Polizisten missbrauchen ihre Position

Plakate in Deutschland aufgetaucht: Polizei-Skandal um Helene Fischer - Fans sind irritiert

Schlager-Sängerin Helene Fischer beim internationalen Schlagerfest 2019 in Dortmund
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Helene Fischer: So kennt man die Sängerin. Kürzlich wurden aber ganz andere Plakate von ihr aufgehängt: Es geht um einen großen Skandal

So hat man Helene Fischer noch nie gesehen: Auf Plakaten grinst sie freundlich - es sieht aus wie eine Parship-Werbung. Aber es geht um einen Polizei-Skandal.

Hessen - Das Lächeln auf dem Plakat ist so strahlend wie sonst: Helene Fischer grinst an vielen Orten in Deutschland von Werbetafeln. Der Text, der dabei steht, ist aber ein ganz anderer als man erwarten dürfte: Die Plakate machen auf einen Skandal aufmerksam. Und die Schlagersängerin steht im Mittelpunkt.

Helene Fischer: Schlagerstar steht im Mittelpunkt eines Skandals

Die Aufmachung des Plakats erinnert an die Single-Börse Parship - deutschlandweit bekannter Slogan: „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship“. Bei den Plakaten, die vor allem in Hessen aufgehängt wurden, wurde dieser Werbespruch aber abgeändert. „Alle 17 Minuten ruft ein Polizist Daten von Helene Fischer ab“, steht darauf. Ein Twitter-Nutzer fand ein solches Plakat in Dresden - und sorgte für eine rege Diskussion im Netz.

Helene Fischer: Fans sind ratlos - was hat die Sängerin mit dem NSU zu tun?

Viele Fans der Schlagersängerin standen ratlos vor den Schautafeln. Hinter der Aktion stecken die Gruppen „Dies Irae“ (deutsch: „Tage des Zorns“) und „Polizeiproblem“. Und was hat es nun mit dem eigenartigen Slogan auf sich? Die politisch aktiven Gruppen spielen auf einen handfesten Skandal aus dem Jahr 2019 an. Damals ist bekannt geworden, dass einige Beamte der hessischen Polizei entweder große Fans der Sängerin sind - oder ihre Position missbrauchen.

Drohmail-Skandal: Peinliche Polizei-Offenbarung im Landtag

Der damalige Landespolizeipräsident Udo Münch sprach im Landtag nach der Festnahme von Mitgliedern des selbsternannten „NSU 2.0“, die Drohmails versendet hatten. Münch musste in diesem Zuge zugeben, dass durch eine Personenabfrage im Polizei-Computer mehrere Polizisten versucht hatten, mehr über die Sängerin zu erfahren. In nur einer einzigen Nacht wurde von hessischen Polizisten 83 (!) Mal nach den Daten von Helene Fischer gesucht.

Helene Fischer auf Polizei-Plakat: Kontroverse Diskussion im Internet

Das Plakat klärt darüber - und über den NSU 2.0 auf. Im Netz gibt es unterschiedliche Reaktionen auf die Plakataktion. „Prinzipiell eine super Aktion“, findet einer. Andere machen sich über den Polizei-Skandal lustig: „Unsere Polizisten haben nicht nur ein rechtsradikales Problem“, meint eine Nutzerin, „sondern auch musikalische Geschmacksirrungen“.

Die beliebte Schlager-Sängerin steht zwar regelmäßig im Fokus der Öffentlichkeit und ihrer Fans - aber ein wichtiger Teil in einem Polizeiskandal war Helene Fischer wohl noch nie. Was sie selbst von der Plakataktion hält, hat sie bislang nicht verraten. Vermutlich möchte die Sängerin sich auch gar nicht mit solchen Themen belasten.

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