„Ein deutscher Liederabend“

Heino: Riesen-Ärger um Konzert in Düsseldorf! Nun schaltet sich der Oberbürgermeister ein

Schon weit vor dem Start gibt es Ärger um Heinos Tournee.
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Schon weit vor dem Start gibt es Ärger um Heinos Tournee.

Im September will Heino eigentlich wieder auf Tour gehen. Monate vorher gibt es aber wegen eines Auftrittes schon mächtig Ärger. Es geht um den Tour-Titel - und um Hetze.

Update vom 13. April, 09:45 Uhr: Michael Becker, der Intendant des Düsseldorfer Konzerthauses „Tonhalle“, weigerte sich, Plakate für einen Auftritt des Sängers Heino aufzuhängen. Auf dem Plakat ist der Sänger mit einer Deutschland-Flagge zu sehen. Das Motto des Abends sollte lauten: „Ein deutscher Liederabend live mit Band“. Nun greift Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller in das Drama ein und gibt dem Online-Portal Bild.de ein Interview: „Ich sehe in dem Plakat keinerlei nationalistische oder ähnliche Tendenzen und teile die Kritik daran nicht.“

Becker hatte zuvor die Veranstaltung abgelehnt: „Städtische Räume sind kein Ort für Hetze“. Der Oberbürgermeister betont in dem Interview weiterhin: „Die sprachliche Ungenauigkeit, dass es ein „Abend mit deutschsprachiger Musik“ und kein „deutscher Liederabend“ sein müsste, sehe ich – wenn überhaupt – als marginal an. Insofern haben der Intendant der Tonhalle und ich besprochen, dass das Tournee-Plakat aufgehängt wird.“ Er würde zudem noch ein Gespräch mit Sänger Heino suchen.

Erstmeldung vom 12. April, 14:39 Uhr: Düsseldorf - Schlager-Sänger Heino wird auch im hohen Alter noch immer nicht müde darum, sich neu zu erfinden und seine Fans mit neuen musikalischen Ideen zu begeistern. So hat der 82-Jährige sich auch für seine neue Tour etwas ganz besonderes überlegt. Nachdem seine Konzerte wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 abgesagt wurden, will Heino nun ab Ende September eine erneuten Versuch starten. Mit „Heino goes Klassik - Ein deutscher Liederabend“ will er durch 18 Städte in Deutschland touren. Aber schon weit vor dem Start gibt es wieder Schwierigkeiten und Ärger.

Wieder steht seine geplante Tournee vor Problemen. Diesmal ist allerdings nicht die Corona-Pandemie schuld. Und auch nicht die gesamte Tour steht auf der Kippe. Um ein Konzert gibt es aber jetzt schon mächtig Stress. Die Tonhalle in Düsseldorf soll nämlich eigentlich am 08. Oktober von Heino bespielt werden. Die Geschäftsführung des Veranstaltungsortes stört sich aber mächtig am Konzertnamen.

Heino: Ärger um Düsseldorf-Konzert - Veranstaltungsort hält Titel für „politisch nicht korrekt“

Heinos Plan für die Konzerte: Der Schlager-Kult-Star will bei seinen Auftritten bekannte Stücke der deutschen Klassik von Größen wie Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert aufführen und singen. Die Formulierung „ein deutscher Liederabend“ passt den Veranstaltern allerdings überhaupt nicht. Die Verstimmung darüber soll sogar so weit gehen, dass die Tonhalle Düsseldorf sich weigert, den Auftritt aktiv mit Plakaten in der Stadt oder auch auf der eigenen Homepage zu bewerben. Tonhalle-Geschäftsführer Michael Becker bestätigte den Schritt gegenüber der Bild und begründete ihn damit, dass der Titel „fachlich und politisch nicht korrekt gewählt ist“.

„Mit dem Begriff ,ein deutscher Liederabend‘ rückt Heino sich in eine ungemütliche Ecke. Der korrekte Terminus für die von ihm gewählten Werke ist ,deutsches Lied‘“, erklärt Becker den Schritt weiter. Heinos gewählter Titel würde lediglich ein „imaginäres Konzertformat“ bezeichnen. Titel wie „Heino - ein Liederabend“ oder „Heino singt deutsches Lied“, seien laut Becker beispielsweise hingegen unproblematisch.

Heino und sein „deutscher Liederabend“: Der Sänger reagiert auf Aussagen des Veranstalters

Becker macht gegenüber der Bild auch die Befürchtung klar, die die Tonhalle zu einer derartigen Entscheidung brachte: „Wir müssen damit rechnen, dass es so verstanden wird, dass es sich hier etwa um einen Liederabend für Deutsche handelt.“ Außerdem beziehe man sich auf eine städtische Richtlinie, in der es heiße, dass städtische Räume kein Raum für Hetze seien. Man biete Heino aber an, den Konzerttitel zu ändern. Es sei ihm außerdem freigestellt, die Buchung der Halle kostenfrei zu stornieren. Heino will allerdings von einer Änderung nichts wissen - stattdessen ist der Musiker gleich doppelt ziemlich bedient.

Der Bild sagte der Schlager-Star, er denke nicht daran, das Wort „deutsch“ aus seinem Titel zu streichen. Er fragt stattdessen: „Muss ich mich jetzt als 82-jähriger Deutscher für das Wort ,deutsch‘ schämen?“ Und legt außerdem deutliche Worte nach, was er von einer Namensänderung hält. „Dieses ganze Gedöns um die neue korrekte Sprache und was man heutzutage noch sagen darf und was nicht, ist nur noch erschreckend und man kann doch bei so einem Quatsch nur noch den Kopf schütteln“, beschwert er sich. „Ich bin und bleibe ein deutscher Sänger, der deutsche Lieder singt und die deutsche Sprache liebt“, macht er deutlich.

Heino: Ärger um seinen „deutschen Liederabend“ - Hetze-Vergleich macht Schlager-Sänger „fassungslos“

Dahingehend noch heftiger trifft den Sänger, dass sein Konzertname im Kontext mit Hetze auftaucht. „Ich bin fassungslos, dass man mich mit so etwas auch nur annähernd in Verbindung bringt. Bin ich ein Hetzer, weil ich deutsche Lieder von Brahms und Schubert singe? Geht‘s eigentlich noch? Soll das Wort ,deutsch‘ jetzt auch schon rechtspopulistisch sein? Das entbehrt doch jeglicher Logik und jedem klaren Verstand“, so Heino zur Bild.

Zunächst war das Konzert nicht abgesagt. Werbung war auf der Internetseite der Tonhalle aber auch nicht zu finden. Im Streit zwischen Heino und der Tonhalle scheint das letzte Wort also noch nicht gesprochen zu sein.

Erst kürzlich verriet Heino, wie viel Rente er eigentlich kassiert - und der Betrag fällt höher aus, als bei vielen seiner Promi-Kollegen. (han)

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