Musiker Roger Cicero ist tot

Hirninfarkt mit 45: Trauer um Mister Swing

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Der Pop- und Jazzmusiker Roger Cicero.

München - Am 18. März sang Roger Cicero noch in der BR-Abendschau. Von einem drohenden, tödlichen Hirninfarkt war ihm da noch nichts anzumerken. Fans und Freunde sind schockiert von seinem plötzlichen Tod.

Es war ein Routine-Auftritt. Roger Cicero sang am 18. März in der BR-Abendschau „I’ve got a crush on you“, einen jener Frank-Sinatra-Klassiker, die der Vollblutmusiker auch bei seinem Konzert am 14. April in der Philharmonie im Gasteig bringen wollte.

Doch das Konzert wird nicht mehr stattfinden. Nie wieder wird es ein Konzert von Roger Cicero geben, nie wieder werden wir die samtweiche, erotische Stimme von „Mr. Swing“ live zu hören bekommen. Denn der Vollblutmusiker starb im Alter von nur 45 Jahren, völlig unvorhergesehen, viel zu früh – an einem Hirninfarkt.

BR-Mitarbeiter, die den Musiker bei diesem letzten Live-Auftritt in München erlebten, meinten zur tz: „Er war wie immer, freundlich, konzentriert – nichts deutete darauf hin, dass er sich krank fühlte.“ Ein ganz normaler Band-Auftritt sei es gewesen, und nach seinem Gig sei er ins Taxi gestiegen und zum Flughafen gefahren. Alles wie immer.

Roger Cicero: Sein letzter Auftritt im Bayerischen Fernsehen

Doch einen Tag später „traten plötzlich akute neurologische Symp­tome infolge eines Hirn­infarktes auf“, teilte sein Management am Dienstag mit. „Im Krankenhaus verschlechterte sich sein Zustand rapide. Roger Cicero verstarb am Abend des 24. März im Kreise seiner Lieben, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.“

Der 45-jährige Jazz Sänger hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Promotion- und TV Auftritte für sein neues Album Cicero sings Sinatra absolviert. Weggefährten, die ihn noch kurz vor seinem Zusammenbruch erlebten, meinten, dass er deshalb allenfalls ein wenig gestresst gewirkt habe – aber nichts deutete auf eine tödliche Krankheit hin.

Im Gegenteil: Mit der Sinatra-Show und dem Sinatra-Album schien Cicero seine schwere Krise überwunden zu haben, war wieder auf dem Weg zurück ins Rampenlicht. Noch im November hatte die tz berichtet, dass der 45-Jährige wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms alle seine Termine absagen musste.

Damals schon bestand der Verdacht einer Herzmuskelentzündung. Ob dieser Burn Out oder diese Herzerkrankung mit dem jetzi­gen tödlichen Hirn­infarkt zu tun hatten – darüber kann nur spekuliert werden.

Dem BR-Moderator Christoph Deumling erzählte er bei jenem letzten Auftritt in der Abendschau noch, wie froh er sei, wieder „pumperlgesund“ zu sein.

„Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee gefreut“, berichtete das Management. Für sein Sinatra-Album und für sein anderes großes Projekt „The Roger Cicero Jazz Experience“ war er für den Echo nominiert, der im April vergeben wird. Mit seinem Album „Männersachen“ hatte er 2007 den renommierten Echo-Musikpreis erstmals gewonnen.

Kurz danach ruhten alle deutschen Hoffnungen beim Eurovision Song Contest (ESC) auf ihm und seinem Lied „Frauen regier‘n die Welt“. Im Finale im Mai 2007 in Helsinki landete er zwar nur auf Platz 19.

Doch jemand wie er konnte dem auch Positives abgewinnen: „Die Empörung über den 19. Platz war so groß, dass ich in aller Munde war“, sagte er später mal. „Das hat mir sehr geholfen.“

Denn Cicero kannte auch andere Zeiten. Bis zu seinen „Männersachen“ war der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero außerhalb der Jazz-Szene kaum bekannt. Dabei hatte er schon mit zwölf Jahren seinen ersten Bühnen-Auftritt, später studierte er Musik in den Niederlanden und finanzierte mit Clubauftritten sein Leben.

Die Begegnung mit Texter Frank Ramond und Komponist Matthias Hass – beide schon mit Annett Louisan erfolgreich – verhalf ihm zum Durchbruch. Mit Swing und Wortspielereien entdeckte er eine Nische, der Song „Zieh die Schuh aus“ katapultierte ihn in die Hitparade.

Sein Markenzeichen war der Hut – seine Eleganz brachte den Stil der großen Swing-Künstler auf die deutschen Bühnen.

Cicero hinterlässt seinen achtjährigen Sohn Louis, von dessen Mutter sich der Musiker 2013 getrennt hatte. Diese Trennung wurde zum Leitmotiv des Albums „Was immer auch kommt“ (2014), auf dem er Themen von Selbstfindung bis zu eigener Sterblichkeit aufgriff. Er habe nie einen Plan B gehabt, auch in schweren Zeiten habe es immer nur die Alternative „Weitermachen!“ gegeben, erzählte er damals.

Ciceros Familie bittet darum, von Kondolenzbriefen Abstand zu nehmen. Aber „Roger Cicero würde sich über eine Spende für die Organisation Save the Children freuen, die er jahrzehntelang unterstützt hat und die ihm sehr am Herzen lag“. 

Hannes Koch

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