Der deutsche Schlagerstar

Heino: Alles über den Kult-Interpreten

Der Sänger Heino auf einer Pressekonferenz zu seiner Tournee 2020 "Heino goes Klassik"
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Heino ist vielen als der blonde Schlagersänger mit der schwarzen Sonnenbrille bekannt

Heino startete seine Musiker-Karriere in den 1960er Jahren. Als Schlagersänger und als Interpret deutscher Volkslieder hatte er sich bald einen Namen gemacht. Doch der Künstler hat sich immer wieder neu erfunden. Alle Infos über Karriere, Privatleben und Projekte des Kult-Stars.

  • Heino wurde mit Liedern wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ oder „Blau blüht der Enzian“ zum Star in der Schlager- und Volksmusik-Branche.
  • Der Künstler erfand sich immer wieder neu, vor allem seine Coverversionen deutschsprachiger Hip-Hop- und Rock-Nummer gelten inzwischen als absoluter Kult.
  • Neben seinen Erfolgen sorgte er aber auch immer wieder für zahlreiche Kontroversen bei Künstlerkollegen sowie in den Medien.

Bad Münstereifel – Der deutsche Schlagersänger und Volksmusik-Interpret Heino ist seit den 1960er Jahren eine feste Größe in der Musikwelt. Dabei bilden seinen blonden Haare und seine schwarze Sonnenbrille die einzige Konstante in seiner 60jährigen Künstlerlaufbahn. Denn der Sänger liebt es, sich immer wieder neu zu erfinden und nimmt dabei auch einige Kontroversen in Kauf. Heute lebt er mit Ehefrau Hannelore in Bad Münstereifel und schreckt sogar im hohen Alter nicht davor zurück, noch einmal neu anzufangen.

Heino – Sein Weg vom Bäcker zum Sänger

Heino – der mit bürgerlichem Namen Heinz Georg Kramm heißt – wurde am 13. Dezember 1938 in Düsseldorf im Stadtteil Oberbilk als Sohn Heinrich und Franziska Kramm geboren.

Seine Kindheit verlief nicht unbeschwert. Sein Vater fiel im Zweiten Weltkrieg im August 1941. 1944 wurde er im sächsischen Großenhain eingeschult und lebte als Halbwaise mit seiner Mutter und seiner älteren Schwester Hannelore nach ihrer Evakuierung bis 1945 in Pommern. Erst nach Kriegsende kehrte er in seine Geburtsstadt Düsseldorf zurück. Von 1952 bis 1955 absolvierte er eine Handwerkslehre zum Bäcker und Konditor, die er schließlich mit der Gesellenprüfung abschloss. Die Liebe zur Musik mochte er bereits von seinem Großvater übernommen haben, der Kantor in Köln-Dellbrück war. Seiner musikalischen Karriere ging der gebürtige Düsseldorfer verstärkt 1961 nach und wagte seine ersten Gehversuche mit dem Trio „OK Singers“. Der Erfolg war nur mäßig, aber es kam immerhin schon zu seiner ersten Schallplatten-Produktion.

Heino – Sein Durchbruch in der Musikwelt

Sein Talent kam allerdings erst 1965 bei einem Auftritt während einer Modenschau in Quakenbrück zur Geltung. Schlagerstar Ralf Bendix war auf Heinos außergewöhnliche Bariton-Stimme aufmerksam geworden und nahm ihn unter Vertrag. Mit Erfolg: Bereits die erste Platte „Jenseits des Tales“ wurde mehr als 100.000 Mal verkauft. Es folgten weitere Hits, nebst zahlreichen Fernsehauftritten in der ZDF-Hitparade und in der Starparade. Seine Lieder, bei denen es sich um die Interpretation deutscher Volkslieder im Schlagerstil handelte, kamen beim Publikum besonders gut an.

Mitte der 1970er Jahre erreichte seine Karriere mit „Die schwarze Barbara“ und „Blau blüht der Enzian“ ihren Höhepunkt. Mit der 14-teiligen Serie „Sing mit Heino“, die im ZDF ausgestrahlt wurde, konnte er bis 1979 sein Erfolgslevel in der Öffentlichkeit halten. Da Heino jedoch unter der Erkrankung Morbus Basedow litt, wodurch seine Augen hervortraten, wagte er sich mit zunehmenden Erfolg ab den 1970er Jahren nur noch mit dunkler Sonnenbrille in die Öffentlichkeit. Lediglich auf frühen Plattenhüllen ist der Sänger ohne Sonnenbrille mit blauen Augen zu sehen.

Heino – Comebacks mit Hip-Hop und Rock

In den 1980er Jahren wurde es für längere Zeit verhältnismäßig ruhig um den Schlager-Star. Erst Anfang der 1990er gelang ihm durch die eigenen Fernsehserien „Hallo Heino“ und „Heino – die Show“ wieder das Comeback. Allerdings fand er auch mit Rap-Versionen seiner Schlagerhits bei den Jugendlichen großen Anklang. Mit einer ähnlichen Strategie gelang ihm auch 2013 die Rückkehr in die Charts. In seinem Studioalbum „Mit freundlichen Grüßen“ hat Heino zwölf Coverversionen bekannter deutschsprachiger Pop-, Hip-Hop und Rock-Songs veröffentlicht. Dabei interpretierte er unter anderem Titel wie „Sonne“ von Rammstein, „Haus am See“ von Peter Fox oder „Junge“ von den Ärzten. Bereits vor Veröffentlichung sorgte das Album für zahlreiche Kontroversen. Doch schon einen Tag nach Erscheinen wurde „Mit freundlichen Grüßen“ zum absoluten Download-Hit und stieg auf Platz 1 der Album-Charts ein. Die meisten Künstlerkollegen waren von der ungewöhnlichen Mischung begeistert. So lud Rammstein den Volksmusik-Interpreten sogar zu einem gemeinsamen Auftritt beim Wacken Open Air Festival ein. An den Erfolg knüpfte Heino ein Jahr später mit seinem Album „Schwarz blüht der Enzian“ an, auf dem er seine Hits bewusst dem Rammstein-Sound anpasste.

