Der Meister des Crossover

Helmut Lotti: Leben und Karriere

Der belgische Sänger Helmut Lotti stellt sich vor einem Konzert im Palais des beaux arts de Charleroi zu einem Foto auf
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Helmut Lotti gilt als einer der erfolgreichsten Sänger Flanderns

Helmut Lotti wurde schon als Kind an die Klassikwelt herangeführt. Dennoch eiferte er immer wieder seinem großen Vorbild Elvis Presley nach. Als Künstler gelang ihm später, beide Musikrichtungen miteinander zu verbinden. Alle Infos über Karriere, Privatleben und aktuelle Projekte.

  • Helmut Lotti startete seine Musik-Karriere in Belgien ursprünglich als Popsänger.
  • Erst durch die Crossover-Mischung aus Pop und Klassik wurde er über die Landesgrenzen hinaus zum international gefeierten Star.
  • Privat hatte der Sänger in den vergangen Jahren mit einigen emotionalen und gesundheitlichen Tiefschlägen zu kämpfen.

Merelbeke (Belgien) – Der flämische Sänger Helmut Lotti startete seine Karriere in Belgien als Popsänger. Dennoch galt seine Liebe auch der Klassik. Mit seinem Album „Helmut Lotti goes Classic“ aus dem Jahr 1995 gelang ihm schließlich auch der internationale Durchbruch. In den letzten 25 Jahren hat sich viel im Leben des Sängers getan. Sein Repertoire umfasst die ganze Bandbereite von flämischen Schlagersongs, bis hin zur Interpretation von Pop-, Klassik- und Jazz-Hits. Ebenso facettenreich ist auch das Privatleben des Künstlers.

Helmut Lotti – Sein Weg zur Musik

Helmut Lotti wurde am 22. Oktober 1969 als Helmut Barthold Johannes Alma Lotigiers im belgischen Sint-Amandsberg bei Gent geboren.

Die Liebe zur Musik war ihm bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater ist ein klassisch ausgebildeter Tenor und sein Großvater war Bart Lotigiers, der künstlerische Direktor der Oper von Gent. Bereits im zarten Alter von 5 Jahren stand Lotti als Statist in der Operette „Frederike“ von Franz Lehár auf der Bühne. Als Kind begeisterte er sich aber auch für Elvis Presley sowie für Jazz- und Swing-Musik von Vertretern der Crooner-Ära. Ab 1988 trat er bei mehreren Talentwettbewerben unter dem Künstlernamen „Kevin Leach“ mit Elvis-Interpretationen in Erscheinung. Dennoch versuchte er zunächst ein Informatikstudium zu absolvieren, das er allerdings nach vier Semestern abbrach, um sich ganz der Musik zu widmen.

1989 belegte er mit der Interpretation des Presley-Hits „My Boy“ bei der „Soundmixshow“ des niederländischen Senders KRO den zweiten Platz. Nur kurz darauf unterzeichnete er seinen ersten Plattenvertrag bei BMG Ariola. Von einer Angestellten der Plattenfirma erhielt er den Künstlernamen „Helmut Lotti“, von dem er selbst allerdings nicht sonderlich begeistert war. Von da an begann seine Karriere als Popsänger in seiner Heimat Belgien. Bis 1995 veröffentlichte er vier Alben, von denen die ersten beiden mit Gold und das dritte mit Platin ausgezeichnet wurde. Sein viertes Album, das auch englischsprachige Titel hatte, erhielt sogar die Goldene Schallplatte.

Helmut Lotti – Sein Durchbruch als Crossover-Sänger

Ab 1994 hatte Helmut Lotti auch immer wieder Interpretation klassischer Stücke mit Orchesterbegleitung vorgetragen. Sein Vortrag von Lucio Dallas „Caruso“ hatte beim Publikum für Standing Ovations gesorgt. Das Management hatte daraufhin reagiert und unter der Mitwirkung des „Golden Symphonic Orchestra“ ein Album mit klassischen Liedern aufgenommen. Am 17. November 1994 wurde „Helmut Lotti goes Classic“ veröffentlicht und avancierte mit rund 600.000 verkauften Exemplaren nicht nur zur schnellst- sondern auch meistverkauften CD in Flandern. Das Album erhielt insgesamt zwölfmal Platin. Aufgrund des enormen Erfolges wurden 1996 und 1997 noch gleich zwei weitere Klassik-Alben auf den Markt gebracht.

Helmut Lotti – Internationaler Erfolg mit „Out of Africa“

Seine ersten internationalen Erfolge feierte Helmut Lotti bereits in Südafrika. Nach den Klassik-Alben beschloss sein Management daher, ein Album mit traditionellen Liedern Afrikas zu veröffentlichen. 1999 erschien die CD „Out of Africa“, die neben traditionellen afrikanischen Volksliedern auch englischsprachige Songs wie Elton Johns „Circle of Life“ enthielt. Allein in Deutschland hielt sich das Album 50 Wochen in den Charts und wurde hier auch zum erfolgreichsten Album des flämischen Sängers.

