielleicht, aber doch nur spontan.

Als Filmfigur Irene leben Sie als Hippie am Strand. Wäre so ein alternativer Lebensentwurf nichts für Sie?

Elsner: Nein, niemals. Wenn Sie so wollen, ist mein Beruf das Alternative in meinem Leben. Wir waren früher auch sechs Wochen auf Ibiza, aber ich musste dann nach einer Woche wieder zurück, auf die Bühne.

Keine Zeit also für ein wenig Hippie-Leben?

Elsner: So richtig Hippie war ich nicht. Ich war nie in Woodstock. Und ich hab es wohl auch versäumt, mit Mick Jagger rumzumachen ...

Schade eigentlich. Muss eine schöne Zeit gewesen sein, was man an den freizügige Filmszenen sieht...

Elsner: Freizügig? Was ist denn daran freizügig wenn Natalia Avelon mit ihrem wunderschönen Busen am Strand tanzt? Ihr Jüngeren seid manchmal so spießig, so altmodisch.

MZ 

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