Appell an den Bundestag

Helene Fischer überrascht mit seltener politischer Aktion - es geht um ein umstrittenes Thema

Helene Fischer
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Schlager-Star Helene Fischer hielt sich bislang meistens mit politischen Statements zurück. Doch nun erhob auch sie erneut ihre Stimme.

Normalerweise äußert sich Helene Fischer selten mit politischen Statements. Doch nun unterzeichnete auch sie einen offenen Brief an den Bundestag.

Berlin - Noch immer macht die Corona-Pandemie der ganzen Welt zu schaffen. Dabei gibt es Menschen und Branchen, die von den Folgen und Auswirkungen der Verbreitung des Virus besonders hart getroffen sind. Dazu zählen in Deutschland vor allem Kulturschaffende. Bereits im letzten Jahr gab es einen Aufschrei für die Branche - und die Stimmen werden immer lauter.

Mit der Aktion „#allesdichtmachen“ wollten über 50 Schauspieler:innen Kritik an den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung üben. Doch mit dem Stilmittel der Ironie und des Zynismus als Waffe ging dieser Schuss nach hinten los. Nun melden sich jedoch weitere bekannte Künstler:innen zu Wort. Mit einem offenen Brief wollen sie Politiker:innen auf ein weiteres Problem ihrer Branche aufmerksam machen. Dieses Mal geht es um die Reform des Urheberrechts.

Helene Fischer & Co. schreiben offenen Brief an Politik

Über 1000 Künstler:innen haben eine Brief an den Bundestag unterzeichnet. Darunter Musik-Bands und -Größen unterschiedlicher Genres wie H.P. Baxxter von Scooter, Ben Zucker, Die Toten Hosen, Helge Schneider, Die Ärzte oder auch Schlager-Queen Helene Fischer, die sich sonst mit politischen Statements meist zurückhält. Sie haben sich mit ihrem Schreiben in die laufende Reform des Urheberrechts in Deutschland eingeschaltet und den Gesetzesentwurf kritisiert.

In dem Brief steht: „Geschäftsmodelle globaler Uploadplattformen werden zum Zweck maximaler Verfügbarkeit unserer Werke geschützt, während unsere Vertriebswege mit Achselzucken torpediert werden.“ Einer von vielen Kritikpunkten in dem Schreiben ist die umstrittene Regelung einer Art Bagatellgrenze - wonach kleine Ausschnitte von urheberrechtlich geschützten Werken wie Musik, Videos oder Texten ohne eine Lizenz von Nutzern auf Internetplattformen wie beispielsweise Youtube oder TikTok hochgeladen werden dürfen. Die Musikbranche fürchtet auch, dass bereits bestehende Erlös- und Geschäftsmodelle von Urhebern durch die Reform nichtig werden könnten.

Helene Fischer unterzeichnet offenen Brief an Bundestag

Schon im November 2020 gab es laut spiegel.de eine ähnliche Aktion. Das Papier „Spielt das Urheberrecht nicht gegen uns aus!“ wurde damals von über 600 Musiker:innen und Band unterschrieben, doch damit änderte sich nichts. Nun hat sich die Zahl der Unterzeichnenden Personen also fast verdoppelt. Die Urheberrechtsreform in Deutschland befindet sich derzeit in ihrer entscheidenden Phase und wird im Bundestag behandelt. Eine Abstimmung darüber steht noch aus. Deutschland muss eine EU-Richtlinie bis Juni in nationales Recht umgesetzt haben.

Im Kern geht es unter anderem hierum: Das Urheberrecht soll stärker auf das Internet zugeschnitten sein - vor allem auf Plattformen, auf denen Nutzer urheberrechtlich geschützte Werke wie Bilder, Texte oder Videos hochladen. Bei Verstößen sollen die Plattformen in die Haftung genommen werden. Mit Lizenzmodellen sollen Urheber finanziell an der Wertschöpfung solcher Plattformen beteiligt werden. Ob die Künstler:innen nun Erfolg haben werden, wird sich wohl zeigen. Die Stimmen, die sich dafür einsetzen, werden jedenfalls mehr und lauter. (jbr/dpa)

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