Helmut Lotti – Weitere Crossover-Projekte von Latino über Folklore bis Jazz

Der belgische Musiker hatte sich inzwischen international als Crossover-Interpret einen Namen gemacht. Ab den 2000ern nahm er immer wieder neue Projekte in Angriff, um sich in den verschiedensten Musikstilen auszuprobieren. So erschien bereits 2000 sein Album „Latino Classics“, in welchem er lateinamerikanisches Repertoire zum Besten gab. 2002 erfüllte er sich mit „My Tribute to the King“ einen persönlichen Traum und interpretierte Evergreens von Elvis Presley. 2004 wagte er sich an die Interpretation russischer Volkslieder mit dem Album „From Russia With Love“. 2006 begab er sich mit dem Doppelalbum „The Crooners“ zurück in die Jazz- und Swing-Ära. Und 2013 kehrte er zum flämischen Schlager zurück und veröffentlichte auf dem Album „Mijn hart & mijn lief“ vorwiegend selbstgeschriebene Lieder – allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Erst mit seinem „Comeback“-Album (2016), auf dem er unter anderem den Leonhard-Cohen-Hit Hallelujah sang, zeigte sich der Meister des Crossover von seiner bewährten Seite.

Helmut Lotti – Seine Alben in der Übersicht

Seit den 1990ern hat Helmut Lotti mehr als 18 Studio-Alben auf den Markt gebracht, zuzüglich einiger Weihnachtslieder und -alben. Dabei finden sich auf fast jedem Album neben zahlreichen Cover-Versionen bekannter Hits auch Eigenkompositionen des Musikers.

  • 1993: Memories
  • 1995: Just for you / Helmut Lotti goes Classic
  • 1996: Helmut Lotti goes Classic II
  • 1997: Helmut Lotti goes Classic III
  • 1998: Helmut Lotti goes Classic Final Edition
  • 1999: Out of Africa
  • 2000: Latino Classcis
  • 2001: Latino Love Songs
  • 2002: My Tribute To The King
  • 2003: Pop Classics in Symphony
  • 2003: From Russia With Love
  • 2006: The Crooners
  • 2008: Time To Swing
  • 2013: Mijn hart & mijn lief
  • 2015: Faith, hope & love
  • 2016: The Comeback Album
  • 2018: Soul Classics in Symphony

Helmut Lotti – Auszeichnungen und Preise

Auch die Liste an Ehrungen und Preisen spiegeln den sensationellen Erfolg des Sängers wider. Allein in seiner belgischen Heimat wurde er mit den wichtigsten Musikerpreisen förmlich überschüttet. Anbei eine Auswahl der wichtigsten Preise und Auszeichnungen.

  • 1997: World Music Award (in der Kategorie „Best Selling Benelux Artist“)
  • 1999: Goldene Europa (in der Kategorie „Klassikpreis des Jahres“)
  • 1999: ECHO Klassik (in der Kategorie „Bestseller des Jahres“)
  • 2001: ECHO (in der Kategorie „Crossover Classic“)
  • 2001: Amadeus Austrian Music Award (in der Kategorie „Crossover Künstler des Jahres“)
  • 2001: Goldene Stimmgabel (in der Kategorie „Bester Interpret klassischer Musik“)
  • 2001: Krone der Volksmusik (in der Kategorie „Crossover Künstler“)
  • 2002: Goldene Feder (in der Kategorie „Unterhaltung“)
  • 2003: Goldene Kamera in der Kategorie „Klassik Pop“)
  • 2007: Multi Platinum Award für mehr als 12,5 Mio. verkauften Alben weltweit

Helmut Lotti privat: Ehen, Kinder, Krankheit

Helmut Lotti versucht sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit rauszuhalten, zumal das Scheitern seiner drei Ehen immer wieder in Klatschblättern verhandelt wurde. Mit seiner letzten Ehepartnerin, der Journalistin Jelle Van Riet, war er knapp acht Jahre verheiratet. Die beiden trennten sich 2017. Die Ehe mit Carol Jane Poe davor hielt gerade mal vier Jahre – von 2001 bis 2005. Seine Tochter Messalina Lotigiers stammt noch aus seiner ersten Ehe mit Kimberly Grosemans, mit der er von 1990 bis 1997 verheiratet war. 2017 wurde bekannt, dass der Sänger bereits eine neue Freundin an seiner Seite hat: Dabei handelte es sich um die Kinderbuchautorin Marieke van Hooff.

Im Jahr 2009 trat Helmut Lotti überraschend mit rasierter Glatze an die Öffentlichkeit. In den Medien wurde kurzzeitig über eine Krebserkrankung spekuliert. Aber der Sänger gab bekannt, dass er jahrelang auf Anraten des Managements ein Toupet getragen habe, um so das Image des Sängers aufzupolieren. Seitdem verzichtet der Musiker auf eine Haarbedeckung und lässt sein Echthaar wieder wachsen. 2018 informierte der Sänger allerdings, dass er unter einer Autismus-Störung und unter einer Form des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms leidet. Seine Krankheit sei zwar nicht gravierend, mache sich aber vor allem im Smalltalk bemerkbar. Unter anderem würde er an falschen Stellen lachen oder könne nur schlecht Grenzen setzen. Andererseits könne er sich auf einzelne Dinge besonders gut fokussieren, was sich beispielsweise positiv auf seine Musik auswirke.

Über seine Homepage hält der Sänger seine Fans über aktuelle Termine und Projekte auf dem Laufenden.

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