Heino – Der Star in der Kritik

Nicht immer kam der Schlagersänger mit seinen Projekten gut an. So stand er mit seiner Afrika-Tour in den 1980er Jahren wegen des Apartheidsystems stark unter Kritik. Ebenso wurde ihm nachträglich seine Interpretation des Deutschlandliedes, das für Unterrichtszwecke alle drei Strophen enthalten sollte, trotz juristischer und politischer Absicherung als Skandal ausgelegt. Auch Jan Delay begab sich wegen des Albums „Mit freundlichen Grüßen“ in einen Rechtsstreit mit dem Sänger.

Heino – Seine Studioalben in der Übersicht

Heino war in der ganzen Welt auf Tournee und erreichte nicht zuletzt mit seiner Jubiläumsshow „Heino – Die Show“ 2005 ein Millionenpublikum. Rund 5,8 Millionen Zuschauer wohnten dem TV-Ereignis bei. Dabei wurde nicht nur sein 50-jähriges Bühnenjubiläum, sondern gleichzeitig sein 40-jähriges Schalllattenjubiläum gefeiert. Seit den 1960er Jahren hat Heino in regelmäßigen Abständen Studioalben veröffentlicht:

  • 1966: Heino
  • 1967: Kein schöner Land in dieser Zeit
  • 1968: … und Sehnsucht uns begleitet
  • 1970: Seine großen Erfolge
  • 1971: Liebe Mutter… / In einer Bar in Mexiko – Seine großen Erfolge 2
  • 1972: Die schönsten Volkslieder der Welt / Seine großen Erfolge 3
  • 1973: Seine großen Erfolge 4
  • 1975: Wenn abends die Heide träumt / Seine großen Erfolge 5 / Heino
  • 1978: Seine großen Erfolge 6 / Hurra, wir fahr’n ins Grüne
  • 1980: Die schönste deutschen Volkslieder
  • 1982: Seine neuen großen Erfolge
  • 1984: Die Liebe ist das Gold des Lebens
  • 1987: Casablanca… Träume, die niemals vergehn
  • 1990: Willkommen bei Heino
  • 1991: Ein Lied aus der Heimat
  • 1993: Die schönsten Lieder der Welt
  • 1996: Einer von uns
  • 1998: Der goldene Heino
  • 1999: Heino singt die schönsten Jahrhundertmärsche und Hymnen
  • 2006: Deutschland, meine Heimat
  • 2008: Es ist nie zu spät
  • 2009: „Die Himmel rühmen“ – Festliche Lieder mit Heino
  • 2010: „Die Himmel rühmen 2“ – Festliche Lieder mit Heino
  • 2013: Mit freundlichen Grüßen
  • 2014: Schwarz blüht der Enzian
  • 2016: Arschkarte
  • 2018: … und tschüss – Das letzte Album

Nach eigenen Angaben soll Heino bis 2013 über 50 Millionen Tonträger verkauft haben. Das Vermögen des Sängers wird auf rund 20 Millionen Euro geschätzt.

Heino privat: Kindheit, Familie, Ehefrau, Kinder

Bereits im Alter von 20 Jahren schloss Heino im Juni 1959 seine erste Ehe mit der damals zwei Jahre jüngeren Henriette Heppner. Ein Jahr später erblickte sein Sohn Uwe das Licht der Welt. Die Ehe war jedoch nur von kurzer Dauer und wurde 1962 wieder geschieden. 1968 bandelte der Sänger mit einer einstigen Jugendliebe Karin an. Doch auch diese Beziehung blieb nicht von Dauer. Dennoch wurde Karin schwanger und bekam die gemeinsame Tochter Petra, von der Heino jedoch lange Zeit nichts wusste. Als er von ihr erfährt, ist der Sänger längst wieder verheiratet und so stark im Musikbusiness eingespannt, dass er sich um sie kaum kümmern kann. Das Tragische: 1988 nahm sich Karin das Leben. Nach dem Schicksalsschlag versuchte Heino, mehr für Petra da zu sein. Doch auch Petra, die psychisch erkrankte, beging 2003 Suizid. 1965 heiratete Heino seine zweite Ehepartnerin Lilo, von der er sich aber 1978 wieder scheiden lässt. Lilo Kramm ist 2010 an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.

Sein endgültiges Liebesglück hatte Heino in Hannelore Auer gefunden. Er hatte sie bereits 1972 bei der „Miss Austria“-Wahl in Kitzbühel kennengelernt. Die Hochzeit der beiden fand 1979 statt. Im Historischen Kurhaus von Bad Münstereifel haben die beiden ihre Heimat gefunden. Von 1996 bis 2012 betrieben beide hier sogar ein gemeinsames Café. Obwohl Heino 2019 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde, ließ er in den Medien durchblitzen, dass er eine Rückkehr in seine Geburtsstadt Düsseldorf nicht ausschließt.

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